05.10.2026 - 07:52 Uhr

100 Tage vor Heim-WM: Ticket-Boom und Medaillenträume

112 Spiele an 6 deutschen Standorten: Die Nachfrage nach Tickets für die Heim-WM ist „herausragend“. Ob es noch Karten für die DHB-Spiele gibt und wovor Handball-Bundestrainer Gislason warnt.

Der Countdown läuft, die Vorfreude steigt und der Traum vom nächsten Wintermärchen lebt: 20 Jahre nach dem legendären WM-Triumph wollen Deutschlands Handballer erneut im eigenen Land den Titel gewinnen. 100 Tage vor dem Auftakt der Heim-WM am 13. Januar gegen Tunesien ist die Begeisterung bereits riesig.

„Was den Handball angeht, ist es das Größte, was es in den letzten Jahren gab. Alle fiebern daraufhin. Dazu die Geschichte, vor 20 Jahren Heim-WM, da ist es ziemlich aufgeladen. Man merkt, dass irgendwo am Horizont etwas Besonderes wartet“, sagte Kapitän Johannes Golla zuletzt der Deutschen Presse-Agentur. 

DHB-Boss: Nachfrage besser als je zuvor

Die Euphorie ist längst auch bei den Fans angekommen. „Die Nachfrage ist herausragend und besser als bei jedem unserer bisherigen internationalen Turniere. Wir haben schon jetzt eine Auslastung von 80 Prozent, also auf Einzelspielbasis über 850.000 Tickets verkauft“, sagte DHB-Vorstandschef Mark Schober im dpa-Interview. Ziel sei eine Auslastung von 95 Prozent.

Bei der Heim-EM 2024 sei der sogenannte Break-even erst nach dem Eröffnungsspiel erreicht worden. Damit ist der Punkt gemeint, an dem die Einnahmen die Kosten decken. Diesmal liege man bereits 100 Tage vor dem Turnier darüber. „Ich war vor einem großen Turnier wirtschaftlich noch nie so entspannt wie diesmal“, berichtete Schober und sprach von einem Gesamtbudget von rund 35 Millionen Euro. 

Gibt es noch Tickets für Spiele des DHB-Teams? 

Besonders beliebt sind die Tickets für die deutschen Spiele. Das gilt sowohl für die Vorrundenpartien in München gegen Tunesien, Uruguay und Serbien als auch für mögliche Hauptrunden- und K.-o.-Spiele im Kölner Handball-Tempel.

„Am 1. Dezember gibt es ein letztes, sehr kleines Verkaufsfenster. Wir haben derzeit beispielsweise noch nicht alle Flächen für TV-Produktionen, Presseplätze und Spieler-Kontingente abschließend geplant. Sollten dort Tickets frei werden, gehen sie noch einmal in den Verkauf. Es wird sich allerdings nur um sehr wenige Karten handeln. Diese dürften innerhalb von ein oder zwei Minuten vergriffen sein“, sagte Schober.

112 Spiele in sechs deutschen Städten

Neben München sind Stuttgart, Magdeburg, Kiel sowie die beiden Hauptrunden-Standorte Köln und Hannover weitere WM-Schauplätze. Während es für die Vorrundenspiele in München und Magdeburg aktuell keine Tickets mehr gebe, rechnet Schober in Kiel und Stuttgart spätestens bis Weihnachten mit einem Ausverkauf.

Anders sieht es bei den Hauptrundenspielen in Köln ohne deutsche und in Hannover ohne dänische Beteiligung aus. „An diesen Spieltagen gibt es noch reichlich Tickets“, berichtete der DHB-Vorstandschef. Die Arena in Köln ist mit fast 20.000 Plätzen die größte Spielstätte. 

Gislason warnt vor Final-Automatismus

Die Voraussetzungen für ein neues Wintermärchen sind also geschaffen. Ob das DHB-Team auch sportlich für Begeisterung sorgen kann, wird sich zeigen. Nach Olympia-Silber 2024 und Platz zwei bei der EM 2026 sind die Erwartungen jedenfalls riesig. Gelingt es den deutschen Handballern diesmal, die übermächtigen Dänen zu knacken? Bundestrainer Alfred Gislason warnte zuletzt davor, ein mögliches Endspiel gegen die Überflieger um den dreimaligen Welthandballer Mathias Gidsel bereits als gegeben anzusehen.

Der Weg zur Heim-WM

Viel Zeit, um seine Mannschaft auf den Winter-Höhepunkt vorzubereiten, bleibt Gislason nicht. Nur noch vier Spiele stehen bis zum WM-Auftakt auf dem Programm. Zunächst trifft die deutsche Auswahl um Torhüter Andreas Wolff in der EM-Qualifikation am 5. November in Berlin auf Belgien und drei Tage später auswärts auf die Slowakei. 

Die Generalprobe folgt im Januar mit zwei Testspielen gegen Portugal am 8. Januar in Mannheim und zwei Tage später in Nürnberg. Danach wird es ernst – und für das DHB-Team soll die Reise möglichst bis zum Endspiel führen. Für Schober ist klar: „Nach unseren Erfolgen der letzten Jahre muss eine Medaille das Ziel sein.“

© dpa-infocom, dpa:261005-930-790159/1

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