Update 21.08.2026 - 22:06 Uhr

Platzsturm beim hitzigen Derby: FCK schaltet Waldhof aus

Minutenlang droht dem aufgeheizten Südwest-Derby nach einem Platzsturm und Böllern der Abbruch. Schiedsrichter Schröder pfeift aber noch einmal an - mit dem glücklicheren Ende für Kaiserslautern.

Tumultartige Szenen, massive Pyrotechnik, ein Platzsturm und Polizisten mit Pferden auf dem Rasen haben das Last-Minute-Weiterkommen des 1. FC Kaiserslautern in der ersten DFB-Pokalrunde beim Drittligisten SV Waldhof Mannheim überschattet. 

Beim 1:0 (0:0)-Erfolg nach Verlängerung mussten Einsatzkräfte der Polizei und berittene Polizisten nach Abpfiff der regulären Spielzeit eingreifen, um die Situation im brisanten Südwest-Derby wieder unter Kontrolle zu bringen. Zeitweise drohte ein Spielabbruch. Den entscheidenden Treffer für den Fußball-Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanaté in der 120. Minute.

Beiden Vereinen drohen hohe Strafen

Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen fand deutliche Worte. „Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, so etwas darf aber nicht ausarten. Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball“, sagte der Ex-Profi bei Sky. Für ihn war das Einschreiten der Polizei und das umsichtige Agieren des Schiedsrichterteams entscheidend, dass es nicht zum Spielabbruch kam. Auf dem Platz sei es aber ein faires Derby gewesen.

Beiden Vereinen drohen nun empfindliche Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Der Sonderbericht wird entsprechend lang sein“, sagte Referee Robert Schröder bei Sky. 

Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber hätte sich auch einen Abbruch vorstellen können. „Wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, ist das Maß überschritten. Da muss man irgendwann konsequent sein und vielleicht nicht mehr weiterspielen.“ 

Fan-Hass seit Jahren

Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch an diesem Abend ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen - inklusive Feuerwerkskörper und beeindruckender Choreographien. Schon nach wenigen Minuten unterbrach Schiedsrichter Schröder die Partie. Grund war zunächst Pyrotechnik aus dem Block der Gäste.

Die Heimfans warfen Gegenstände in Richtung FCK-Keeper Julian Krahl und zündeten ebenfalls Feuerwerkskörper. Nachdem der Rauch verzogen war, pfiff der Unparteiische die Begegnung wieder an. 

Waldhof zunächst gefährlicher

Auch auf dem Feld ging es ordentlich zur Sache. Die „Roten Teufel“ - in dieser Saison noch ohne Pflichtspieltor - hatten zwar mehr Kontrolle über das Spiel. Die besseren Möglichkeiten erspielten sich jedoch erst einmal die Mannheimer. Erst vergab Kushtrim Asallari (12.) aus kurzer Distanz und nach einer knappen halben Stunde scheiterte Julian Rieckmann. Kurz vor der Pause übte dann auch Kaiserslautern mehr Druck aus, blieb aber glücklos.

Der zweite Durchgang begann mit Verspätung - erneut war Pyrotechnik der Auslöser für die Verzögerung. Nach einer Rudelbildung der Spieler in der Nähe des Mannheimer Blocks und weiteren Feuerwerkskörpern aus dem FCK-Block in Richtung der Sitzplatztribünen sowie der Spieler und Polizisten stand die Fortsetzung des Spiels auf der Kippe. Nachdem Mannheimer Fans versuchten das Feld zu stürmen, schritt die Polizei massiv ein. Der komplette Mannheim-Block wurde abgeriegelt. 

Schröder schickte beide Teams in die Kabinen, nach knapp 30-minütiger Verspätung pfiff er die Verlängerung dann doch an. Bei weiteren Ausschreitungen wäre die Partie abgebrochen worden.

© dpa-infocom, dpa:260821-930-564878/4

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