03.05.2018 - 18:16 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Nach dem Diebstahl in Niedersachsen: Austausch der Abituraufgaben in der Region ohne Probleme Gute Noten für den Mathe-Notfallplan

München/Oberviechtach. (jut/we) Das Mathe-Abi dürfte schwerer zu lösen gewesen sein. Kultusministerium und Gymnasien hatten hingegen keine Probleme mit dem Austausch eines Aufgabenteils der Abiturprüfungen im Fach Mathematik. Das teilte das bayerische Kultusministerium auf Nachfrage mit.

Die Schüler des Ortenburg-Gymnasiums am Mittwoch im Abi-Stress. Die Austausch der Aufgaben ging reibungslos über die Bühne. Bild: lg
von Julian Trager Kontakt Profil

Die stellvertretende Pressesprecherin, Elena Schedlbauer, sagte: "Wie uns bekannt ist, haben alle Prüfungen normal um 9 Uhr begonnen." Dafür gesorgt hätten "abgestimmte Notfallmaßnahmen", nach denen verfahren wurde. Wie genau diese Maßnahmen aussehen, sagte sie nicht. Das sei geheim und diene der "Sicherung der Prüfungsgerechtigkeit". Da in ganz Bayern das gleiche Abitur geschrieben wird, seien alle Gymnasien im Freistaat betroffen gewesen. Wie die Pressesprecherin bestätigte, habe es für einen Aufgabenteil Ersatzaufgaben gegeben.

Nach einem Einbruch in ein Gymnasium im niedersächsischen Goslar musste ein Teil der ursprünglich vorgesehenen Aufgaben ausgetauscht werden (wir berichteten). Weil sich die Länder bei den schriftlichen Abiturprüfungen teilweise aus einem gemeinsamen Aufgabenpool bedienen, waren auch andere Bundesländer - darunter Bayern - betroffen. Die abgestimmten Prüfungen sollen zu einer besseren Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse in Deutschland beitragen.

Lob für Notfallplan

Für Ludwig Pfeiffer, Schulleiter am Ortenburg-Gymnasium in Oberviechtach, begann sein Arbeitstag am Mittwoch deswegen etwas früher als sonst. Noch vor 4.30 Uhr sei er in der Schule gewesen - bereits am Dienstag wusste er, dass ihn Mittwochfrüh etwas erwartet. "Das ist nicht normal, aber es ist ja die Aufgabe eines Schulleiters, das zu managen." Der Einsatz hat sich gelohnt: "Um 7.15 Uhr hätte die Prüfung beginnen können." Pfeiffer lobt das Ministerium, der Notfallplan sei gut eingehalten worden. Sowohl Kultusministerium als auch Schule hätten die Situation gut gehandhabt. "Die neuen Aufgaben sind rechtzeitig bereitgestellt worden. Die Kollegen haben sie frühzeitig durchrechnen können." Es habe keine Probleme gegeben. Trotzdem sei es aufregend gewesen, aber eben nicht unlösbar.

Die Prüflinge am Oberviechtacher Gymnasium haben davon nicht viel mitbekommen. Dass es neue Aufgaben gab, aber schon. Statt - wie üblich - eines kleinen DIN-A5-Gehefts hatte Pfeiffer den Aufgabenteil A auf losen DIN-A4-Blätter ausgeteilt. "Das war aber weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Schüler."

"So ein Vorfall ist natürlich immer schlecht für die Schüler, die psychisch an so einem Tag ohnehin unter großem Stress stehen", kommentiert die Bezirksvorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Ursula Schroll, am Donnerstag: "So etwas aber passiert immer wieder und wirft natürlich ein schlechtes Licht auf das Prozedere."

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