07.03.2018 - 20:00 Uhr
Speichersdorf

Haidenaaber und Göppmannsbühler sprechen mögliche Probleme bei Neubau der Jugendstätte ... Unruhe durch zu viele Betten

Viel hören die Haidenaaber und Göppmannsbühler in der Informationsveranstaltung zum Neubau der Jugendstätte in Haidenaab. Dennoch wollen sie von Stephan Brückner vom Bauamt des Landratsamtes Bayreuth und vom Vorsitzenden des Kreisjugendrings, Christian Porsch, noch so einiges wissen.

von Autor HAIProfil

Haidenaab-Göppmannsbühl. Bei der Infoveranstaltung im Gasthaus Scherm gab es Informationen aus erster Hand (wir berichteten). Christian Porsch, Vorsitzender des Kreisjugendrings (KJR), und Stephan Brückner vom Bauamt des Landratsamtes standen Rede und Antwort. Als Ansprechpartner mitgekommen waren auch KJR-Vorstandsmitglied Stefani Reinl und -Geschäftsführer Rainer Nürnberger.

Markus Haberkorn erkundigte sich nach dem Farbkonzept der Außenfassaden. Brückner teilte hier nicht die Auffassung des Bayerischen Jugendrings, dass sich Jugendstätten auf dem Land eher im Stil von Scheunen gestaltet sollten. Es gelte auch, die Nähe des Baudenkmals Kirche zu berücksichtigen. Die Jugendstätte Haidenaab werde deshalb eine rote Dacheindeckung, das Obergeschoss eine Holzverschalung und das Erdgeschoss einen weiß Putz erhalten.

Ob die Vorstellungen der jugendlichen Gruppen ins Raumkonzept eingeflossen sind, interessierte Stefan Reichl. Dies sei mit Stammkunden und in Vollversammlungen mit den Verbänden und Vereinen diskutiert worden, berichtete Porsch. Hier seien den Planern in gewisser Weise die Hände gebunden. So werde von München diktiert, dass in einem Geschoss die Schlafräume angesiedelt sein müssen. Reichl bemängelte aber auch, dass der frühere Charakter eines Jugendheims zugunsten eines Quasi-Hotels mit Zwei-Bett-Zimmern preisgegeben worden sei. "Zu unserer Zeit war ein Acht-Bett-Zimmer und ein Gemeinschaftswaschraum ein Gemeinschaftserlebnis pur", sagte er. In der Diskussion war man sich aber schnell einig, dass der veränderten jugendlichen Denkweise Rechnung zu tragen ist. "Die Jugendlichen sind nicht mehr wie die, die wir waren", meinte Brückner. Selbst die Bundeswehr gehe mit der Zeit mit maximal Vier-Bett-Zimmer. Acht Kinder in einem Zimmer sei heutzutage völlig unrealistisch.

Jugendliche seien das nicht mehr gewöhnt, ergänzte Nürnberger. Teilweise funktionierten selbst Vier-Bett-Zimmer nicht mehr, weil immer ein Quertreiber dabei sei. Wenn Cliquen anreisten, gebe es kein Theater, aber bei offenen Ausschreibungen wie die des Kreisjugendrings, kämen diejenigen, die sich anmelden, aus dem ganzen Landkreis und würden sich untereinander kaum kennen. Auch stehe die Jugendstätte Haidenaab im Wettbewerb mit anderen Einrichtungen, erklärte Porsch, und müsse sich für eine entsprechende Belegung der Herausforderung stellen.

Markus Popp kritisierte die Lärmbelästigungen etwa bei Beerdigungen, an Allerheiligen und beim Volkstrauertag. "Während andere Menschen am Grab stehen, sollte das Halligalli im Jugendheim vermeiden werden." Der KJR-Chef sagte zu, die Jugendbetreuer noch mehr zu sensibilisieren und bereits bei der Buchung auf die Rücksichtnahme von kirchlichen Feste hinzuweisen. Ein Feiertagsplan soll das Anliegen unterstützen.

Bernhard Krannich sprach die Parkplatzproblematik im Umfeld an. Zu Gottesdiensten, an Feiertagen und bei Beerdigungen gebe es erhebliche Engpässe. Porsch verwies auf Überlegungen, neue Parkplätze zu schaffen und dadurch die Situation zu entschärfen. Auch wegen der Baustelle würden keine Parkplätze wegfallen, betonte Brückner. Materialcontainer und Baustelleneinrichtungen werden auf dem Zeltplatz errichtet, der hierfür Platz biete. Zudem ist laut Porsch täglich ein Bauleiter des Landratsamts als Ansprechpartner bei Problemen vor Ort.

In diesem Zusammenhang schlug Heribert Veigl vor, auch künftig einen Teil des Zeltplatzes für Parkplätze zu nutzen. Brückner bestätigte, dass angedacht sei, die Baustellenbefestigungen auf dem vorderen Teil des Areals für bis zu zehn neue Stellplätze zu nutzen. Helmut Flögel sprach die begrenzten Möglichkeiten von Zufahrtswegen für die Beseitigung des Abbruchs an. Erfolge der Abtransport über die schmale Nordtrasse, sei der Weg am Ende kaputt. So bleibe eine Entsorgung nur über die kurvenlastige, für den Gegenverkehr problematische Straße an der Gaststätte Scherm vorbei Richtung Dorfmitte von Haidenaab.

Nach Aussage von Brückner wird der ganze Abbruch geschreddert. Die Belastung sei nicht anderes als beim Abtransport von Erdaushub für einen Hausbau. Dazu berichtete Porsch von einem Ortstermin mit den Entsorgungsunternehmen. Er bat die Bevölkerung aber um Verständnis für Beeinträchtigungen.

Ab Pfingsten 2019 soll Betrieb laufen

Der Zeitplan ist straff, das Ziel sportlich: Die Ausschreibungen für den Ersatzneubau der 1984 eröffneten Jugendstätte in den Gewerken Rohbau, Zimmerer, Dachdecker und Klempner sind erfolgt. Der Rückbau soll Ende März beginnen, das Haus Ende April abgebrochen sein. Im Mai soll mit dem Rohbau begonnen werden, sofern der Bayerischen Jugendring grünes Licht für den Maßnahmenbeginn erteilt. Gewartet wird nur noch auf den Förderbescheid des Bayerischen Jugendrings. Pfingsten 2019 sollen wieder Belegungen möglich sein. Viele Gruppen würden bis dahin ausweichen und in der Regel nicht wieder kommen, meinte KJR-Vorsitzender Christian Porsch. Ihnen sollen daher Frühbucherangebote gemacht werden. Auch kündigte er einen Tag der offenen Tür und eine Einweihungsfeier an.

Ein Dank galt Hausmeister Reinhard Schlöger. Über 20 Jahre hat er mit seiner 2015 verstorbenen Ehefrau Lydia und seither alleine die Freizeiten und die Jugendarbeit begleitet. Aktuell koordiniert er das Ausräumen der Einrichtungsgegenstände und deren Weiterverwendung. (hai)

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