18.04.2018 - 20:00 Uhr
SchönseeOberpfalz

Balduin Schönberger appelliert, Lebensbereiche für bedrohte Tiere zu schaffen So geht Natur- und Artenschutz in der Flur

Schönsee/Oberviechtach. Bei der Hegeschau des Bayerischen Jagdverbandes, Kreisgruppe Oberviechtach (wir berichteten) referierte Balduin Schönberger, Wildlebensraumberater der Oberpfalz. Mit viel Leidenschaft zeigte er eine Reihe von Möglichkeiten auf, neuen Lebensraum für aussterbende Tierarten zu schaffen. Dies wäre oft nicht einmal mit viel Arbeit verbunden, sondern in einigen Bereichen müsse nur zu dem zurückgegangen werden, wie es unsere Vorfahren vorgemacht haben.

BJV-Kreisgruppenvorsitzender Alexander Flierl (links) dankte dem Wildraumlebensberater für die Oberpfalz, Balduin Schönberger, für den für Jäger und Landwirte sehr aufschlussreichen Vortrag. Bild: frd
von Christof FröhlichProfil

Vor drei Jahren, so führte Balduin Schönberger aus, habe der damalige Landwirtschaftsminister Brunner, das Amt des Wildlebensraumberaters geschaffen. Denn seit einiger Zeit wäre es offensichtlich geworden, dass viele auch für das Leben der Menschen wichtige Tierarten vom Aussterben bedroht sind. Er nannte beispielsweise Insekten, Bienen, Feldhasen, Rebhuhn, Fasan, Ameisen und verschiedenen Vogelarten.

Begonnen hat das "Unheil" im Prinzip mit der Flurbereinigung, der viele Sträucher, Randstreifen und natürliche Biotope zum Opfer gefallen sind. Weiter ging es mit dem schnellen Strukturwandel in der Landwirtschaft, vom kleinbäuerlichen Betrieb zu einem industriellen Wirtschaftszweig. "Dazu sollte man wissen, welche Sorgen den Landwirt bewegen und welcher Termin- und Kostendruck ihn belasten und welch vielfältige Förderauflagen er zu beachten hat", so der Referent. Aber es gibt auch Bereiche, in denen es dem Landwirt leicht fallen kann, durch Handeln oder Unterlassen, Lebensbereiche für Hase, Rebhuhn, Insekten oder Feldlerche zu schaffen. Der Landwirt sollte dabei bewusst in Kauf nehmen, dass diese Bereiche dann ein wenig "gschlampert" aussehen. Aber um die Meinung der Mitbürger sollte er sich deswegen keine Gedanken machen.

Neue und für diese aussterbenden Tierarten so notwendige Lebensräume, können durch Belassen von Rand und Grasstreifen oder Brachen in Verbindung mit dem Verzicht auf das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln geschaffen werden. Dies dient oft gleichzeitig dem Natur- und Wasserschutz und wird zudem noch gut mit Fördermitteln bedacht.

Möglichkeiten des Artenschutzes können auch durch das Belassen von dichtgewachsenen und dem Niederwild Schutz gewährenden Feldrainen und Sträuchern, nicht entferntem Totholz und nicht "klinisch sauber" gepflegten Uferrändern, dem Zwischenfruchtanbau oder dem Belassen von Brachflächen geschaffen werden. Hier sollten die Jäger auf den Landwirt zugehen und ihn auf die vielen und manchmal nicht einmal schlecht geförderten Möglichkeiten aufmerksam machen. Dazu sei, so appellierte der Wildlebensraumberater an die Anwesenden der Hegeschau, die gute Zusammenarbeit der Landwirte, der Jäger, der Jagdgenossen mit den Naturschutzbehörden, dem Bauernverband und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in vielen Bereichen erforderlich. Um seine Aussagen zu bekräftigen, zeigte Balduin Schönberger - selbst Landwirt und Waidmann - einige Projekte auf, wie Natur- und Artenschutz geht. Und wie leicht es für jeden Grundstückbesitzer oft ist, seinen Teil zum Natur- und Artenschutz beizutragen.

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