04.05.2020 - 18:21 Uhr
AmbergSport

Bugera und der 1. FC Kaiserslautern: Diesen Schritt macht nicht jeder

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Fast 20 Jahre war Alexander Bugera Profifußballer, danach ging es gleich in den Trainerbereich. Jetzt in der Coronazeit kommt er auch ein bisschen runter - und da entdeckt der gebürtige Amberger ganz neue Seiten an sich.

Alexander Bugera ist beim 1. FC Kaiserslautern der Trainer für alle Fälle: Jetzt ist der Amberger wieder in den Jugendbereich zurückgekehrt.
von Josef Maier Kontakt Profil

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In diesen Zeiten ist alles möglich. Auch, das Training vom Wohnzimmer aus zu überwachen. "Da habe ich alle im Blick", sagt Alexander Bugera lächelnd. In Coronazeiten ist beim 1. FC Kaiserslautern im Jugendbereich nur Training per Videokonferenzen möglich. Bugera und sein Trainerkollege arbeiten so per Zoom fast täglich mit den jungen Kickern an deren Athletik und Ausdauer. "Und danach wird nochmal alles durchgesprochen, wenn etwas nicht gepasst hat", erklärt der Ex-Profi.

Auf eigenen Wunsch

Artikel zum Aufstieg Bugeras in den Profibereich

Bugera hat beim 1. FC Kaiserslautern seine Jugend wiedergefunden - auch auf eigenen Wunsch. Derzeit ist der gebürtige Amberger zuständig für die U16 des Traditionsvereins, nachdem er im Spätherbst vergangenen Jahres auch einige Wochen eine Art Jugend-Koordinator war. "Ich wollte das so, wollte in den Jugendbereich zurück", sagt Bugera.

Als Mitte September 2019 Ex-Club-Coach Boris Schommers bei den Drittligaprofis das Kommando übernahm, hätte der Bugera gerne weiter als Co-Trainer beschäftigt. "Er fand es sehr schade, dass ich zur Jugend zurückgehe." Doch Bugera wollte bei der Trainingsarbeit wieder mehr selbst das Heft des Handelns haben. "Ich sehe mich schon mehr als Cheftrainer, will mich da selber verwirklichen." Ob bei den Profis oder der Jugend, ist dem Oberpfälzer egal. "Ich strebe jetzt auch nicht an, wieder im Erwachsenenfußball zu arbeiten. Das, was ich jetzt mache, macht mir viel Spaß. Ich muss nicht wieder zurück."

Aber natürlich würde Bugera auch wieder helfen, wenn am Betzenberg Not am Mann ist. "Der 1. FC Kaiserslautern ist einfach mein Verein, ein geiler Verein, der immer noch riesige Strahlkraft hat", sagt der 41-Jährige über den Klub, für den er mehr als 100 Erst- und Zweitligaspiele bestritten und 2010 auch den Bundesligaaufstieg geschafft hat. Nach dem Karriereende ging es nahtlos über in den Trainerbereich. Nachdem er Mitte 2017 eine interessante Aufgabe als U19-Trainer gefunden hatte, wurde er vom Vorstand nur wenige Wochen gebeten, als Co-Trainer von Jeff Strasser bei den Profis zu arbeiten. "Zweiter Mann" am Betzenberg war er danach auch bei Michael Frontzeck und Sascha Hildmann.

Gerne hätte sich Bugera, der nach seiner fußballerischen Ausbildung beim FC Bayern auch für Unterhaching und den MSV Duisburg spielte, in nächster Zeit zum Fußballlehrer ausbilden lassen. Ihn ärgert mächtig, dass er nicht zugelassen wurde. Dabei räumt er auch mit einem Märchen auf: "Als Ex-Profi hat man es nicht leichter reinzukommen." In Hennef gab es eine Vorprüfung. Von 100 Bewerbern wurden 24 genommen, darunter war auch Weltmeister Miroslav Klose. Seine bisherigen Erfahrungen als Trainer seien nicht sonderlich beachtet worden, meint Bugera, der aber sagt: "Der Ärger wird verrauchen. Ich werd's wieder versuchen."

Verfugen und malen

So kümmert er sich weiter um seine Jungs beim FCK, auch wenn er wie viele FCK-Angestellte in Kurzarbeit ist. So bleibt Zeit für anderes. Videotelefonate mit den Eltern in Amberg, Chats mit den Kumpels in der Oberpfalz. "Ihr jährlicher Besuch bei mir fällt dieses Mal aus", bedauert Bugera die Corona-Folgen. Und er macht sich zu Hause nützlich - und wie: "Ich habe schon die Hauswand gestrichen." Und auch für feine Arbeiten ist der frühere Techniker auf dem Platz zu haben: "Also etwas mit Silikon sauber zu verfugen. Das ist jetzt kein Problem mehr."

Die Karriere des Alexander Bugera:

Auch Deutscher Meister

Alexander Bugera (41) machte seine ersten fußballerischen Schritte bei seinem Heimatklub Inter Bergsteig Amberg und danach beim 1. FC Amberg. 1995 wechselte er in den Juniorenbereich des FC Bayern München. 1997 bekam er einen Profivertrag beim deutschen Rekordmeisters. Die Konkurrenz im mit Weltklassespielern gespickten Team war aber zu groß. Drei Spiele bestritt er unter Giovanni Trapattoni, darf sich aber Deutscher Meister (1999) nennen. Bugera spielte auch sechs Mal in der deutschen U21-Nationalelf. 1999 wechselte er zum MSV Duisburg, im Jahr 2000 für zwei Jahre zur SpVgg Unterhaching. Danach ging es noch einmal ein Jahr zurück zu den Bayern Amateuren, ehe nochmals vier Jahre in Duisburg folgten. Im Jahr 2007 heuerte Bugera beim 1. FC Kaiserslautern (Bundesligaaufstieg 2010) an, für den der Linksverteidiger bis 2015 aktiv war. Danach wechselte er am Betzenberg in den Trainerbereich

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