15.02.2018 - 20:00 Uhr
Pfreimd

Das Hahnenkreuz am Ortseingang soll umgestaltet werden Streit um gefällte Bäume

Das Hahnenkreuz am Ortseingang von Pfreimd hat Geschichte: Es erinnert an die Freundschaft zwischen Nabburg und Pfreimd und war bis vor kurzem gesäumt von zwei Kastanienbäumen. Sie waren von den damaligen Bürgermeistern Rudi Scharf und Werner Bernklau gepflanzt worden. Vor Weihnachten wurden sie von der Stadt gefällt, da das Flurdenkmal aufgewertet und versetzt werden soll.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Die Vorgehensweise entrüstete Georg Birner, den Ehrenvorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins. Er wandte sich in einem Brief an Bürgermeister Richard Tischler und bezeichnete die Aktion als "Baumfrevel". Es sei allgemein bekannt, dass es sich um die 1988 von den Nachbarbürgermeistern gepflanzten Gedächtnisbäume gehandelt habe. "Sie sollten an die Sage, die sich um das Hahnenkreuz rankt und das zehnjährige Jubiläum der durch den OGV ins Leben gerufenen Aktion Baumscheck erinnern". Birner wertet die "Nacht- und Nebelaktion" als "Herabwürdigung der Baumpaten".

In der letzten Stadtratssitzung thematisierte Manfred Bruckner (ÖDP) die Fällaktion. Mit Blick auf den geschichtlichen Hintergrund hinterfragte er den Beschluss des Bauausschusses und hätte sich bei der Entscheidung mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Eventuell sollte über eine Baumschutzverordnung im öffentlichen Bereich nachgedacht werden. Mirko Hägler (CSU) ärgerte, dass die Kompetenz des Bauausschusses in Frage gestellt werde. Es habe im Gremium eine Vorstellung der neuen Konzeption für das sanierungsbedürftige Hahnenkreuz gegeben. Das Flurdenkmal soll auf öffentlichen Grund versetzt werden. Und im Zuge dieser Maßnahme würden zwei neue Bäume gepflanzt. Manfred Bruckner betonte, dass es sich im vorliegenden Fall nicht um "irgendwelche Bäume" gehandelt habe. Statt zu entscheiden, hätte der Ausschuss eine Empfehlung an den Stadtrat geben sollen. Günther Strehl (SPD) forderte ein Ende der Debatte: Der Bauausschuss müsse das Privileg zur eigenen Entscheidung haben. Eduard Dippl (FW) sah ein Kommunikationsproblem, weil den Bürgern nicht das Warum der Fällaktion erläutert worden sei.

Bürgermeister Richard Tischler unterstrich auf Nachfrage von Oberpfalzmedien, dass es ein neues Konzept gibt, um das Hahnenkreuz aufzuwerten und besser zur Geltung zu bringen. Zugleich werde es auf öffentlichen Grund versetzt und von zwei neu zu pflanzenden Kastanien eingerahmt. Das sei Beschlusslage. Es soll eine Einweihungsfeier mit den jetzigen Bürgermeistern geben, um die Tradition weiter leben lassen. Die beiden Bäume seien dann in der vegetationslosen Zeit entfernt worden.

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