02.04.2020 - 16:14 Uhr
AmbergSport

ERSC Amberg: Planung für die Bayernliga mit vielen Unbekannten

Bei einem Video-Chat haben die Spieler auf den Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga „angestoßen“. Richtige Freude kommt beim ERSC Amberg inmitten der Coronakrise aber nicht auf. Die erschwert auch die Vorarbeiten für die neue Saison.

Die Aufstiegsmannschaft des ERSC Amberg soll für die Saison in der Eishockey-Bayernliga im Stamm zusammenbleiben und punktuell verstärkt werden.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

"Normalerweise hätten wir uns spontan im Eisstadion getroffen und ich hätte den Jungs ein paar Kisten Bier hingestellt", sagt Vorsitzender Mustafa Sugle. So wurde die Nachricht vom Aufstieg in der mannschaftsinternen Whatsapp-Gruppe verschickt und sich später an den Bildschirmen zugeprostet. "Das ist schon eine komische Stimmung", sagt Sugle, der zusammen mit dem Sportlichen Leiter Chris Spanger jetzt die Planungen für die kommende Saison vorantreiben muss. Auch wenn noch einige Themen völlig ungeklärt sind.

Bayernliga-Saison 2020/21

"Ich gehe derzeit von 18 Mannschaften aus", sagt Sugle, der glaubt, "dass das Feld nicht aufgeteilt, sondern in einer Gruppe gespielt werden wird." 18 Mannschaften bedeuten schon einmal 17 Heim- und 17 Auswärtsspiele. Ob danach noch Play-offs, Aufstiegs- oder Abstiegsrunden ausgetragen werden können, hänge davon ab, wann die Saison beginnen kann.

Budget

"Etablierte Mannschaften in der Bayernliga haben Etats im sechsstelligen Bereich. Da sind wir weit entfernt. Wir werden auch weiterhin wirtschaftlich vernünftig handeln", sagt Sugle und betont: "Auch in der Bayernliga werden bei uns keine Gehälter gezahlt. Es gibt lediglich Aufwandsentschädigungen."

Sponsoren

Hier sieht Sugle die größte Unbekannte. "Wir haben Verträge mit den Firmen. Aber wenn eine Firma nicht mehr da ist, hilft auch kein Vertrag." Überhaupt sei vollkommen offen, ob Unternehmen in nächster Zeit Gelder für die Unterstützung von Sportvereinen hätten. Hier müssten ganz einfach die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abgewartet werden.

ERSC-Vorsitzender Mustafa Sugle.

Mannschaft

"Der Stamm soll gehalten und das Team punktuell verbessert werden", sagt Sugle. "Ich gehe davon aus, dass der ein oder andere ältere Spieler aufhören oder kürzertreten wird. Aber sonst wird die Mannschaft weitgehend zusammenbleiben." Bei 18 Mannschaften müsse auch quantitativ aufgestockt werden. "So 20 Spieler sollten wir schon haben." Wobei auch wieder verstärkt Akteure aus dem eigenen Nachwuchs eingebaut werden sollen.

Neuverpflichtungen

Besonderes Augenmerk gilt hier der Offensive. "Wir haben zwei richtig gute Torhüter", sagt Sugle, "und eine gute Verteidigung. Wir haben aber zu wenige Tore geschossen."

Kontingentspieler

Auch bei diesem Thema gibt es derzeit große Fragezeichen. "Die Tschechen haben ihre Grenzen dichtgemacht." Und bei Spielern aus Kanada oder den USA wäre die Situation ähnlich.

Jubiläumsfeier

Die 70-Jahr-Feier wurde verlegt. Vom 18. April auf den 5. September. Es soll auch eine Aufstiegsfeier für die Fans organisiert. Eventuell ebenfalls Anfang September in Verbindung mit einer Saisoneröffnung. Aber auch das ist "momentan noch vage".

Hintergrund:

Hängepartie beendet

Für Mitte des Monats war die Entscheidung angekündigt gewesen, jetzt wurde sie schon am 1. April verkündet. „Wir wollten die Hängepartie beenden und den Vereinen zumindest in diesem Punkt Planungssicherheit geben“, sagt Frank Butz vom Bayerischen Eissport-Verband zur Lösung, alle vier Halbfinalisten der Play-off-Runde in die Bayernliga aufsteigen zu lassen. „Den Vereinen wurde damals kurz vor Ende der Strecke völlig unvermittelt der Stecker gezogen“, beschreibt der für die Eishockey-Bayernliga zuständige Obmann den Saisonabbruch am 11. März wegen der Ausbreitung des Coronavirus. Zwei Tage später hätte die entscheidende dritte Runde angestanden. In beiden Duellen – ESV Buchloe gegen ERSC Amberg und ESC Kempten gegen VfE Ulm/Neu-Ulm – stand es 1:1, die beiden Sieger des dritten Spiels hätten den Aufstieg perfekt gemacht. Jetzt dürfen alle vier nach oben, so die salomonische Lösung des Verbands.

Mit den vier Aufsteigern und dem ERC Sonthofen, der aus der Oberliga kommt, sind es nun 18 Teams, da mit Ausnahme des EC Bad Kissingen, der bereits während der Saison zurückgezogen hatte, keine Mannschaften absteigen muss und auch keine in die Oberliga aufsteigen möchte.

Alle weiteren Planungen, insbesondere was den Modus betrifft, hängen davon ab, wie sich die Coronakrise entwickelt. „Wir müssen abwarten, wann sich Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverbote ändern“, sagt Butz. „Wir wissen noch gar nicht, was mit der Saison überhaupt passiert. Vielleicht wird es eine reguläre, vielleicht eine verkürzte, vielleicht gar keine.“ (frü)

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