27.05.2018 - 13:52 Uhr
AmbergSport

Manuel Weiß in der Weltspitze

Als Außenseiter startet er bei der WM in Rumänien, als Vizeweltmeister kehrt er zurück

Er kann's kaum fassen: Manuel Weiß ist Vizeweltmeister im Kegeln.
von Andreas SchwaigerProfil

Mit Außenseiterchancen war er gestartet und als sensationeller Vize-Weltmeister kam er nach Hause zurück: Für Manuel Weiß aus Kümmersbruck war es die die erste Einzelweltmeisterschaft im Kegeln seiner jungen aber eindrucksvollen Karriere und viel besser hätte diese nicht laufen können.

Weiß, der für den SKV Rot Weiß Zerbst startet, hatte in Cluj in Rumänien eine anstrengende Woche zu überstehen. Bereits am Montag galt es, bei der Qualifikation nicht nur mindestens unter die besten 32 von 64 Startern zu kommen, sondern auch eine möglichst günstige Position für den weiteren Turnierverlauf zu ergattern. Weiß meisterte diese Aufgabe mit 638 Kegeln und Platz 13 zufriedenstellend.

Dann aber stand für den IT-Systemelektroniker das Tandem-Mixed zusammen mit Melina Zimmermann auf dem Plan. Doch beide mussten sich in einem dramatischen Viertelfinale einem Paar aus Österreich geschlagen geben.

Am Donnerstag stand die zweite Runde im Einzel auf dem Plan. Gegen Michal Szulz (Polen) zeigte Manuel Weiß, dass er in Lage war, mit dem Druck umzugehen und befreite sich nach 1:2-Rückstand und zog bei 2:2 und 666:653 ins Achtelfinale ein. Bereits hier mussten so manche Mitfavoriten die Segel streichen.

Am Freitag hieß es dann, den österreichischen Superstar Lukas Huber niederzuringen. Auch dieses mal war es der letzte Satz, der bei 1,5:1,5-Zwischenstand die Entscheidung bringen musste und wieder war es Weiß, der ins Abräumen die Nerven behielt und mit 2,5:1,5 (633:604) dem Traum einer Medaille weiter träumen durfte.

Im Viertelfinale gegen Bojan Vlakevski (Mazedonien) musste er einmal mehr einem 1:2-Rückstand hinterher laufen und die Fans am heimischen Bildschirm standen kurz vor der dritten Herzattacke, doch Manuel Weiß trat erneut die Flucht nach vorne an und mit 2:2 bei 659:638 war es geschafft: Halbfinale und somit die Bronzemedaille sicher.

Mit diesem Schwung ging es am Samstagmorgen ins Halbfinale gegen Jan Bina (Tschechien), der als U23-Spieler wohl die zweite große Überraschung des Turniers war. Die Anstrengungen der vergangen Tagen war beiden Athleten durchaus anzumerken, doch Manuel Weiß ergriff nach dem ersten Satz die Initiative und entschied das Duell vorzeitig. Nach 4:0 bei 624:584 war der Oberpfälzer bereits ein WM-Held.

Im Finale aber wartete Vilmos Zavarko, der nicht nur dieses Turnier dominierte, sondern seit Jahren immer neue Superlative im Kegelsport setzt. Nach 60 Würfen keimte bei 0,5:1,5 noch etwas Hoffnung auf, doch im Anschluss schlug der "Vollstrecker" gnadenlos zu mit 0,5:3,5 bei 627:695 war der Serbe der verdiente Weltmeister. Manuel Weiß aber ein überglücklicher Vizeweltmeister, der nun in der Weltspitze angekommen sein dürfte.






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