29.03.2020 - 19:59 Uhr
AmbergSport

Fußball-Videokonferenz: Verband kann Vereine finanziell nicht unterstützen

Es ist auch ein bisschen Ablenkung in der Coronakrise. Bei den erstmaligen Onlinetreffs mit dem Verband machen fast alle Oberpfälzer Fußballclubs mit.

Laptop-Klappe auf. Auch Albert Kellner, Kreisvorsitzender Amberg/Weiden und Bezirksvorsitzender Thomas Graml (kleine Bilder oben) stellten sich den Fragen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Verband und Verein spielten am Samstag den virtuellen Doppelpass. Bei den drei Kreis-Online-Treffs in der Oberpfalz konnten die Klubvertreter bei den jeweiligen Kreisvorsitzenden Albert Kellner (Amberg/Weiden), Karlheinz Sölch (Schwandorf/Cham) und Rupert Karl (Regensburg) sowie Bezirksvorsitzendem Thomas Graml ihre Sorgen und Nöte im Zuge der Coronakrise anbringen."Die Resonanz war sehr gut, der Austausch auch", zog Graml am Sonntag eine erste Bilanz. 412 Fußballvereine gibt es in der Oberpfalz. "Nahezu alle haben teilgenommen", sagte der Bezirksvorsitzende. Er und seine Kollegen hörten sich an, wo die Klubvertreter Antworten haben wollen. Aber vor allem interessierte die Vereinsverantwortlichen, wie die Szenarien für die Fortsetzung des Spielbetriebs aussehen. Die Verbandsfunktionäre stellten noch einmal die vier möglichen Varianten vor.

Reguläres Ende der Saison

Play-off-Spiele

Abbruch der Saison

Einfrieren der bisherigen Resultate und Platzierungen, um eventuell im März 2021 mit diesem Status Quo weiterspielen zu können

"Aber eines ist ja klar", sagte Graml, "wir können derzeit noch nicht viel Konkretes sagen." Natürlich sei man dabei einzig und allein von der Politik abhängig, welche Entscheidungen sie in der Pandemie treffe.

Die Vorstellung der Klubvertreter waren aber naturgemäß breit gestreut. "Was manche sich wünschen, hängt natürlich auch ein bisschen vom Tabellenplatz ab", sagt Graml lächelnd und findet das auch nur allzu menschlich. Es war zu erwarten, dass Teams, die um den Aufstieg spielen, nicht unbedingt für einen Abbruch der Saison sein werden. Mannschaften, denen der Abstieg droht, sind tendenziell eher dafür, sofort einen Schnitt zu machen und die Spielzeit zu beenden.

Was immer das Virus mit dieser Gesellschaft macht, wie immer die weiteren Beschränkungen aussehen werden, wenn sich irgendwann etwas in eine Richtung abzeichne, "müssen wir auch eine Entscheidung treffen". Graml weiß, dass das nicht einfach sein wird: "Wir können es nicht jedem Recht machen." Schnellschüsse von Verbandsseite werde es aber vorher nicht geben. Da sei auch Rechtssicherheit gefragt, nicht dass dann irgendwann Klagen von Vereinen kämen.

Ein großes Thema am Samstag bei den Online-Treffs war aber nicht nur die Fortsetzung des Spielbetriebs, sondern auch die finanzielle Belastung der Klubs durch fehlende Einnahmen. "Wir können den Vereinen auch keine Kredite oder Zuschüsse geben, weil es der Verband rein rechtlich nicht darf und auch wirtschaftlich in keiner Weise leisten kann", musste Graml den Vereinen mitteilen. Auch von den Klubs bereits geleistete Gebühren könnte der Verband nicht zurückzahlen. Auch künftig müssten die Beiträge eingezogen werden. Zumindest in Sachen Schiedsrichterpool soll es für die betroffenen Kreisligisten eine Entlastung geben: Es soll zwischenabgerechnet werden, die derzeit nicht gebrauchten Gelder sollen an die Vereine zurückfließen. Geregelt werden muss auch, wie es künftig mit den Wechselfristen von Spielern ausschaut.

Die Online-Treffs sollen derweil in Corona-Zeiten beibehalten werden. Graml: "Wir können uns auch Videokonferenzen in den einzelnen Ligen vorstellen."

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