29.07.2018 - 14:22 Uhr
AmmerthalSport

Hitziges Derby-Gefecht

In einem emotionalen und kurzweiligen Landkreisderby gibt es zwischen der DJK Ammerthal und der DJK Gebenbach vor 1325 Zuschauern keinen Sieger. Nach dem Abpfiff geht der Schlagabausch verbal weiter.

Helle Aufregung und wütende Proteste gab es an der Ammerthaler Bank nach diesem Foulspiel des Gebenbachers Jonas Lindner (links) am Ammerthaler Marco Weber (rechts).
von Autor RBAProfil

1:1 trennten sich die beiden Kontrahenten in einem überaus mitreißenden und packenden Spiel. Unterm Strich leistungsgerecht, nachdem die Fans zwei unterschiedliche Halbzeiten sahen. Der erste Durchgang ging klar an die Gäste aus Gebenbach, denn sie ließen die Platzherren kaum nicht ins Spiel kommen. Anders verlief der zweite Durchgang, die Elf von Trainer Dominik Haußner gab über weite Strecken den Ton an und hätte gemessen an den weitaus besseren Torchancen durchaus als Derbysieger vom Platz gehen können.

"Ich denke, dass der Punkt für uns verdient war, weil wir in der ersten Halbzeit einen sehr guten Fußball gespielt haben", bilanzierte Gebenbachs Trainer Faruk Maloku. "Wir waren immer kurz davor, den ersten Treffer zu machen. Da hat uns etwas die Leichtigkeit gefehlt die uns im letzten Jahr noch ausgezeichnet hat."

Gebenbach drückt

DJK-Trainer Dominik Haußner forderte von der Außenlinie immer wieder mehr Einsatz, doch seine Mannschaft konnte die Vorgaben zunächst nicht umsetzen. Allerdings hätte Ammerthal schon in der ersten Spielminute mit 1:0 in Führung gehen können, doch Michael Jonczy wurde nach einem klugen Pass von Jonas Weigert durch Julian Ceesay im letzten Moment abgeblockt. Dies war es aber auch dann über einen längeren Zeitraum, die aggressiv auftretenden Gäste gaben den Ton an. In der 5. Minute zwang Jonas Lindner Ammerthals Keeper Christopher Sommerer mit einem Geschoss aus 20 Metern zur ersten Glanztat. In der 16. Minute schien die Führung der Maloku-Elf fällig, als Timo Kohler bei einem Konter nach Ecke Ammerthal seinen Mitspieler Nico Becker herrlich bediente, dieser aber erneut in Sommerer seinen Meister fand.

Haußner musste zusehen, wie der Gegner seine Mannschaft in der eigenen Hälfte einschnürte und kaum für Entlastung sorgen konnte. Nur Jonas Weigert hatte die Möglichkeit in der 35. Minute nach einer feinen Einzelleistung, der Ball ging wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Im Verlauf leistete sich aber Ammerthal immer wieder leichtfertige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, der Führungstreffer der Gäste schien eine Frage der Zeit, mit vereinten Kräften konnten die Hausherren das 0:0 in die Halbzeitpause retten.

Auf Biegen und Brechen

Mit Anstoß zur zweiten Halbzeit änderte sich das Blatt, die Platzherren waren nun am Drücker und zwangen die DJK Gebenbach zu deutlich mehr Defensivarbeit. Nicht verhindern konnten sie allerdings einen Sololauf von Michael Jonczy, der im Abschluss in aussichtsreicher Position nur das Außennetz traf (52.). Die Partie wurde jetzt von Minute zu Minute hektischer, emotionaler und ruppiger, beide Teams schenkten sich nichts. Es entwickelte sich ein Kampf auf Biegen und Brechen.

Dann sorgte die 1:0-Führung der Ammerthaler für einen Knalleffekt, der die Fußballherzen höherschlagen lässt: Michael Jonczy donnerte einen Diagonalpass von Benjamin Burger aus halblinker Position per Direktabnahme in den Winkel. Ammerthal schien auf der Siegesstraße, noch dazu weil Johannes Scherm wegen eines groben Fouls an Andre Karzmarczyk mit einer roten Karte des Feldes verwiesen wurde (79).

