Flurneuordnung Zangenstein: Viele Infos, aber kein Ergebnis

Zangenstein bei Schwarzhofen
19.01.2023 - 16:15 Uhr

Die Fachleute bemühen sich redlich, die Vorteile einer Flurneuordnung und Dorferneuerung in Zangenstein transparent zu machen. Doch der Info-Abend bleibt "ergebnisoffen". Das Angebot einer offenen Flurwerkstatt steht nach wie vor.

Der Markt Schwarzhofen und das Amt für ländliche Entwicklung nahmen einen zweiten Anlauf. Sie hatten eine zweite Informationsveranstaltung über die Flurneuregelung und Dorferneuerung im Feuerwehrstadel Zangenstein anberaumt. Der Stadel war mit rund 80 Teilnehmern voll besetzt, was für das große Interesse der Bürger sprach, vor allem auch derer, die nicht beim ersten Termin dabei waren.

"Worum geht es heute?" Bürgermeister Maximilian Beer gab selbst die Antwort, dass es um weitere Informationen gehe, vor allem für diejenigen, welche nicht beim ersten Treffen dabei waren. In Zangenstein gebe es viele Defizite, gerade bei Wegen und Brücken, die durch die Maßnahme bezuschusst werden könnten. Das sei eine einmalige Chance für Zangenstein.

Was geboten wird

Baudirektor Steffen Schneider gab dann eine umfangreiche und detaillierte Darstellung zu den Verfahren. Er wiederholte, dass auf Anfrage des Marktes ein unverbindliches Angebot des Amtes für Ländliche Entwicklung aufgrund der ländlichen Infrastruktur und der Dorfentwicklung ergangen sei. Bei einem Flurneuordnungsverfahren würden alle Dienstleistungen aus einer Hand geboten, auch in Verbindung mit einer Dorferneuerung. Schneider nannte die Aspekte beschleunigte Zusammenlegung, freiwilliger Landtausch, freiwilliger Nutzungstausch, Stärkung der Infrastruktur durch Wegebau.

Ein Flurneuordnungsverfahren verbessere die Produktions- und Arbeitsbedingungen, die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts, ebenso die notwendige Infrastruktur. Jeder Teilnehmer sei für seine Grundstücke mit Land von gleichem Wert abzufinden. "Eine wertgleiche Abfindung ist keine Enteignung", zitierte er. Die Teilnehmer eines Verfahrens planen selbst. Ein Abzug von Flächen sei für neue Wege oder Verbreiterung, landschaftspflegerische Maßnahmen oder wasserwirtschaftliche Maßnahmen notwendig, er liege bei drei bis fünf Prozent. Die Maßnahmen könnten aktuell bis 85 Prozent bezuschusst werden, teilweise sogar bis 90 Prozent. Der verbleibende Rest sei von den Teilnehmern zu tragen. Eine grobe Schätzung liege bei 1000 bis 1600 Euro/Hektar. Dabei seinen Hand- und Spanndienste statt Geldleistungen möglich.

Falsche Begründungen

Das Versagen der Mitwirkungsbereitschaft dokumentierte sich bisher in einer Liste von Gegnern, wobei etliche keine eigene Information hatten. Es wurden Gründe genannt, die sich als falsch erwiesen: Es gibt keine Enteignung im ortsnahen Bereich, keine 4000 Euro pro Hektar Eigenleistung, keine Beiträge für Abzugsflächen, keine sieben Prozent Abzugsflächen, kein Verbot von Verfügbarkeit während des Verfahrens.

Baudirektor Schneider gab zwischendurch immer wieder sachlich Antwort auf Fragen, die überwiegend von einer Handvoll Gegnern - teils sehr emotional - artikuliert wurden. Abschließend betonte er: "Wir stehen zu dem Angebot, den tatsächlichen Bedarf an einer Flurneuordnung in einer unverbindlichen Flurwerkstatt gemeinsam zu besprechen, wenn Sie es deutlich mehrheitlich wünschen".

Keine Abstimmung

Bürgermeister Maximilian Beer stellte dann in einer intensiven hitzigen Debatte anhand einer Flurkarte heraus, dass ein Großteil der Grundstücke nicht erschlossen ist und nur mit Duldung des Besitzers genutzt werden könnten. "Dies hat bisher geklappt, doch gibt es keine Garantie, kein Gewohnheitsrecht", stellte Beer heraus. Nur durch einen öffentlichen Weg im Zuge des Verfahrens sei eine Sicherheit zu erreichen, dann habe man ein Recht auf einen Weg.

Bei einer Reihe von Wortmeldungen - die von Gegnern teilweise lautstark vorgetragen wurden, gaben Beer und Schneider sachlich Antworten. Eine Wortmeldung aus der schweigsamen Mehrheit forderte zur Einberufung einer Flurwerkstatt auf, wurde aber zu wenig gewürdigt.

Abschließend rief Bürgermeister Beer dazu auf, trotz aller Meinungsverschiedenheiten fair miteinander umzugehen. Eine finale Abstimmung unterblieb. Alle Infos und Flurkarten sind auf der Homepage der Marktgemeinde einsehbar. Bürgermeister Beer möchte nun die Rückmeldungen der Befürworter und Gegner abwarten.

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