29.11.2017 - 20:00 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Gemeinderat Pullenreuth berät über Kanalsanierung Geld muss fließen

Ein Bach, der Kanal und die Wasserleitungen machen dem Gemeinderat Sorgen. Bürgermeister Hubert Kraus ist klar, dass hier viel Arbeit ansteht und Geld eine große Rolle spielt.

von Autor TWGProfil

Aufgrund der starken Regenfälle des Vortages, unterrichtete Bürgermeister Hubert Kraus seine Gemeinderäte vorab über ein Problem in Trevesen. Im Viertel von vom Anwesen Bockisch bis zum Steinmetz Heinl, verläuft ein verrohrter Bach, der das Wasser aber nicht mehr fördert und somit sowohl die Gemeinde-, als auch die Staatsstraße überschwemmt.

Dieser Bach war bereits im Frühjahr verstopft, wurde gereinigt, aber nun besteht das Problem erneut. Hier müsse eine Lösung gefunden werden, erklärte Kraus. Da Harald Götz vom gleichnamigen Ingenieurbüro vor Ort war, erläuterte er die aktuelle Situation in Trevesen. Durch eine Video-Sichtung in besagten Rohren war zu erkennen, dass diese an bestimmten Stellen zusammengebrochen sind. Reinigungsmaßnahmen seien zu diesem Zeitpunkt zu gefährlich, da zurzeit extreme Wassermassen durch den Kanal befördert werden.

Er gab auch eine Schätzung ab, was eine neue Verrohrung im Verlauf der Straße kosten würde. Etwa 500 000 bis 600 000 Euro kämen hier auf die Gemeinde zu. Bürgermeister Kraus hat bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt Kontakt aufgenommen. Das würde nur einen offenen Bachlauf fördern, zudem wäre dieser auch günstiger. Die Räte diskutierten verschiedene Möglichkeiten, wollen aber erst einmal die Videoaufnahmen begutachten um weitere Schritte, wie eine eventuelle Reparatur, vorzunehmen. Auch eine Umleitung des Baches entlang der Straße käme in Betracht.

Beim ersten Punkt der Tagesordnung erläuterte Götz den Gemeinderäten den Lageplan und die Kostenschätzung für die Kanalbau- und Wasserleitungsarbeiten in der Mengersreuther Straße. Hier war bereits 2014, als auch 2016, der Kanal mit einer Videokamera befahren worden. Der westliche Teil des Vorhabens befinde sich in der Schadensklasse vier, hier bestehe langfristiger Handlungsbedarf. Der östliche Teil gehört zur Schadensklasse zwei, es bestehe kurzfristiger Handlungsbedarf. Götz zeigte in der Sitzung Fotos vom Mischwasserkanal im Gebiet "Am Roten Berg" bis hin zur "Schmiedegasse" und informierte über dortige Schäden.

Die Kostenschätzung für die Kanalbauarbeiten belaufen sich auf 520 670,70 Euro brutto. Hierzu sind Ingenieurkosten in Höhe von 53 000 Euro zu erwarten. Die Umlegung der Gesamtkosten in Höhe von 573 670,70 Euro auf die Abwassergebühr, wird bei einer Nutzungsdauer von 70 Jahren und einem kalkulatorischen Zinssatz von 3,8 Prozent, bei einem durchschnittlichen Abwasseranfall von 45 500 Kubikmetern, eine Gebührenerhöhung von 0,42 Euro pro Kubikmeter ergeben. Die Belastung bei einer Umlegung auf die Haushalte, ergäbe bei einem Ansatz von 35 Kubikmeter pro Person in einem Jahr Mehrkosten in Höhe von 29,40 Euro pro Jahr (bei einem Zweipersonenhaushalt), auf 70 Jahre gerechnet, 2 058 Euro. Bei einem Vierpersonenhaushalt kämen 58,80 Euro pro Jahr auf die Besitzer zu, gerechnet auf die Nutzungsdauer wären das 4116 Euro.

Die Kostenschätzung für die Wasserleitungsarbeiten belaufen sich auf 223 424,64 Euro brutto. Hierzu sind Ingenieurkosten in Höhe von 30 500 Euro brutto zu erwarten. Die Umlegung der Gesamtnettokosten in Höhe von 213 382,05 Euro auf die Wassergebühr ergibt bei einer Nutzungsdauer von 50 Jahren und einem kalkulatorischem Zinssatz von 3,8 Prozent, bei einem durchschnittlichem Wasseranfall von 80 000 Kubikmeter, eine Gebührenerhöhung von 0,10 Euro pro Kubikmeter. Die Belastung an Mehrkosten würde bei einer Feststellung der Wassergebühr von 35 Kubikmeter pro Person in einem Jahr, sieben Euro jährlich für einen Zweipersonenhaushalt und 14 Euro jährlich für einen Vierpersonenhaushalt betragen.

Bisher wurden im Haushalt der Gemeinde Gesamtkosten in Höhe von 333 500 Euro erwartet. Die Mehrkosten für die Kanalerneuerung von circa 240 000 Euro müssen im Haushalt 2018 noch berücksichtigt werden. Für die Erneuerung der Wasserleitung im Umfeld des Kindergartens in Pullenreuth, wurde von Gesamtkosten in Höhe von 136 000 Euro ausgegangen, die Steigerung der Kosten um etwa 78 000 Euro muss ebenfalls im Haushalt 2018 ergänzt werden.

Nach eingehender Beratung kamen die Räte zum einstimmigen Beschluss, die Vorplanung von Götz vollinhaltlich anzuerkennen. Der westliche Bereich von der Ortsstraße "Am Roten Berg" bis zur Einmündung der "Dorfstraße" wird punktuell erneuert. Im östlichen Teil des Gebiets wird ein neuer Kanal gebaut. Die Wasserleitung wird neu verlegt.

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