10.03.2019 - 11:00 Uhr
Zessau bei TrabitzOberpfalz

Bei Schützen fürs Leben lernen

Die Schützen wollen ihrer Jugend etwas bieten. Deshalb haben sie sich etwas Neues einfallen lassen.

Erfreut über die Entwicklung der Nachwuchsförderung in den Schützenvereinen des Oberpfälzer Nordgaus zeigten sich Vizelandrat Albert Nickl, Bezirksschützenmeister Harald Frischholz, Gauschützenmeister Wolfgang Weiß und dritter Bürgermeister von Trabitz Albert Lober (Erster, Zweiter, Dreizehnter und Zehnter von rechts). Gaujugendleiter Sebastian Ludwig übergab die Jugendpokale an Thomas Dittrich und Maximilian Koos (Siebter bis Neunter von links). Gaujugendkassierin ist nun Regina Kick (Vierte von rechts).
von Bernhard PiegsaProfil

"Unsere Schützenjugend ist sehr gut aufgestellt.": Beeindruckt von der Entwicklung der Nachwuchsgruppen im Oberpfälzer Nordgau des Bayerischen Sportschützenbundes war Gauschützenmeister Wolfgang Weiß beim Gaujugendtag im Zessauer Gemeinschaftshaus. Auch Vizelandrat Albert Nickl äußerte sich erfreut: "Das Sportschießen als Präzisionssportart schult Befähigungen wie Genauigkeit, Disziplin oder Pünktlichkeit, die für das Leben Nutzen bringen."

Doch nicht nur deshalb hoffe er, dass es den 37 Vereinen im Schützengaugebiet, das den westlichen und mittleren Kreis Neustadt, die Stadt Weiden und den Markt Wernberg-Köblitz umfasst, auch künftig nicht an Nachwuchs fehlen werde: "Gerade in den ländlichen Gemeinden leisten die Schützengesellschaften einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben und zur Traditionspflege."

Damit sie dies auch weiterhin können, soll ein neues Angebot die Attraktivität der Vereine erhöhen: Als Sportart für Jugendliche, die noch nicht alt genug für den Umgang mit Luftdruckwaffen seien, solle im Nordgau das Blasrohrschießen eingeführt werden, kündigte zweite Gaujugendleiterin Katharina Glaser an. Beim Kadertraining, das vom 12. bis 14. April im Altendorfer Ettenreichhaus und im Zessauer Gemeinschaftshaus stattfinde, stehe erstmals ein Training am Blasrohr auf dem Programm. Bezirksschützenmeister Harald Frischholz und Gauschützenmeister Wolfgang Weiß begrüßten diesen von der Gausportleitung mitgetragenen Entschluss. "Beim Blasrohrschießen gibt es keine Altersbegrenzung", merkte Weiß an. Vielleicht könne sogar eine Blasrohr-Gaujugendliga eingerichtet werden. Gaujugendleiter Sebastian Ludwig ergänzte, dass die Vereine bei der Gaugeschäftsstelle in Weiden Blasrohre zum Ausprobieren entleihen könnten. Zudem sei für Anfang Juni ein Blasrohr-Schnupperschießen in Mitterhöll geplant. Sehen lassen konnten sich die Resultate, die Sebastian Ludwig und Gaujugendsportleiterin Kerstin Tusch zusammenfassten. So habe die Nordgau-Auswahl beim Oberpfalzpokal den dritten Platz erkämpft, im oberpfälzischen Bezirks-Ranglistenturnierfinale habe Konstantin Sailer aus Flossenbürg einen ersten Platz belegt.

In der Gaujugendliga habe sich das Team der Burgschützen Flossenbürg vor der Schützengesellschaft (SG) Hubertus Kaltenbrunn und der SG Eichenlaub Zessau-Weihersberg den Meistertitel gesichert. Im Sektionsvergleich habe die Sektion Ost (Raum Weiherhammer/Wernberg-Köblitz/Floß/Flossenbürg) mit 1036 Ringen knapp über die Sektion West ("VierStädtedreieck"-Raum und Kaltenbrunn, 1024 Ringe) gesiegt, der dritte Platz sei an die Sektion Mitte (Weiden, 714 Ringe) gegangen. Aus dem Finale seien Luca Preisinger von den Burgschützen Flossenbürg in der Schülerklasse, sein Vereinskollege Maximilian Sailer aus Flossenbürg in der Juniorenklasse und Silvia Neukam von der SG Tannenzweig Preißach in der Jugendklasse als Sieger hervorgegangen.

