07.03.2019 - 14:18 Uhr
AmbergSport

Stell dir vor, es ist Fußball und keiner pfeift

Während in der Bundesliga und der Champions-League Video-Assistenten helfen, mühen sich am Wochenende die Unparteiischen in den Amateurligen - nur mit Pfeife und Fähnchen. Das Problem: Sie sind zu wenig.

Drei leiten ein Fußballspiel. Das muss nicht immer so bleiben. Denn falls in der Gruppe Amberg der Nachwuchs ausbleibt, können Spiele nicht mehr besetzt werden.
von Autor GELProfil

Sie leiten an der Basis Spiele, oftmals auch zwei- bis drei pro Woche. Die Zahlen untermauern die Forderung der Gruppe Amberg an die Vereine, sich um geeignete Sportfreunde umzuschauen, die pfeifen. Denn im Jahr 2018 haben 35 Schiedsrichter die Pfeife an den Nagel gehängt, aber nur 15 neue Kollegen konnten ausgebildet werden. Nachdem die Schiedsrichter des alten Schlages älter werden und bald in den verdienten Ruhestand gehen dürfen, und deren mehrmaliges Engagement nicht von jedem jüngeren Kollegen getragen wird, entstehen Doppeleinsätze, wie z.B. zunächst ein Spiel der A-Klasse zu leiten, um dann anschließend noch beim Kreisliga-Match an der Linie zu stehen.

Die Gruppe Amberg bietet nun einen Lehrgang über ein Wochenende an: Vom 22. bis 24. März im Sportzentrum Kümmersbruck. Beginn ist am Freitag um 18 Uhr, Ende am Sonntag gegen Uhr. Aber: Es steht nicht fest, ob das Ausbildungswochenende überhaupt stattfinden wird. Denn seit den Wintertagungen der Herren und Junioren sind nur vier Anmeldungen mehr eingegangen. "Den Tag werde ich noch erleben, an dem ich melde: Spiele bleiben unbesetzt", erklärt Obmann Thomas Gebele. "Es bleiben ja nur noch zwei Wochen. Wenn nicht jetzt, wann dann?"

In den Nachbargruppen laufen ebenfalls Lehrgänge, wie in Weiden mit 12 Teilnehmer und in Regensburg sind es sogar 52. Selbst die Tatsache, dass 21 Vereine aus dem Teilkreis Amberg für das Kalenderjahr 2018 über 3000 Euro an Strafe zahlen müssen für zu wenige Referees, konnte sie bisher nicht bewegen, Kandidaten anzumelden.

Teilnehmen dürfen alle Fußballbegeisterte (männlich und weiblich) ab 14 Jahren; Fußballer dürfen auch zeitlich abwesend sein, denn während der folgenden Woche gibt es einen Wiederholungsabend, am Wochenende (30. März) findet die Prüfung statt.

Anmeldungen sind über jeden Verein möglich oder direkt bei Obmann Thomas Gebele (Tel. 0170/4062672, E-Mail: thomas.gebele[at]asamnet[dot]de) oder Lehrwart Walter Schimpke (Tel. 0171/6317413, E-Mail: walter.schimpke1 @freenet.de).

Jeder Verein muss für seine Herrenmannschaft, A- und B-Junioren- und Frauenteam je einen Schiri stellen. Erreicht er dies nicht, ist eine Ausfallgebühr nötig, die sich von Jahr zu Jahr erhöht und von der Spielklasse der erste Mannschaft abhängig ist.

Hintergrund:

Eine Übersicht über die Vereine, die 2018 zu wenig anrechenbare Schiedsrichter stellten und eine Ausfallgebühr bezahlen mussten: DJK Ammerthal, TuS Kastl, DJK Ensdorf, SV Hahnbach, SV Raigering, SV Sorghof, SV 08 Auerbach, TuS Rosenberg, TSV Königstein, SV Schmidmühlen, TSV Theuern, DJK Ursensollen, TuS Hohenburg, FC Edelsfeld, 1.FC Neukirchen, SV Köfering, DJK Seugast, ESV Amberg, SV Etzelwang, JFG Obere Vils.

Über je einen anrechenbaren Schiri verfügen: FC Freihung, ASV Schwend, JFG Amberg-West.

Zwei Unparteiische können aufweisen: SpVgg Ebermannsdorf, SV Kemnath a.B., FC Großalbershof, 1.FC Schlicht, DJK Ehenfeld, SV Michaelpoppenricht.

Drei Schiris pfeifen für: FC Amberg, TSV Kümmersbruck, SSV Paulsdorf, TuS/WE Hirschau.

Vier Schiedsrichter besitzen: 1.FC Rieden, FC Edelsfeld, Germania Amberg, SF Ursulapoppenricht, SV Kauerhof, SVL Traßlberg, SV Illschwang, FV Vilseck.

Über fünf Schiris freuen sich: SV Loderhof/Sulzbach, DJK Gebenbach, SV Freudenberg.

Sechs Unparteiische werden für den ASV Haselmühl angerechnet und sogar sieben (einer in der Gruppe Weiden) für den SV Inter Bergsteig Amberg.

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