21.08.2019 - 20:55 Uhr
AmbergSport

Ein Tattoo als Lebensmotto: "Never give up"

"Ich wog 125 Kilogramm. Mit 18 hat es dann klick gemacht, und seitdem kann ich nicht mehr ohne Fußball." Karl Barth, heute 26 Jahre alt, erzählt die Geschichte seines wichtigsten Tattoos - und wie alles begann.

Karl Barth mit der Anonymus-Maske auf dem Arm.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

"Never give up" ist auf seinem rechten Unterarm eintätowiert: "Gib nie auf." Ein Spruch zusammen mit einer geballten Faust, das ihm viel bedeutet: "Weil ich schon verdammt viel durchgemacht habe."

Im Alter von 13 Jahren wechselte er vom TSV Kümmersbruck ("Da hat es mir nicht gefallen") zum TSV Theuern. Dann hörte er komplett auf, weil er ständig an Gewicht zunahm: "Das Trikot passte nicht mehr." Nach der Ausbildung hatte er viele Jobs, hatte sich "reingehangen" - aber er wurde jedes Mal enttäuscht. Es habe immer geheißen, er werde übernommen - wurde er aber nicht. So kam eines zum anderen, sein Gewicht, der Frust: "Irgendwann war ich am Ende. Ich war arbeitslos und wusste nicht mehr, was ich machen sollte." Seine Erkenntnis mit 18: "Jetzt musst du was tun. Ich habe gekämpft dafür, alles gegeben."

Der Fußball half. Zwei Saisons in der B-Klasse, sein Ziel war, in die erste Mannschaft zu kommen. Abnehmen, Kondition aufbauen. Nach zwei Jahren hatte er geschafft: 94 Kilogramm bei 1,84 Meter Größe - beachtlich. "Da habe ich angefangen, mich tätowieren zu lassen." Erst der Spruch "Never give up", dann in Bezug auf seine Familie ("Lerne zu schätzen, was dir am Herzen liegt", "Für manche Dinge wirst du nie einen Ersatz finden") und das Geburtsdatum "meiner Ma", in Form einer Uhr. Dann kamen die Masken dazu, ein Totenkopf und ein Adler. "Am besten gefällt mir die Anonymus-Maske aus dem Film 'V wie Vendetta'. Das hat aber keine Bedeutung. Die Maske wollte ich unbedingt haben, die ist mir sofort ins Auge gestochen."

Karl Barth vom TSV Theuern.

2017 löste sich die Ebermannsdorfer Mannschaft auf, und Karl Barth wechselte zum TSV Theuern. In Theuern wohnt er auch, durch die Bekanntschaft mit TSV-Trainer Andreas Wächter kam der Wechsel zustande. "Jetzt passt es." Auch der Job: Barth arbeitet bei der Baufirma Engelhardt in Ammerthal.

Im Zeitraum von acht Jahren ist bisher die Sammlung an Tätowierungen zustande gekommen, meistens im Winter lässt er sich die Motive stechen. Als nächstes ist ein Bild eines Löwen an der Reihe: "Komplett über den Rücken." Sind Tattoos wie eine Sucht? "Viele sagen das. Am Anfang habe ich gesagt: Nein, das ist keine Sucht. Aber jetzt: Wenn man einmal anfängt, dann hört man nicht mehr auf." Im Gesicht und am Hals würde er sich keine Tattoos zulegen. Rücken, Arme, Beine - das ist okay.

Die typischen Sprüche seiner Familie muss er sich teilweise auch anhören - die aber eher lustig gemeint sind. "Gib mir lieber das Geld, sagt mein Dad, bevor du dich tätowieren lässt. Meine Oma sagt: Du siehst aus wie ein Verbrecher. Oder: Wie kann man so blöd sein." Karl Barth nimmt's gelassen: "Das gehört dazu, das ist eine andere Generation." Im Gegenteil, Tätowierungen sind modern geworden: "Heutzutage ist das fast Pflicht."

Never give up - das Motto ist eintätowiert.
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