17.02.2019 - 15:44 Uhr
AmbergSport

Eine Winzigkeit fehlt zum Medaillen-Glück

Es ist nicht mehr als ein Wimpernschlag: Bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften schrammt Corinna Schwab um zwei Hundertstel Sekunden an Bronze vorbei. Im ersten Moment ist sie enttäuscht, kann sich dann aber doch freuen.

Lächelnd winkt Corinna Schwab nach ihrem Vorlauf über die 400 Meter ins Publikum. Im Finale lief die 19-Jährige auf Platz vier.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

"Es sind gemischte Gefühle", sagte Corinna Schwab einige Minuten nach dem dramatischen Zieleinlauf über die 400 Meter am Sonntagnachmittag bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften vor 3500 Zuschauern in der Leipzig-Arena. Natürlich sei "ein bisschen Wehmut dabei", weil der Abstand zur Medaille so minimal war. Gleichzeitig sei sie aber auch "mega-happy, weil ich ohne Schmerzen laufen konnte und gleich im zweiten Rennen des Jahres persönliche Hallenbestzeit geschafft habe", so die 19-Jährige aus Hiltersdorf (Gemeinde Freudenberg), die seit dieser Saison für die LG Telis Finanz Regensburg startet.

"Attacke im Finale"

Nach einem Mittelfußbruch im Oktober vergangenen Jahres, einer Operation, wochenlanger Zwangspause und einem ersten Wettkampf über die 200 Meter eine Woche zuvor in Chemnitz war der Start bei der "Deutschen" auch ein bisschen ein Leistungstest für die Studentin. Und es lief gut, besser als sie selbst erwartet hatte. In ihrem Vorlauf wurde Schwab in 54,45 Sekunden Zweite hinter Luna Bulmahn (53,33) aus Hannover, qualifizierte sich als insgesamt Viertschnellste für den Endlauf am Sonntag und kündigte an, "im Finale zur Attacke blasen" zu wollen.

"Es ging flott los, ich habe mich nach hinten drängen lassen", beschrieb Schwab den Start des Finallaufes. Vorne gaben Titelverteidigerin und Favoritin Nadine Gonska (MTG Mannheim) und Luna Bulmahn mächtig Gas, dahinter musste Corinna Schwab zweimal "den weiten Weg außen vorbei über die zweite Bahn gehen". Auf der Zielgerade witterte sie dann ihre Chance. Die unmittelbar vor ihr laufende Laura Müller (LC Rehlingen) konnte ihr hohes Tempo nicht halten, Schwab kam Schritt für Schritt näher, doch Müller rettete ihre Bronzemedaille noch gerade so (54,20). Deutsche Meisterin wurde Nadine Gonska in 53,24 Sekunden vor Luna Bulmahn, die nach 53,67 Sekunden die Ziellinie überquerte.

Erst OP, dann WM

"Wenn mir jemand vor einem Monat gesagt hätte, dass ich bei der ,Deutschen' bin und mich darüber ärgere, dass ich den dritten Platz verpasst habe, ich hätte es nicht geglaubt", sagte Corinna Schwab, für die in ein paar Tagen wieder ein OP-Termin ansteht: "Da werden die Drähte aus meinem Fuß entfernt." Nächster Saisonhöhepunkt ist dann im Mai die Staffel-WM in Japan.

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