Amberg
27.01.2019 - 23:14 Uhr

Was bleibt nach dem Handballfest? Wieder mal nicht viel!

Knapp drei Wochen war Handball wieder einmal in aller Munde. Nach fast jedem internationalen Turnier wird ein Boom erwartet. Das Herz dieses Sports sind aber andere. Ein Kommentar von Josef Maier

Paul Drux (rechts) und seine Kollegen begeisterten die deutschen Fans. Platz vier ist ein großer Erfolg. Bild: Axel Heimken/dpa
Paul Drux (rechts) und seine Kollegen begeisterten die deutschen Fans. Platz vier ist ein großer Erfolg.

Alle Jahre wieder ... lenken die Handballer im Januar das Interesse auf sich. Bei den sich abwechselnden Welt- und Europameisterschaften werden im Fernsehen Top-Quoten erreicht, in den Hallen gibt es Remmidemmi vom Feinsten. So wie auch dieses Mal. Der vierte Platz der starken deutschen Mannschaft ist alles andere als ein undankbarer. Sie hat ein wirklich phantastisches Turnier gespielt.

Alle Jahre wieder .... wird an dieses Großereignis zu Jahresbeginn aber eine viel zu hohe Erwartungshaltung gerichtet. Jetzt kommt der Handball-Boom, jetzt kommt unser Siegeszug durch die Sportwelt, heißt es. Und wir zementieren den Platz als Nummer 2 im Sportgeschehen hinter dem alles überlagernden Fußball.

Alle Jahre wieder ... passiert nicht viel, von dem, was da erwartet wird. Das allgemeine Interesse an Handball ist in den restlichen gut elf Monaten nicht sehr groß. Die Leute schauten begeistert zu, doch wer weiß eigentlich, für wen Fabian Wiede vereinsmäßig spielt? Wer kann den aktuellen Tabellenführer in der Handball-Bundesliga nennen? Und wo steht eigentlich der einzige bayerische Bundesligist, der HC Erlangen?

Alle Jahre wieder ... müssen die Handballclubs in der Region selbst schauen, dass sie diese wunderbare Sportart mit Leben füllen. Von Sulzbach-Rosenberg über Auerbach, Amberg und Weiden bis nach Nabburg, Schwarzenfeld und Oberviechtach, hier ist überall viel Enthusiasmus gefragt. Um jeden jungen Handballer müssen sie kämpfen, damit der bei der Stange bleibt. Eine famose WM kann da nur ein wenig helfen.

Alle Jahre wieder ... muss man vor allem diesen Ehrenamtlichen danken.

 
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