Maloku stellte um und ging in den letzten zehn Minuten volles Risiko. "Es konnte für uns nicht schlechter laufen, wir haben nach dem Rückstand alles aufgerissen. Der Mut und Aufwand wurde zum Glück noch belohnt". In der 88. Minute war es soweit, nachdem Gebenbach nach einer sehenswerten Kombination über Dominik Haller und Nico Becker durch Marco Seifert den 1:1-Ausgleich markierte, worauf Trainer Maloku wie von der Tarantel gestochen quer über den Platz rannte und den Schützen beglückwünschte.

Kurz zuvor hätte Ammerthals Mario Weber allerdings die Lichter für Gebenbach ausschalten müssen, völlig frei aus fünf Metern drosch er den Ball weit über das Tor. "Da wäre der Deckel drauf gewesen, das war schon der Knackpunkt in einem Spiel zweier richtig guter Mannschaften", sagte Haußner. In der Nachspielzeit sorgte ein nicht gegebener Elfer nach einem klaren Foul von Torwart Nitzbon an Christian Knorr für Unmut bei den Ammerthaler Fans.


Info:

Zoff bei der Pressekonferenz

Nach dem 1:1-Ausgleich stürmte Gebenbachs Trainer Faruk Maloku auf den Platz, um den Torschützen Marco Seifert zu umarmen. Den Ammerthaler Zuschauern und der Ammerthaler Bank stieß aber ein unsportliches Verhalten mehrerer Leute auf der Gebenbacher Ersatzbank auf, die mit obszönen Gesten in Richtung Ammerthaler Bank provozierten. Einige zeigten den berühmten Finger Richtung Ammerthaler Bank. Auch bei der anschließenden Pressekonferenz war weiterhin richtig Feuer unterm Dach, da kochten die Emotionen gewaltig hoch.

Ammerthal Trainer Dominik Haußner hatte Fouls und andere unschöne Szenen während des Spiels moniert – und ausdrücklich betont, dass er sowohl Gebenbacher Spieler als auch seine eigenen Kicker damit gemeint hatte: „Ihr kennt euch alle, ihr trefft euch beim Weggehen. Ihr könnt euch alles geben auf dem Platz. Rennen, kämpfen – alles geil. Das Foulen untereinander gehört sich nicht bei einem Nachbarschaftsderby. Bitte spielt Fußball! Wenn ich als Spieler den Ball selber voll Stoff ins Aus schieße und ganz klar Abstoß ist – dann schreie ich nicht: Ecke! Das ist lächerlich. Das sage ich nicht nur zu Gebenbach, das sage ich zu meinen Spielern genauso.“

Faruk Maloku, der Trainer der DJK Gebenbach, verlor dann die Fassung und sorgte mit seinen oft nicht nachvollziehbaren Ausführungen vor den noch rund 200 Zuhören für Stirnrunzeln. Maloku wehrte sich lautstark und sagte, seine Mannschaft sei keine Holzertruppe und er werde in Ammerthal immer angefeindet.

Info:

DJK Ammerthal - DJK Gebenbach 1:1 (0:0)

DJK Ammerthal: Sommerer - Zecho, Zitzmann, Gömmel - Weber Karzmarczyk, Stauber, Burger - Weigert (91. Egeter), Jonzcy (90. Knorr), Fruth (66. Höhenberger)

DJK Gebenbach: Nitzbon - Biermeier, Ceesay, Georgiev (75. Pirner) - Hempel (73. Fischer), Lindner, Scherm, Haller (91. Böhm) - Kohler, Seifert, Becker

Tore: 1:0 (69.) Michael Jonczy, 1:1 (88.) Marco Seifert - SR: Benedikt Öllinger (München) - Rot: (79.) Johannes Scherm (Gebenbach), grobes Foul - Zuschauer: 1325

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