01.08.2019 - 16:27 Uhr
AmbergSport

ESV Amberg: Der Zug ist abgefahren

Im Juni standen für die Spielgemeinschaft der DJK Amberg und des ESV Amberg noch 22 Mann bei der DJK und 15 bei den Eisenbahnern zur Verfügung. Doch die vom ESV sind alle weg ...

Zwischen der Tennisanlage des TC Amberg am Schanzl (im Hintergrund) und dem Vilsufer auf dem Landesgartenschaugelände (rechts) hat der ESV Amberg seinen Fußballplatz. Seit dieser Saison aber keine eigene Mannschaft mehr. Derzeit laufen die Planungen, einen Neuanfang zu starten.
von Autor WFOProfil

"Wir haben derzeit insgesamt einen 22-Mann-Kader mit Pfeil nach oben", erklärt Edgar Bauer, der Spartenleiter der DJK Amberg. "15 Spieler brauchen wir für die ,Erste', dann bleiben nur noch sieben Spieler übrig, die auch Spielpraxis brauchen."

Das reicht nicht mal für B-Klassen-Spiele neun gegen neun, und obendrein darf auch niemand verletzt, gesperrt oder im Urlaub sein - und die schlechte Jahreszeit kommt ja auch noch. "Die Lage für die SG in der B-Klasse ist personell extrem kritisch", auch wenn Bauer noch auf ein kleines Wunder hofft.

Bernhard Saurenbach ist seit April Vorstand beim ESV Amberg und seine Leichtathleten der SGS Amberg sind seit drei Jahren beim ESV: "Während wir bei der Leichtathletikabteilung 185 Mitglieder haben, sind es bei den Fußballern nur noch 50 - da geht es bergab. Die Mannschaft in der A-Klasse aus der letzten Saison ist überaltert, und es fehlt der Nachwuchs. Ohne Nachwuchs ist das sportliche Überleben sehr kritisch." Nach der vergangenen Saison kam der Klassenerhalt vor allem durch den Rückzug des SV Inter Bergsteig II aus der A-Klasse zustande. Bei einer vereinsinternen Besprechung beim ESV trauten sich die meisten Spieler die A-Klasse auch nicht mehr zu und wollten B-Klasse spielen, oder als Hobbymannschaft.

"Mit Überzeugungsarbeit haben wir für eine Spielgemeinschaft mit der DJK geworben - aber vor etwa drei Wochen haben die verbliebenen Spieler doch gekündigt. Einer nach dem anderen, wegen Vereinswechsel oder Karriereende. Es gab keine Streitereien, aber die Fußballspieler sahen keine Zukunft mehr beim ESV, zumal sich die Fußballer in den letzten Jahren personell immer mehr dezimierten."

Christoph Schuster, der Fußball-Abteilungsleiter beim ESV, ist ständig unterwegs und möchte spätestens bis zum Winterhalbjahr eine Mannschaft aufbauen, aber das ist eine schwierige Aufgabe. "Zu viele Vereine auf engem Raum. Unsere Mannschaft wurde immer älter und es wurde versäumt, sich intensiv um den Nachwuchs zu bemühen", nennt der Funktionär die Ursachen.

Zusammen mit Saurenbach, Kassier Siegfried Schöpf und Schriftführer Robert Schießlbauer will das Quartett dem ESV wieder neues Leben - diesmal auch mit einer Kleinfeldjugendmannschaft - einhauchen. Vor zehn Jahren ist das schon einmal gelungen, denn Schuster hatte nach dem sportlichen Leerstand beim ESV erfolgreich eine Herrenmannschaft für den ESV Amberg wiederbelebt.

2011 zog sich Schuster aus familiären Gründen zurück, seit zwei Jahren ist er wieder da und investiert genau wie seine Mitstreiter viel Zeit, um die personelle Misere zu beenden. "15 Stunden pro Woche ist Minimum, sei es am Platz oder sei es bei Gesprächen. Unser Ziel ist auch, die Spielgemeinschaft zu stärken."

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