07.11.2019 - 13:02 Uhr
AmbergSport

Ein Leben für den Fußball

Über sieben Jahrzehnte kennt Georg Wienzek diesen Sport in der Region, als Spieler und seit 1952 als Schiedsrichter. Eines ist für ihn gleich geblieben: "Ein guter Schiri muss immer versuchen, in Ballnähe zu sein."

1965 bei der Sportheimeinweihung des 1. FC Rieden: Schiedsrichter Georg Wienzek (Mitte) und Landrat Hans Raß (links am Ball).
von Autor WFOProfil

Das galt damals genauso wie es heute, sagt der Ehrenobmann der Gruppe Amberg. "Früher war der Fußball familiärer und gemütlicher", weiß das Urgestein des Schiedsrichterwesens. "Gerade in den 60er Jahren wurden etliche Fußballvereine aus der Taufe gehoben. Dadurch gab es natürlich auch mehr Ligen - alleine in Stadt- und Landkreis waren 47 Vereine im Fußballspielbetrieb.

Zu den Anfangszeiten mancher Vereine gab es noch kein Sportheim mit seinen Annehmlichkeiten wie den warmen Duschen, erinnert sich Georg Wienzek. Manchmal musste ein Bach herhalten, um sich wenigstens ein bisschen frisch zu machen. Es gab Fußballplätze, da war die Seitenlinie einen Schritt von der Strafraumbegrenzung entfernt, oder man konnte aufgrund der Hanglage des Spielfeldes vom unteren Tor nur die Latte des oberen Tores erkennen. Die Plätze bestanden aus Schlacke oder Sand, dazu lagen immer wieder mal kleine Steine herum. Gespielt wurde bei fast jedem Wetter. "Wir Schiedsrichter haben uns oft in einer Garage umgezogen oder im Schlafzimmer der ortsansässigen Wirtsleute", erklärt Wienzek. Das klingt auch alles ein bisschen gemütlicher, und die Runde wurde auch mitunter nach dem Match mit einer Kiste Bier in der Kabine fortgesetzt.

1948 kam Georg Wienzek durch seinen Kumpel Walter Wollak zum Fußball - mit 18 Jahren eigentlich ein bisschen spät. Nach einem Intermezzo beim FC Amberg wechselte der junge Georg zum SV Freudenberg, dem er nun seit mittlerweile 70 Jahren die Treue hält. 1952 legte er die Schiedsrichterprüfung erfolgreich ab, stieg 1965 in die Landesliga auf - davon gab es in Bayern nur zwei. Und 1967 schaffte er den Sprung in die eingleisige Bayernliga und war damit nur zwei Ligen von der ersten Bundesliga entfernt. Fünf Jahre leitete Georg Wienzek Spiele auf höchstem Amateuerniveau, ehe er 1973 die Leitung der SR-Gruppe Amberg als Obmann übernahm. 300 Sportler bildete er in diesen guten zehn Jahren für das Schiedsrichterwesen aus, unter anderem auch die erste Schiedsrichterin.

"SR-Gespanne gab es nur bis einschließlich der Bezirksliga. Früher war die Sprache des Schiedsrichters die Pfeife. Heute wird viel mehr diskutiert. Grundsätzlich ist diese Kommunikation gut, so lange sie nicht in unnütze Diskussionen ausartet", findet der langjährige Funktionär. Als Regelspezialist hat er ein waches Auge auf die vielfältigen Änderungen, die bei ihm grundsätzlich auf positive Resonanz stoßen. Noch etwas anderes hat sich in all den Jahren aber nicht verändert: Der Fußballsport ist und bleibt für Georg Wienzek die schönste Nebensache der Welt.

Am 20. April 1986 in München: Georg Wienzek (rechts) mit Kollege Rudolf Gebele (links) und Schiedsrichter Thomas Gebele (Mitte). Das Trio leitete damals das A-Jugenspiel der Bayernliga zwischen dem TSV 1860 München und den FT Starnberg 09.
Ein "Heiliger Georg" von den Schiedsrichterkollegen für den "Schorsch".
Der Ausweis für den Schiedsrichterobmann von 1970.
Die gesammelten Werke belegen: Georg Wienzek ist Mitglied des SV Freudenberg.
Ebenfalls bei der Einweihung des Sportheimes in Rieden. Schiri Georg Wienzek (Mitte) vor dem Spiel mit den Mannschaften.
Der 89-Jährige vor Wimpeln, Urkunden und Ehrentellern in seinem Arbeitszimmer in Ebermannsdorf.
Georg Wienzek erläutert in den 80er Jahren die Fußballregeln.
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