09.11.2018 - 19:55 Uhr
AmbergSport

"So lernen die Jungs wenigstens mal die Oberpfalz kennen"

"Ruhm und Ehre, Vilsecks Amateure!" Der Leitspruch der zweiten Mannschaft des FV Vilseck, die im Mai in die Kreisklasse aufsteigt. Ein spektakuläre Feier beginnt - und der Opa eines Spielers bekommt mittendrin eine Sonderaufgabe.

Feiern bis zum Umfallen: Die Vilsecker Reservisten ließen es als Meister der A-Klasse Süd krachen.
von Autor WFOProfil

Nach vielen vergeblichen Anläufen gelang der Mannschaft von Tobias Graßler zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Aufstieg von der A-Klasse in die Kreisklasse. Und dort läuft es phänomenal, denn da man nach dem Aufstieg den Ligaerhalt als Ziel setzte, erlebte die motivierte Mannschaft eine Erfolgsgeschichte, die sie auf den zweiten Rang führte. Dieser sportliche Erfolg leitete eine spektakuläre Feier ein.

Die begann mit dem Abpfiff der entscheidenden Begegnung und ein Trio aus diesem Team feierte so exzessiv, dass es von Freitag bis Montag Mittag nahezu durchmachte: In Fußballschuhen und im Aufstiegstrikot wurde die Nacht zum Tage gemacht. Einer der erfolgreichen Akteure hätte gerne auch so lange mitgemacht, aber am Montag vormittag stand das Deutschabitur auf dem Spielplan. Da der junge Mann nicht so fahrtüchtig gewesen sein soll, musste der Großvater einspringen und Chauffeuer spielen. Der Opa fuhr den Aufstiegshelden zur Prüfung - die der junge Sportler trotz der wenig intensiven Vorbereitung mit Bravour meisterte.

Einige Jahre war die zweite Mannschaft des FV Vilseck in der A-Klasse zu Hause. Mal dümpelte man in unteren Regionen herum, mal im Mittelfeld, aber der große Wurf Richtung Kreisklasse schien wenig realistisch. Der Umschwung kam auch mit dem neuen Trainer Tobias Graßler, der bei seinem Verein auch fast alle Jugendalterstufen trainiert hatte. Der 29-jährige Fußballer absolvierte die Prüfung für den B-Schein erfolgreich und er wurde vor einer Woche vom Bayerischen Fußballverband für seine Verdienste als U30-Fußballheld des Kreises Amberg-Sulzbach in Regensburg ausgezeichnet.

Graßler übernahm vor Jahresfrist die zweite Mannschaft und der Erfolg stellte sich schnell ein: Der Aufstieg in die Kreisklasse gelang, die Freude war riesig und dort wollte man auf alle Fälle nicht absteigen. Doch diesen Ziel wurde weit übertroffen und muss nun auch neu justiert werden. Die sportliche Hitliste trägt auch verschiedene Namen: Zum einen eine Mannschaft, die sehr motiviert ist und sich durch großen Trainingsfleiß auszeichnet, denn 15 Spieler aus dem 23köpfigen Kader sind immer im Training, und die Quote würde bei annähernd 100 Prozent liegen, wenn nicht Studium und Schichtarbeit eine noch bessere Teilnahme verhindern würden.

Zum anderen versteht es Tobias Graßler, so Spartenleiter Rainer Liermann, innerhalb und außerhalb des Spielfelds zu begeistern, die Truppe "zieht mit wie eine Eins". So gibt es im Strafenkatalog für unentschuldigtes Fehlen, liegengebliebene Sachen, Zu-spät-Kommen oder Gelbe und Rote Karten keine Geldstrafen, sondern die "Sünder" werden mit K20, K40 oder K 60 - also einem Kasten, zwei Kästen oder drei Kästen Bier belegt.

Das Saisonziel Klassenerhalt war gesteckt, denn die Mannschaft blieb zum Aufstieg unverändert und besteht aus "Vilseckern". Dann war man auch ein bisschen enttäuscht, in der Kreisklasse West spielen zu müssen, "obwohl die Vereine für uns alle eher im Osten liegen", so Liermann. "Aber", so der Funktionär weiter, " so lernen die Jungs wenigstens mal die Oberpfalz kennen." Die Kreisklasse West ist nur vermeintlich leichter, unter dem Strich sind die Kaliber mit dem SC Eschenbach, dem TSV Pressath oder dem SV Neusorg ähnlich groß wie in der Kreisklasse West, erzählt der Abteilungsleiter, der sicher ist, dass der FV Vilseck II in der Kreisklasse Süd auch unter den ersten Fünf zu finden wäre.

Im Westen ist die Truppe aber nun Zweiter hinter dem ASV Haidenaab, hat sieben Punkte Vorsprung auf den Rangdritten aus Pressath und möchte diesen Platz behalten. "Das wäre natürlich ein sensationeller Traum", weiß Liermann, aber manchmal gehen Träume auch in Erfüllung. Eine Feier würde dann in die Geschichtsbücher der Stadt eingehen ...

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