12.03.2020 - 17:06 Uhr
AmbergSport

ERSC Amberg: „Die Ungewissheit ist momentan groß“

Nach der Absage des Aufstiegsspiels zur Eishockey-Bayernliga hofft man beim ERSC Amberg auf eine rasche Entscheidung. "Wir hängen in der Luft", sagt Sportlicher Leiter Chris Spanger im Interview mit Oberpfalz-Medien.

Chris Spanger, der Sportliche Leiter des ERSC Amberg.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Freitag, der 13., hätte ein Glückstag werden sollen. Ein Datum für die Chronik des ERSC Amberg, der Tag, an dem die Löwen nach 15 Jahren in der Landesliga endlich den lange ersehnten Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga geschafft haben. Doch das entscheidende dritte Spiel des Play-off-Halbfinale ist abgesagt. Ebenso das zweite Halbfinale zwischen dem ESC Kempten und dem VfE Ulm/Neu-Ulm. Auch hier stand es 1:1, der Sieger vom Freitag wäre in die Bayernliga aufgestiegen.

Wegen des vermehrten Auftretens von Coronavirus-Fällen hat der Bayerische Eissport-Verband am Mittwochabend die Eishockey-Saison mit sofortiger Wirkung beendet. Ob damit auch alle Aufstiegsträume beendet sind, ist derzeit noch in der Schwebe. „Wir hängen momentan in der Luft. Es herrscht gespanntes Warten, wie entschieden wird“, sagt Chris Spanger, der Sportliche Leiter des ERSC Amberg im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

ONETZ: Herr Spanger, die Eishockey-Saison ist vorzeitig beendet, auch das entscheidende Aufstiegsspiel des ERSC Amberg am Freitag in Buchloe ist abgesagt. Wie ist die Stimmungslage im Verein?

Chris Spanger: Wir sind natürlich enttäuscht. Die Vorfreude war groß, die Mannschaft war bereit für Freitag und guter Dinge, das Spiel zu gewinnen. Es wären viele Fans zur Unterstützung mitgekommen. Und dann war plötzlich alles von Hundert auf Null. Jetzt ist bei uns allen – Spielern, Verantwortlichen und Fans – die Ungewissheit groß.

ONETZ: Haben Sie Verständnis für die Entscheidung?

Chris Spanger: Ja, definitiv! Die Gesundheit steht immer an erster Stelle.

ONETZ: Im Fußball gab es diese Woche die ersten Geisterspiele. Wäre am Freitag nicht eine Partie ohne Zuschauer denkbar gewesen?

Chris Spanger: Nein! Die Fans gehören beim Eishockey einfach dazu. Es ist für die Vereine natürlich auch ein wirtschaftlicher Aspekt. Und ich weiß auch nicht, ob es sinnvoll wäre, zu spielen. Die Spieler könnten sich ja auch untereinander anstecken. Man sollte momentan vorsichtig sein.

ONETZ: Derzeit wird viel spekuliert, wie eine Lösung aussehen könnte. Hier vier Überlegungen mit der Bitte, diese kurz zu kommentieren. Die erste: Alle vier Mannschaften spielen in der kommenden Saison in der Landesliga...

Christoph Spanger: ...das wäre eine Möglichkeit, allerdings die schlechteste. Auch wenn es um höhere Gewalt geht: Es wäre eine riesige Enttäuschung.

ONETZ: Zweite Möglichkeit: Man nimmt die Abschlusstabelle der Aufstiegsrunde als Grundlage.

Christoph Spanger: Da wir Vierter wurden, wäre das für uns natürlich auch schlecht, wenn es weniger als vier freie Plätze in der Bayernliga gäbe.

ONETZ: Dritte Variante: Man würde im Spätsommer oder Herbst dieses Spiel nachholen.

Chris Spanger: Das halte ich für ausgeschlossen. Die Vereine müssen planen und dazu wissen, in welcher Liga sie spielen.

ONETZ: Denkmodell Nummer vier: Die Bayernliga wird aufgestockt, alle vier Mannschaften steigen auf.

Chris Spanger: Das würde ich natürlich befürworten. Ich glaube auch, dass alle vier Mannschaften das Potenzial haben, in der Bayernliga mitzuspielen. Das wäre sicherlich die beste Entscheidung im Sinne des Sports.

ONETZ: Sie haben es angesprochen. Die Vereine brauchen Planungssicherheit. Bis wann sollte feststehen, in welcher Liga der Verein spielt?

Chris Spanger: Normalerweise sollte man mit Ende des letzten Spiels wissen, wohin die Reise geht. Da beginnt die harte Arbeit im Hintergrund. Die Zeit der Ungewissheit ist verlorene Zeit, auch was zum Beispiel Spielerverhandlungen betrifft. Wir hoffen, dass jetzt eine Entscheidung bis spätestens Ende März, Mitte April kommt.

ONETZ: Der Verband hat den Vereinen mitgeteilt, dass das vorzeitige Saisonende nicht zum Nachteil der Vereine gereichen soll. Ist das schon ein Fingerzeig?

Chris Spanger: Schwer zu sagen. Der Satz lässt viele Spekulationen zu. Heißt das, der Verband hat schon eine Lösung? Inwieweit das ein Fingerzeig ist, kann ich nicht sagen.

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