07.05.2020 - 18:09 Uhr
AmbergSport

Zeigt her eure Frise: Fußballer warten sehnsüchtig auf einen Friseurtermin

Ein Zentimeter oder eineinhalb sind nicht viel – in manchen Zeiten sieht Mann das aber ganz anders. Denn um diese Länge wachsen normalerweise die Haare. Pro Monat. Aber nicht bei allen.

Tobias Schneider
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Seit 20. März sind in Bayern die Friseursalons dicht – Corona, beziehungsweise der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wollte es so. So ein paar Wochen hält Frau/Mann das durch – aber dann allmählich drückt das Haupthaar, wächst der Pelz. Und der Wunsch nach Kürzung wird immer größer. Und natürlich auch bei Fußballern. Wir haben uns umgehört– und die fast einhellige Meinung war: Außer dem Fachmann darf keiner ran! Da käme es auf eine Woche mehr oder weniger nicht mehr an. Nur einer hätte seine Mutter gelassen – durfte sie aber nicht besuchen. Einer ist dabei, den juckt das Ganze überhaupt nicht: Das liegt an seinem besonderen „Style“.

Tobias Schneider (TSV Kümmersbruck)

Der Torwart des TSV Kümmersbruck kann sich kaum noch erinnern: „Oh Gott, wann war ich das letzte Mal beim Friseur? Anfang des Jahres? Januar? Die Matte muss runter, die ist ja nur noch nervig.“ Seine Mutter hätte ihm die Haare schneiden können, aber: „Die darf man ja nicht besuchen.“ Er arbeitet als Zimmerer, da hängen ihm die Haare ständig ins Gesicht: „Ich muss die ganze Zeit ein Käppi aufsetzen. Das mag ich nicht so.“ Termin hat er noch keinen beim Friseur, aber nun muss er einen ausmachen – „da wird es höchste Zeit.“

Andreas Graml (DJK Ursensollen)

Andreas Graml

Es sei zwar noch vorzeigbar, aber in zwei Wochen habe er den ersehnten Termin: „Selbstversuche haben wir nicht in Betracht gezogen“, sagt der Spielertrainer der DJK Ursensollen. Wir, das heißt er und seine Frau. In der Früh stört’s ein wenig, im Bad braucht er ein paar Minuten länger. „Es ist eher lustig als schwierig.“ Tochter Frida (2), die ebenfalls noch nicht beim Friseur war in den vergangenen Wochen, darf schon mal beim Papa zupfen – das macht Spaß.

Benjamin Scheidler (1. FC Schlicht)

Benjamin Scheidler

Ende Februar war der Spielertrainer des 1. FC Schlicht das letzte Mal beim Friseur. „Jetzt ist das alles nicht mehr pflegeleicht. Ungewohnt. Die Haare sind schon gewaltig gewachsen.“ Scheidler hat niemanden rangelassen und lieber auf den Tag X gewartet: „Das ist Montag nächste Woche. Ich habe gleich am Montag diese Woche angerufen, aber mein Friseur in Weiden war schon komplett ausgebucht.“ Auf eine Woche mehr oder weniger „kommt’s auch nicht mehr drauf an.“

Felix Kastl (TSV Kümmersbruck)

Felix Kastl

„In der Arbeit nennen sie mich schon Thomas Gottschalk. Wenn ich aufstehe, habe ich die vollen Locken“, sagt der Verteidiger des TSV Kümmersbruck. Ein dichter Pelz schmückt das Haupt: „Vom Opa geerbt, der hat mit über 90 noch immer volles Haar.“ Er wollte noch vor der Ausgangsbeschränkung zum Friseur, aber er musste nach dem Skiurlaub in Quarantäne – nichts war’s mit Kurzhaarschnitt. Wenn alles geklappt hat, dann hat sein Friseur aber diese Woche noch Hand angelegt.

Alexander Heldrich (SV Illschwang)

Alexander Heldrich

„Einmal wöchentlich wird der Rasen frisch gemäht“, sagt der Trainer des SV Illschwang und lacht. „Ich schaue seit Jahren so aus, oben ohne. Da bin ich bei der Schließung der Friseure nicht in Panik verfallen“. Die „Haarpflege“ gehe ziemlich zügig: „Wo nichts ist, da kann nichts werden.“ Er nimmt’s mit Humor – und stellt mit einem Grinsen fest: „Die Eitelkeit muss bei mir hinten anstehen.“

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