Die Gaujugendpokale übergaben Sebastian Ludwig und Katharina Glaser an Thomas Dittrich (SG Freiheit Neunkirchen bei Weiden, Luftgewehr) und Maximilian Koos (SG Hubertus Schirmitz, Luftpistole). Für besondere Verdienste empfingen der Jugendleiter der SG 1834 Floß Dominik Kraus die kleine Verdienstnadel und Bezirksschützenmeister Harald Frischholz die große silberne Ehrennadel des Schützengaues. Kommissarische Nachfolgerin des zurückgetretenen Gaujugendkassiers Martin Lukas ist Regina Kick.

Bezirksschützenmeister Harald Frischholz erklärte beim Gaujugendtag die Blasrohre, die im Oberpfälzer Nordgau künftig als Sportgeräte für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stehen sollen.
Info:

Elf Teams in Gaujugendliga

Elf Teams aus dem Oberpfälzer Nordgau des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) haben sich zur Gaujugendliga 2019/20 angemeldet – „fast doppelt so viele wie im Vorjahr“, freute sich Gaujugendsportleiterin Kerstin Tusch beim Gaujugendtag in Zessau. Per Auslosung wurden die Mannschaften wie folgt auf drei Gruppen verteilt:

Gruppe A: Floß, Flossenbürg, Weiherhammer 1, Preißach 2.

Gruppe B: Zessau-Weihersberg, Meerbodenreuth, Preißach 1, Kaltenbrunn 1.

Gruppe C: Schirmitz, Weiherhammer 2, Kaltenbrunn 2.

Ferner wiesen der Gaujugendvorstand sowie Gauschützenmeister Wolfgang Weiß auf einige Termine hin. Das Ranglistenturnier des Bezirks wird von März bis Juli und das Sektionsvergleichsschießen voraussichtlich Ende September ausgetragen, am 6. Oktober folgt der Oberpfalzpokal. Der Bezirksjugendtag findet am 17. März in Velburg statt, Vereinsanmeldungen zur Bezirksrunde des Schülerwettstreits „Shooty Cup“ am 28. April sind bis 30. März möglich. Ziel des Gaujugendausflugs im September wird Nürnberg sein, am 21. September steigt der Gauball im Evangelischen Vereinshaus Weiden. Den Bezirksjugendtag 2020 wird der Nordgau organisieren. (bjp)

Info:

Plädoyer für Wurstkette

Die Wurst- und Semmelketten für die „Vize-Schützenkönige“ sind Bezirksschützenmeister Harald Frischholz nicht wurst: „Unser Landesschützenmeister Wolfgang Kink zählt sie nicht zum traditionellen Schützenbrauchtum, aber ich sehe das anders.“ Diese Form der Auszeichnung sei seit der Nachkriegszeit „in den Vereinen gewachsen“: „In der damaligen Zeit des Mangels war man für die Wurstketten dankbar, und später hat man das beibehalten, so dass es Teil des überlieferten Brauchtums geworden ist.“

Ursprünglich, so Frischholz beim Gaujugendtag des Oberpfälzer Nordgaus im BSSB, seien die Wurst- und Semmelketten ein „Alleinstellungsmerkmal des oberpfälzischen Schützenwesens“ gewesen, das inzwischen aber auch in Schwaben und Unterfranken „Traditionswert“ erlangt habe. „Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen, und gewiss wird es noch manche Diskussion mit dem Landesschützenmeister geben“, zeigte sich der Bezirksschützenmeister entschlossen. Bedauerlicherweise sei kein Verein aus dem Nordgau für den erstmals ausgelobten Jugendförderpreis des Schützenbezirks berücksichtigt worden: „Tannenzweig Preißach hat sich beworben, kam aber nicht zum Zuge.“ (bjp)

Gauschützenmeister Wolfgang Weiß.
Gausportleiterin Kerstin Tusch.
Gaujugendleiter Sebastian Ludwig.
Stellvertretender Landrat Albert Nickl.
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