24.07.2019 - 14:41 Uhr
AmbergSport

Vorbild steht vor Rockefeller Center

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Jérôme Boateng hat einige, David Beckham jede Menge und Leroy Sané trägt sich selbst am Rücken. Waldemar Waschkau von Inter Bergsteig Amberg ist ebenfalls tätowiert. Mit ihm beginnt unsere neue Serie über Sportler und ihre Tattoos.

Waldemar Waschkau.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Eine Serie, die im wahrsten Sinn des Wortes unter die Haut geht. Waschkaus Lieblingstattoo: Der griechische Titan Atlas, der die Welt auf seinen Schultern trägt. "Das Motiv war mir sofort klar, als ich in New York vor dem Rockefeller Center gestanden bin", erklärt Waschkau. Eine Bronzestatue vor dem Center inspirierte ihn. "Da habe ich gewusst: Das wird mal mein Tattoo." Er hat die Skulptur mit dem Handy fotografiert und sich dann ein Jahr lang Zeit gelassen, ehe ein Tätowierer aus einem Amberger Studio ran durfte. Allerdings nicht exakt die Statue aus New York, sondern eine ähnliche Abbildung.

"Da ich sehr häufig und sehr gerne reise, habe ich es als sehr gutes Motiv empfunden. Er schultert die Welt. Für mich hat es die Bedeutung, dass ich gerne die Welt sehen möchte. Es zeigt, dass sie nicht zu groß ist, um sie zu bereisen." Man sei dadurch offener anderen Kulturen gegenüber, das sei gerade in seinem Verein - dem SV Inter Bergsteig - wichtig, der in Amberg als Schmelztiegel von Fußballern aller Nationen galt und immer noch so ein bisschen gilt. Waschkau selbst hat in den vergangenen zehn Jahren rund 40 Länder bereist, ist zum Teil auch beruflich viel unterwegs. Malaysia war bisher das exotischste Land, in dem er war. Israel steht in diesem Jahr auf dem Urlaubsplan.

Waschkau spielt jetzt im zwölften Jahr für den SV Inter Bergsteig. "Alles außer Torwart. Zuletzt war ich Abwehrspieler, das nehme ich dem Trainer immer noch übel", sagt der 28-Jährige und lacht. Im Herbst hatte er sich verletzt und fängt jetzt wieder an. Mit 21 Jahren hat er sich sein erstes Tattoo stechen lassen, einen Engel auf dem linken Oberarm. "Das Motiv hat mir gefallen", sagt Waschkau. Inzwischen hat er beide Arme voll, an den Rippen, an den Oberschenkeln und eines an der Wade. "Es sind sieben Tattoos, Motive sind es mehr."

Er fotografiert, was für eine Tätowierung infrage kommt. Wenn ihm eines nach einem halben Jahr noch gefällt, dann macht er einen Termin mit dem Studio aus. "So vermeide ich, dass ich irgendwelchen Trend-Tattoos hinterherlaufe." Den rechten Arm hat er in Amberg stechen lassen, den linken bei seinem Onkel in Nürnberg - weil der ein eigenes Tattoo-Studio hat. Aber jetzt favorisiert er den Amberger Künstler - nicht nur, weil der auch Sponsor bei Inter Bergsteig ist.

"Ich habe bisher nur positive Feedbacks erhalten, die schlechten werden natürlich hinter meinem Rücken erzählt", sagt Waldemar Waschkau - und grinst. Er arbeitet hauptberuflich bei der Firma Grammer in Amberg als Qualitätsplaner und hat viel mit Kunden zu tun. "Da vermeide ich es, beim ersten Besuch kurzärmlig zu kommen. Wenn sie mich schon kennen, dann kommt durchwegs nur Positives zu meinen Tattoos", erklärt er.

Die nächsten Motive sind schon in Planung: "Die Brust und der Rücken", sagt Waschkau. Auf der Brust hätte er gerne zwei Löwen-Statuen, und auf dem Rücken einen Riesen-Totenkopf. "Mir gefällt das Motiv." Hat auch so ein bisschen mit seinem Verein zu tun: Albert Sejdiu trägt einen Totenkopf auf seiner Kapitänsbinde.

Auf dieses Tattoo ist Waldemar Waschkau besonders stolz: Atlas, ein Titan der griechischen Mythologie stützt das Himmelsgewölbe. Nachdem die olympischen Götter die Titanen laut Sage nach heftigem Kampf besiegt hatten, wurde Atlas von Zeus dazu verurteilt, die Himmelssäulen zu stützen. Und zwar an der Stelle, wo es so scheint, als berühre die Sonne die Erde. Nach damaligem Wissensstand der Welt dort, wo die Sonne untergeht: Im Westen in Marokko, Algerien und Tunesien - im Atlasgebirge.
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