02.11.2018 - 16:36 Uhr
AmbergSport

"Bauchgefühl in Gärbershof war einfach am stärksten"

Er hat vor mehr als 15 000 Zuschauern gespielt - und ist heute Spielertrainer in der Kreisklasse Süd: Sven Seitz: "Da spielst du halt schon teilweise auf Plätzen, die nichts mit Fußball zu tun haben."

Sven Seitz (links), meist umringt von mehreren Gegenspielern.
von Autor MIRProfil

(mir) Der 29-Jährige hat zu Beginn dieser Saison den FSV Gärbershof übernommen und sorgt mit seinem jungen Team da für Aufsehen.

A-Klasse kein Problem

Der gebürtige Neumarkter kann bereits auf ein ansehnliches Vereinsregister verweisen: Nach der Jugend beim 1. FC Nürnberg war er unter anderem für die SpVgg Weiden, Sachsen Leipzig, Germania Halberstadt, RB Leipzig, FC Amberg, die DJK Vilzing und den SV Seligenporten in der Bayern- und Regionalliga aktiv. Im Sommer 2018 kam dann der Einstieg ins Trainergeschäft als Spielertrainer beim FSV Gärbershof. Der spielte zu dem Zeitpunkt noch in der A-Klasse, der Aufstieg gelang erst in der Relegation. "Aber auch die A-Klasse wäre für mich kein Problem gewesen, weil ich gesehen hab, dass die Jungs kicken können und da viel Potenzial da ist", erklärt Seitz, der in Amberg wohnt und bei einem Automobilhändler im Bereich Service arbeitet - nach Jahren im Profifußball.

"Ich hätte sicher noch ein paar Jahre in der Bayern- oder Regionalliga spielen können, aber nach zehn Jahren war der Reiz auch irgendwie weg. Zudem wollte ich umsteigen und in der Region bleiben. Ich hatte auch andere Angebote, aber das Bauchgefühl in Gärbershof war einfach am stärksten."

Die Bedingungen für die Kreisklasse dort seien top, erklärt Seitz, der mit 29 Jahren der älteste Akteur ist: "Die Mittzwanziger kannst du an einer Hand abzählen. Aber es ist viel Potenzial da, man sieht schnell Erfolge." Wie schon sein Vater Roland (unter anderem Trainer in Elversberg, Trier, Aue, Paderborn uvm.) schlägt der ehemalige Profi jetzt also die Trainerlaufbahn ein.

Bis ins letzte Detail

Für einen, der rund 200 Spiele in Ober- und Regionalligen auf dem Buckel hat, ein absoluter Perspektivwechsel: "Als Trainer arbeite ich alles bis ins letzte Detail und sehr akribisch aus - da stellt dich manchmal auch ein 5:0-Sieg nicht zufrieden. Für mich steht klar im Vordergrund, dass die Mannschaft Erfolg hat und besser wird. Als Spieler kriegt man diese Detailarbeit des Trainers oft gar nicht mit, ob es um die Trainingsplanung oder die Vorbereitung auf den Gegner geht. Aber ich mach das, weil ich ganz klar irgendwann auch mal mit diesem Job auch Geld verdienen will."

Die Platzqualität ...

Bis dahin ist er aber noch sicher eine Zeit lang als Spielertrainer in der Kreisklasse unterwegs. Dass es da für den ehemaligen Profi auch mal den ein oder anderen Spruch gibt vom Gegenspieler gibt - "da muss man drüber stehen". Größer war die Umstellung aber bezüglich Platzqualität und Zuschauerkulisse: "Da spielst du halt schon teilweise auf Plätzen, die nichts mit Fußball zu tun haben. Und wenn man natürlich vor 15 000 Zuschauern gespielt hat und jetzt im Schnitt vor 50 Leuten spielst, musst du damit auch erst mal klar kommen."

Es scheint ihm aber gut zu gelingen, was elf Tore in 15 Spielen zeigen. Und auch mit seiner bisherigen Statistik als Trainer kann er zufrieden sein. Sein Team steht auf Platz vier und liefert sich derzeit einen Vierkampf um den Relegationsplatz mit Köfering, Neukirchen und Ursensollen. Und jetzt geht es am Sonntag gegen Ursensollen, die Woche danach gegen Neukirchen - mögliche Weichenstellungen?

"Wir haben immer gesagt, wenn wir unter die ersten Fünf kommen, ist es eine gute Saison. Aber klar: Sind die nächsten zwei Spiele erfolgreich, wollen wir so lang wie möglich um den zweiten Platz mitspielen."

Selbstbewusste Worte

Ein Muss ist das aber nicht - aber auch ein Versprechen an die Zukunft seines jungen Teams: "Klappt es nicht, wollen wir uns weiterentwickeln und dann im Jahr darauf aufsteigen." Selbstbewusste Worte eines jungen Trainers mit viel Erfahrung, der eine extrem junge Mannschaft erfolgreich anführt - eine Entscheidung also, die man beim FSV Gärbershof sicher nicht bereut hat bisher.

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