10.09.2017 - 16:06 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Dem Jäger auf der Spur

Nun sind die Sommerferien auch schon wieder vorbei und die Kinder hatten viele Möglichkeiten, sich die Tage beim Ferienprogramm der Stadt zu verkürzen. Traditionell findet die letzte Veranstaltung in freier Natur statt. Der "Gustl" ist dabei gleich sechsmal richtig nass geworden.

Kreisvorsitzender Alexander Flierl (rechts) begrüßte viele Kinder mit ihren Eltern in der "Rottendorfer Jagd". Bilder: frd (2)
von Christof FröhlichProfil

Oberviechtach/Rottendorf. Die Veranstaltung des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) Kreisgruppe Oberviechtach ist jedes Jahr ein Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss des Ferienprogramms. Auch heuer wartete wieder ein lehrreiches Programm mit viel Abwechslung.

Heger und Pfleger

Die Jagdhornbläser - und kurz darauf BJV-Kreisgruppenvorsitzender Alexander Flierl - begrüßten eine große Anzahl von Kindern in der Rottendorfer Jagd. Viele waren mit ihren Eltern auf das abgeerntete Feld gekommen, wo sie auf sechs Stationen zum Motto "Dem Jäger auf der Spur" einen Einblick in die Arbeit der Waidmänner bekamen. Den Kindern ist dabei klar geworden, dass die Jäger in erster Linie "Heger und Pfleger" des Wildes sind und sie mit ihrem Jagdgewehren meist nur regulierend in die Natur eingreifen. Dies geschieht in großem Maße mit der Jagd auf Wildschweine oder Füchse.

Für die Rottendorfer Jagd hat diese Aufgabe Jagdpächter Josef Dirnberger zusammen mit seinen drei Söhnen übernommen. Die Station "Wildacker" war das beste Beispiel dafür, was Hege und Pflege des Wildes bedeutet. Mit diesem Zwischenfruchtanbau auf bereits abgeernteten und schon wieder umgeackerten kleinen Ackerflächen wird mit ausgesuchten und "winterfesten" Saat-Mischungen dafür gesorgt, dass das Wild im Winter auf dem Feld gehalten wird und dort eine gute Äsung bekommt. Außerdem wird durch diesen Anbau der Boden verbessert. Diese kleinen Ackerflächen, die in der Winterzeit ungenutzt wären, bieten auch vielen Wildtieren Schutz und Deckung.

"Gustl" im kühlen Nass

Auf einer weiteren Station durften die Kinder eine überdachte Wild-Krippe zimmern, was natürlich vermehrter Aufsicht bedurfte. Wie hilfreich der Jagdhund für den Jäger ist, lernten die Mädchen und Buben auf einer weiteren Station. Sogar Dackel sind als Jagdhunde gut einsetzbar, da sie die Füchse aus ihrem Bau treiben können. Werden größere Tiere gejagt, dient der Hund dazu, das Wild "aufzustöbern" oder den Jäger zum bereits angeschossenen Wild zu führen. Wie gut der Jagdhund "Gustl" das kann, zeigte er den Kindern, indem er eine angeschossene Ente (Attrappe) immer wieder aus dem Wasser herausholen musste. Dabei wurde er zwar immer wieder nass, doch das bereitete ihm sichtlich Freude.

Auf welch vielfältige Weise das Wild zubereitet werden kann, sahen die Kinder auf einer weiteren Station. Sie durften das Fleisch aus einer Rehkeule selbst herausschneiden, würzen, grillen und dann natürlich auch essen. Sogar Käsewürstchen, Leberkäse, Leberknödel und viele anderen Speisen können auch aus Reh- und Wildschweinfleisch zubereitet werden. Auf einer weiteren Station lernten die Teilnehmer die unterschiedlichsten Wildtiere und ihren Nutzen kennen. Oft werden aus diesen kleinen Jägern, die in Wald und Flur leben, selber Gejagte, da ihre Feinde die größere Tiere sind.

Gutschein einlösen

Interessant war auch die Station "Wald", bei der die Kinder die Baumsorten oder die Zugehörigkeit von Blättern und das Alter der Bäume raten durften. Am Ende der "Ausbildung" ging es dann ins Rottendorfer Feuerwehrhaus, wo sich die Kinder mit einer Brotzeit stärken konnten und sogar noch Gutscheine für Überraschungsgeschenke erhielten. Diese können sie auf dem Michaelimarkt am 24. September am Stand der BJV-Kreisgruppe Oberviechtach einlösen.

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