27.01.2019 - 12:28 Uhr
AmbergSport

ERSC-Löwen verzweifeln

Das hatten sich die Wild Lions und gut 500 Zuschauer anders vorgestellt: Gegen Spitzenreiter Schongau verpasste der ERSC Amberg am Freitag, mit den Mammuts gleichzuziehen und verlor völlig unnötig mit 2:5.

Mit 2:5 musste sich der ERSC Amberg (in Schwarz Bernhard Keil) dem EA Schongau geschlagen geben.
von Autor PAProfil

Ausschlaggebend war eine nahezu unterirdische Chancenverwertung der Gastgeber, während Schongau hier höchste Konsequenz offenbarte. Der Auftakt des ERSC war noch äußerst vielversprechend, denn nach dem ersten Torschuss durch Verteidiger Lukas Salinger (2.) folgten im Minutenabstand große Möglichkeiten durch Vaclav Benak und Felix Köbele. Gästetorhüter Lukas Müller stand quasi von Beginn an im Blickpunkt. Erst in einer Powerplaysituation konnte Schongau Ambergs Goalie Oliver Engmann fordern und dann fiel auch ein Treffer – allerdings für die Löwen durch Felix Köbele in Unterzahl. Es spricht für die Cleverness der Gäste, dass sie während dieses Powerplays noch zum Ausgleich kamen, und nur eine Minute später Lukas Muzik die EAS erstmals in Führung brachte.

Der Doppelschlag zeigte Wirkung, denn der ERSC hatte nicht mehr die Selbstsicherheit wie zu Beginn. Möglichkeiten gab es dennoch weiterhin, sogar mit einem Mann weniger auf dem Eis. Aber sowohl Köbele als auch Bernhard Keil steuerten alleine auf das Gästetor zu und scheiterten. Für Keil besonders schmerzhaft, weil er mit dem Torgestänge kollidierte und seine Rückenverletzung erneut aufbrach. Zur ersten Pause sprach das Chancenverhältnis eindeutig zu Gunsten des ERSC – das Resultat allerdings nicht.

Der Wucher mit den großen Möglichkeiten setzte sich im Mittelabschnitt fort. Nach 40 Sekunden tauchte Felix Söllner vor Müller auf, zwei Wimpernschläge danach wieder Keil – und wieder landete die Scheibe nicht im Tor. Für Keil war wenig später die Partie beendet. Die Partie wirkte nun zerfahren, spielte sich vornehmlich in der neutralen Zone ab. Schongau betrieb erfolgreich Forechecking, gewann die meisten Zweikämpfe an den Banden und wartete geduldig auf Konter. Dann kam Amberg zu seinem ersten Powerplay, aber die Löwen schafften während der zweiminütigen Überzahl keinen einzigen ernsthaften Torschuss und es schien, als zweifelten sie langsam selbst an ihren Abschlussqualitäten.

Wie aus heiterem Himmel fiel das 1:3 der Schongauer durch Milan Kopecky, als die Gäste einen Scheibenverlust des ERSC mit zwei, drei genauen Pässen ausnutzten. Ein weiteres Überzahlspiel von Amberg brachte den gleichen Erfolg, wie beim ersten Versuch – nämlich keinen.

Der Wille war den Löwen auch im letzten Drittel nicht abzusprechen, aber es blieb weitgehend bei fast schon verzweifelten Bemühungen. Schongau zeigte sich dagegen gnadenlos effizient. Mit dem ersten Torschuss traf Simon Maucher zum 1:4, mit dem zweiten Matthias Müller zum 2:5-Endstand. Dazwischen hatte Peter Hendrikson beim 2:4 nochmals Hoffnung im Amberger Lager aufkeimen lassen, aber die hielt keine vier Minuten.

Dirk Salinger zeigte sich nach dem Spiel ebenfalls enttäuscht: „Das war nicht das, was wir unter der Woche trainieren, vor allem in Überzahlsituationen“, so der Löwencoach, und weiter: „Wir haben mit zunehmender Dauer leichtfertig Zweikämpfe verschenkt und bei der Chancenverwertung war Schongau deutlich abgeklärter“. Aber Zeit zum Jammern bliebe nicht, erklärt der Dompteur des Löwenrudels: „Wir müssen weiter versuchen zu punkten. Es ist noch nichts vorbei.“

ERSC Amberg – EA Schongau 2:5 (1:2, 0:1, 1:2):

Tore: 1:0 (7.) Köbele (Heilman/4-5), 1:1 (8.) Suttner (Seider,Maucher/5-4), 1:2 (9.) Muzik (Kopecky, Müller), 1:3 (36.) Kopecky (Müller, Turner), 1:4 (45.) Maucher (Fend, Seider), 2:4 (50.) Hendrikson (Troglauer, Aukofer), 2:5 (54.) Müller (Muzik, Kopecky). Strafen: Amberg 6 Minuten, Schongau 6 Minuten. Schiedsrichter: Gut, Feist, Fiala. Zuschauer: 513

 

 

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