Gerstenfeld in Flammen

Beim Dreschen der Wintergerste gerät am Montag ein fünf Hektar großes Feld in Brand. Etwa die Hälfte der Ackerfläche brennt dabei ab.

von Elisabeth DobmayerProfil

(dob) Die dichte Rauchsäule war bis nach Weiden und Vohenstrauß zu sehen. Das kleine Dorf Zeßmannsrieth war am Montagnachmittag in heller Aufregung. Die Flammen eines brennenden Ackers am Dorfeingang kamen bedrohlich in die Nähe des angrenzenden ersten Hauses am Ortseingang.

Zu diesem Zeitpunkt war ein Lohndruschunternehmen aus Albersrieth gerade damit beschäftigt, auf dem Getreidefeld die Wintergerste abzuernten. Vermutlich reichte ein kleiner Funkenflug, um das Feuer zu entzünden, das sich in rasender Geschwindigkeit durch das fünf Hektar große Gerstenfeld fraß. Durch das beherzte Eingreifen zweier Landwirte, die sofort mit großen Güllefässern das Wasser herankarrten, konnte das Feuer doch relativ schnell gezähmt werden.

Der Unternehmer brachte seinen Claas-Mähdrescher und die Fahrzeuge auf einem benachbarten Parkplatz, direkt an der Staatsstraße 2166 zwischen Vohenstrauß und Weiden in Sicherheit. Die Feuerwehren aus Waldau, Waldthurn und Vohenstrauß legten von einer Zisterne vom Kinderspielplatz in der Ortsmitte eine rund 300 Meter lange B-Schlauchleitung zum Feld. Währenddessen fuhren die Landwirte Georg Völkl und Paul Bodensteiner schon mit ihren Güllefässern mehrmals um das Flammeninferno, das laut knisternd weiter flackerte und eine unbändige Hitze ausstrahlte. Zudem haben auch die Feuerwehrleute mit den Tanklöschern Wasser angefahren.

In Bereitschaft standen ebenso die Wehrleute aus Muglhof und Altenstadt. Unternehmer Stefan Weig hält in diesem Jahr die Lage beim Dreschen für äußerst dramatisch. Die langanhaltende Trockenheit berge eine explosive Brandgefahr. Er gibt zu bedenken, dass selbst das Getreidekorn heuer nur eine Feuchte von neun Prozent aufweist. Das zeigt sich auch im Ertrag, der in diesem Jahr oftmals weniger als die Hälfte der normalen Ausbeute beträgt. Weil die Strohhalme so kurz seien, müsse der Mähtisch des Mähdreschers entsprechend tief eingestellt werden. „Da reicht schon ein kleiner Stein für einen Funkenflug“, begründet Weig.

Insgesamt brannte gut die Hälfte des Ackers ab. Der Schaden beläuft sich laut der Polizeibeamten aus Vohenstrauß auf über 1000 Euro. Das BRK war ebenfalls an der Einsatzstelle. Der angrenzende Eigenheimbesitzer, der nur durch eine Baumgruppe vom Acker entfernt ist, war an der Arbeitsstelle von seiner aufgeregten Tochter informiert worden und kehrte unverzüglich heim. Kreisbrandinspektor Martin Weig erkannte die Gefahr und ließ die Waldthurner Wehrleute in diesem Bereich sofort eine schützende Wassersperre errichten. Der Besitzer der Ackerfläche drehte nach dem Löschen des Feuers sofort mehrere Runden mit dem Tiefengrubber auf dem Feld, um die letzten Glutnester zu ersticken.

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