03.06.2020 - 16:34 Uhr
AmbergSport

SV Raigering wagt Trainings-Experiment in Corona-Zeiten

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Der Flachpass über fünf Meter kommt an, der über 20 Meter auch. Ball stoppen, und zum nächsten Spieler: Die B-Junioren des SV Raigering haben das Fußballtraining wieder aufgenommen.

In Gruppen mit Abstand.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Mit den maximal erlaubten 20 Mann und Einschränkungen. Ein Experiment - von dem keiner weiß, ob es funktioniert. Beim ersten Training waren es exakt die 20 maximal erlaubten Spieler plus Trainer im Alter von 16 und 17 Jahren, die im Pandurenpark des SV Raigering aufliefen. Streng nach Corona-Regeln, mit eigens im Verein entwickeltem Hygienekonzept.

Corona bremst

Den Ball ein bisschen lupfen - viel mehr ist nicht drin.

Aufgeteilt in vier Gruppen zu je fünf Jungs. Und sie waren mit Spaß und Freude dabei, denn das letzte Training vor Corona war Anfang März diesen Jahres, nur ein Punktspiel konnten die B-Junioren in der Landesliga Nord heuer bestreiten - am 8. März gelang ein 5:2-Sieg gegen den TSV Großbardorf. Danach war Schluss - das Virus beendete sowohl den Spielbetrieb als auch das Training.

Die Lockerungen durch die Bayerische Staatsregierung erlaubten ab der vergangenen Woche wieder das Training mit 20 Mann - zuvor war nur eine Kleingruppe mit fünf Spielern und einem Trainer gestattet.

Der SV Raigering wagte das Experiment: "Warum wir uns das Ganze antun, ist weniger das Sportliche als mehr der Wunsch nach den sozialen Kontakten der Kinder. Wir wollen, dass wir die Kinder auf dem Platz haben, dass wir Ansprachen halten können" erklärt Christoph Grabinger, der Gesamtjugendleiter des SV Raigering.

Trainer Wolfgang Neller (Mitte) gibt klare Anweisungen, wie das Passspiel mit entsprechendem Abstand aussehen soll.

Detailliertes Hygienekonzept

Stefan Ottmann, der 2. Jugendleiter, hat in tagelanger Arbeit ein Hygienekonzept ausgearbeitet, angelehnt an die Richtlinien des Bayerischen Fußballverbandes, wie ein Training mit 20 Mann, respektive Jugendlichen, aussehen soll. "Es war eine lange Überlegung, ob wir das so machen. Denn es ist ein enormer Aufwand, alles so zu steuern, weil die Gruppen mit vier oder fünf Mann immer wieder neu justiert werden müssen", sagt Jochen Schober, einer der beiden Trainer.

Toilettengang mit Begleiter

Abstand halten, Regeln beachten. Die Eltern mussten Einverständniserklärungen unterschreiben, die Trainer führen eine Anwesenheitsliste, in der jeder Spieler eingetragen wird. Die Regeln betreffen auch die An- und Abfahrt, das Verhalten auf dem Platz - und den Toilettengang: "Wenn einer dringend auf die Toilette muss, kommt er zu mir oder meinem Kollegen. Dann gehen wir mit ihm zur Toilette, danach wird alles desinfiziert, alles wieder abgeschlossen, dann geht es zurück auf den Platz", erläutert Wolfgang Neller, ebenfalls Trainer der Landesliga-B-Junioren.

Technik und Pässe

Alles streng geregelt, damit nichts schief geht. Denn nach und nach sollen weitere Altersklassen ins Training einsteigen. Beginnend mit Technik- und Passübungen, da richtiges Fußballspielen im Amateurbereich noch nicht erlaubt ist. Aber besser als nichts, ist der Tenor der Jugendleiter des SV Raigering, denn im Hinterkopf hat man den einen oder anderen Gedanken, dass nach zu langer Pause sich manch ein Spieler überlegen könnte, ganz mit Fußball aufzuhören. "Deswegen sind wir dieses Risiko eingegangen, und hoffen, dass alles gut geht. Wenn sich jeder an das Konzept hält, sowohl Trainer als auch die Spieler, sollte es funktionieren", sagt Stefan Ottmann. "Das Beste war einfach, mit den Kumpels wieder auf dem Platz zu stehen und den Ball auf dem Fuß zu haben", sagt Frederick Schüll, der Kapitän der B-Junioren des SV Raigering.

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