09.11.2018 - 12:45 Uhr
AmbergSport

Elf Fragen an ... Emmanuel Maeda (SV Etzelwang)

Der vom Abwehrspieler zum Torjäger "umgeschulte" 27-Jährige verrät, warum die "13" für ihn eine Glückszahl ist, und warum er vor dem Spiel lieber nur Wasser trinkt.

Emmanuel Maeda.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Mit dem Oberpfälzer Dialekt komme er „meistens zurecht“, sagt Emmanuel Maeda, auch mit dem Fränkisch in Rückersdorf, wo er in einer Metallbaufirma arbeitet. Auf dem Fußballplatz habe es sowieso nie Verständigungsprobleme gegeben. Der 27-Jährige kam vor vier Jahren aus dem Osten Afrikas in den Westen des Landkreises Amberg-Sulzbach, aus der Kilimandscharo-Region in Tansania nach Etzelwang. „Der Liebe wegen“, erzählt Maeda, seine Frau Jessica stamme hier aus der Gegend und war ein Jahr als „Volunteer“ in Tansania, wo sie sich kennenlernten. Seit knapp zwei Monaten sind die Maedas zu viert und wohnen inzwischen in Weigendorf, Fußball spielt er aber weiterhin bei seinem SV Etzelwang. Seit Beginn dieser Saison im offensiven Mittelfeld – und plötzlich „läuft es mit dem Toreschießen“ (Maeda). Die Bilanz des „gelernten Abwehrspielers“ in dieser Saison: Elf Spiele, sieben Tore.

ONETZ: 1. Fußball ist für mich ...

Emmanuel Maeda: ... ein besonderes Hobby. Ich liebe Fußball, als Spieler - und auch als Zuschauer. In Tansania wird sehr viel englischer Fußball gezeigt, seit damals bin ich großer Chelsea-Fan.

ONETZ: 2. Warum sind Sie bei der Sportart Fußball gelandet und nicht beim Schach?

Emmanuel Maeda: Bei uns im Ort haben sich die Kinder jeden Tag zum Fußballspielen betroffen. Nach der Schule ging es sofort auf die Straße zum Spielen. In Tansania sind auch Laufen, vor allem Marathon, Basketball, Boxen und Volleyball sehr beliebt, aber ich wollte schon immer Fußballspielen.

ONETZ: 3. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Emmanuel Maeda: ... kein Problem. Die Farbe spielt keine Rolle, die Hauptsache ist, dass die Schuhe passen und man mit ihnen gut spielen kann. Ich habe zurzeit gelb-schwarze und grün-schwarze.

ONETZ: 4. Ein Erlebnis in Ihrer Karriere, das Ihnen heute noch stinkt?

Emmanuel Maeda: Der Abstieg mit dem SV Etzelwang 2016 in die A-Klasse. Im Relegationsspiel gegen den TSV Pressath waren wir die bessere Mannschaft, haben aber 1:2 verloren. An diesem Tag war das gegnerische Tor einfach zu "klein".

ONETZ: 5. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Emmanuel Maeda: Nichts Verrücktes. Ich trinke ein Wasser und dann geht es auf das Spielfeld. In Tansania hatte ich einen Mitspieler, der trank statt Wasser Bier. Schon vor dem Spiel, in der Pause wieder. Der Trainer musste ihn dann in der 70. Minute auswechseln, weil er nicht mehr laufen konnte.

ONETZ: 6. Ihre Rückennummer ist die 13. Warum?

Emmanuel Maeda: Da gibt es keinen bestimmten Grund. In den letzten Jahren hatte ich die 4 und die 3, ganz am Anfang die 6. Die 13 ist in Tansania auch keine Unglückszahl. Für mich hier auch nicht, sonst würde ich nicht so viele Tore schießen. (lacht)

ONETZ: 7. Das müsste der Nachbarverein 1. FC Neukirchen mir bieten, damit ich wechseln würde ...

Emmanuel Maeda: Seit ich in Etzelwang bin, ist noch nie ein Spieler nach Neukirchen gegangen und auch keiner aus Neukirchen nach Etzelwang gekommen. Ich glaube, das ist ein Tabu. Ich fühle mich sehr wohl in Etzelwang und möchte dort auch bleiben.

ONETZ: 8. Warum sind Sie kein Schiedsrichter?

Emmanuel Maeda: Ich kann mir das nicht vorstellen. Der Schiedsrichter ist immer schuld, die Leute sind immer unzufrieden mit seinen Entscheidungen, das macht keinen Spaß.

ONETZ: 9. Die Anstoßzeit in den A-Klassen ist gelegentlich zur Mittagszeit. Ist da der Schweinebraten schon verdaut oder gibt's nichts vorher?

Emmanuel Maeda: Statt Schweinebraten gibt es lieber etwas Leichtes, sonst kann ich nicht richtig laufen. Das Deftige gibt es dann am Abend nach dem Spiel.

ONETZ: 10. Was ist das Gesprächsthema im Auto bei einem Auswärtsspiel?

Emmanuel Maeda: Thema ist eigentlich immer, was man am Abend davor gemacht hat, wo man weg war, wie viel getrunken wurde. Der Gegner ist dann erst in der Kabine Thema.

ONETZ: 11. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Emmanuel Maeda: An das letzten Saisonspiel 2016/17 gegen Ursulapoppenricht. Wir mussten gewinnen, um aufzusteigen. Wir schafften es! Ein schönes Gefühl. Danach wurde gefeiert ohne Ende, drei, vier Tage lang.

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