05.03.2020 - 17:15 Uhr
AmbergSport

"JD", der Biathlet aus der Oberpfalz

Seine Kumpels heißen Arnd Peiffer, Benedikt Doll oder Simon Schempp. Und es sind auch gleichzeitig seine Vorbilder. Der Biathlet Johannes Donhauser aus Raigering hat seinen großen Traum immer noch vor Augen.

Johannes Donhauser beim Langlauftraining in den Bergen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Die Weltcup-Helden sind dann auch nur ganz normale Biathleten. "Da sind wir eine große Familie", sagt Johannes Donhauser. Der 25-Jährige aus Raigering ist eine eher seltene Spezies in der Oberpfalz . Und deswegen wohnt er auch nicht mehr hier, sondern seit 2014 in Ruhpolding. Dort gehört Simon Schempp zu seinen Trainingspartnern, oder ab und an auch Benedikt Doll oder Arnd Peiffer, wenn sie nicht gerade in Oberhof trainieren. "Die sind alle sehr locker", berichtet Donhauser von den Einheiten, die einen wunderbaren Nebeneffekt haben: "Natürlich kann man sich von ihnen auch etwas abschauen."

Einer dürfte ein besonderes Vorbild sein, einer seiner besten Kumpels: Johannes Kühn hat in dieser Weltcup-Saison den Durchbruch geschafft, der Tüßlinger geht mit den Stars der Szene auf Reisen: "Mit Johannes tausche ich mich täglich aus", sagt der Johannes aus der Oberpfalz. Mit ihm hat er auch jüngst bei der WM vorm Fernseher mitgefiebert: "Seine ersten beiden Rennen waren sehr gut. Es war nur schade, dass er es nicht in die Staffel geschafft hat", analysiert Donhauser Kühns Auftritte in Südtirol.

Die große WM-Bühne, zigtausende Zuschauer auf den Rängen und an der Strecke - in so einem Ambiente zu starten, diesen Traum hat Johannes Donhauser noch nicht aufgegeben. Mit seinen 25 Jahren sei er noch lange nicht zu alt für eine permanente Weiterentwicklung. "Für Außenstehende bin ich sicherlich nicht mehr der Jüngste", meint er grinsend. "Aber ich bin bei weitem noch nicht austrainiert. Ich habe erst spät mit dem Langlaufen angefangen." Natürlich gibt es auch im Biathlon Überflieger, die in jungen Jahren durchstarten, doch in dieser Ausdauersportart ist es eher so, dass die Athleten erst Richtung 30 ihren sportlichen Höhepunkt erreichen. Donhauser, den viele wegen seiner Initialen "JD" nennen, weiß aber auch: "Ich muss schon nochmal eine Schippe drauflegen."

Mit seinem bisherigen Winter ist der Oberpfälzer, der noch drei Jahre eine Ausbildung bei der bayerischen Landespolizei absolviert, nicht zufrieden und das nicht nur, weil wegen des Schneemangels viele Wettbewerbe abgesagt wurden. Dabei schien es, eine gute Saison zu werden. "Bei den deutschen Meisterschaften ist es gut gelaufen", berichtet er. Am Arber und in Ruhpolding im September erzielte er gute Ergebnisse.

Doch dann verpasste er knapp die Nominierung für die internationalen Teams der deutschen Biathleten: 12 Athleten wurden für den Weltcup- und IBU-Cup gemeldet. Donhauser war an Nummer 13 - wahrlich eine Unglückszahl. Und dann kam die erste Station des Alpencups im österreichischen Obertilliach: Im Einzel wurde er gar nur Zwölfter. Donhauser war frustriert: "Ich hatte komplett mein Körpergefühl verloren." Die Beine waren schwer, der Kopf leer. "Es hat lange gedauert, bis ich da wieder rausgekommen bin." Jetzt sei er wieder topfit. "Aber jetzt ist der Winter bald vorbei."

Zuletzt hat der Raigeringer beim Deutschlandpokal in seiner Wahlheimat Ruhpolding den Massenstart gewonnen. In gut einer Woche beim Alpencup in Pokljuka will er seine gute Form noch einmal bei den letzten Rennen zeigen. Dann beginnt schon wieder die Ausbildung bei der Polizei. Die Langlauflatten stellt "JD" derweil für zwei Wochen weg. "Vielleicht gehe ich auch mal alpin skifahren", sagt er. Mit Après-Ski? Donhauser grinst genüsslich : "Warum nicht?" Biathleten sind ja auch nur normale Menschen.

Info:

Der Rotbühlsender, der Papa und der Spitzname

Der Raigeringer Johannes Donhauser hatte für die schmalen Latten zunächst nicht viel übrig. "Ich hab' Leichtathletik gemacht." Und Sommerbiathlon. Sein Vater Eberhard war Sommerbiathlet bei den Schützen in Karmensölden, aber auch begeisterter Skilangläufer. Und so probierte es der Junior auch. Beim SC Monte Kaolino nahmen ihn Trainer wie Thomas Steindl, Wolfgang Bosser oder Fabian Schöberl unter ihre Fittiche. "In Hirschau haben sie mir auch meinen Spitznamen JD verpasst. Ich weiß aber nicht mehr, wer es war." Schnell war klar: Donhauser kann mehr. 2014 wechselte der Junge an den Biathlon-Stützpunkt in Ruhpolding. Dort trainierte er zunächst unter Ricco Groß, ehe der zu den Russen wechselte. Danach war Andi Birnbacher ein Jahr sein Übungsleiter. Derzeit trainiert er bei Tobias Reiter und Remo Krug.

Auch beim Schießen müsse er sich natürlich noch verbessern, sagt Donhauser. "Wir trainieren das drei bis vier Mal pro Woche." In die Heimat, nach Raigering oder Hirschau, kommt er nur noch selten: "Zu Weihnachten und zu Geburtstagen." Ansonsten sei es zeitlich schwierig. Im vergangenen Winter war er auch mal am Rotbühlsender langlaufen, erzählt er. "Aber in diesem Winter war ja auch dies mehr als schwierig."

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