Bayern
22.01.2019 - 18:15 Uhr

Ein großer Name? "Das hat Vor- und Nachteile"

Marco Groß hat noch einen weiten Weg vor sich, bis er so gut ist wie sein Vater Ricco. Am Arber im Bayerischen Wald zeigt der junge Biathlet schon mal seine Klasse.

Wie aus dem Gesicht geschnitten: Marco Groß ähnelt auch vom Äußerlichen seinem Vater Ricco sehr. Um so erfolgreich zu sein, muss der Junior aber noch richtig Gas geben. Bild: mr
Wie aus dem Gesicht geschnitten: Marco Groß ähnelt auch vom Äußerlichen seinem Vater Ricco sehr. Um so erfolgreich zu sein, muss der Junior aber noch richtig Gas geben.

Der Name Groß hat in der Biathlon-Welt immer noch einen großartigen Ruf. Ricco Groß war einer der besten deutschen Biathleten. Viermal Olympia-Gold holte der heute 48-Jährige, der mit seiner Familie in Ruhpolding wohnt. Sein ältester Sohn Marco ist schön länger auf Vaters Spuren auch in der Biathlon-Welt unterwegs. Allerdings noch eine Nummer kleiner.

Der 23-Jährige startete am Wochenende beim IBU-Cup am Arber. In der Wettkampfserie unterhalb des Weltcups werden die Nachwuchstalente allmählich an das Top-Niveau herangeführt. Sein stärkstes Ergebnis am Arber war Platz sechs im Einzel-Wettbewerb. Im Interview mit Oberpfalz-Medien sprach Marco auch über die Erwartungshaltung an ihn, über sein Verhältnis zum Vater und zu seinem Amberger Kumpel Johannes Donhauser.

ONETZ: Platz sechs im Einzel war Ihr bestes Ergebnis am Wochenende. Ein starkes Ergebnis, oder?

Marco Groß: Ein Schießfehler im ersten Schießen war zunächst mal ärgerlich. Aber ich habe mich endlich mal richtig gut gefühlt beim Laufen. Ich habe die Chance bekommen und habe sie, denke ich, genutzt.

ONETZ: Wie läuft Ihre Saison bisher?

Naja, so durchwachsen. Ich war bisher viel im Alpencup und Deutschlandpokal unterwegs. Es waren immer solide Rennen, aber für einen Sieg hat es nicht gereicht. Jetzt habe ich mich mal durchgesetzt und durfte hierher zum IBU-Cup am Arber fahren. Und da gleich mit einem sechsten Platz im Einzel zu beginnen, ist natürlich super.

ONETZ: Alpencup, IBU-Cup. Aber auch Sie wollen doch wie Ihr Vater mal die großen Weltcups laufen ...

Der Weltcup ist etwas für die nächsten Jahre. Ich muss mich erst mal im IBU-Cup festigen. Ich muss auch schauen, dass ich da das nächste Mal schon vor der Wintersaison im Kader stehe. Ich hoffe jetzt auch dabeizubleiben. Mal schauen, wie sich die Trainer entscheiden. Aber irgendwann ist es natürlich das Ziel, im Weltcup zu starten.

ONETZ: Ihr Vater Ricco war zu seiner Zeit einer der weltbesten Biathleten und trainiert jetzt die Österreicher. Ihn wird aber gleich interessieren, was sein Sohnemann so macht. Wie ist der Kontakt bei Rennen?

Er ruft mich nach den Rennen eigentlich immer zurück, wenn er mit seiner Arbeit fertig ist. Er ist eigentlich mein Haupttrainer, wir sind immer in sehr engem Kontakt. Das wird denke ich, immer so bleiben.

ONETZ: Viele Söhne, die in die Fußstapfen berühmter Väter treten, klagen über zu viel Druck, weil sie am Namen gemessen werden. Wie ist das bei Ihnen?

Das hat seine Vor- und Nachteile. Es heißt natürlich von Anfang an: „Das ist der Sohn von ...“ Da ist es schwierig, sich einen eigenen Namen zu machen. Es hat aber viele Vorteile, wenn man schon einen Namen hat. Wenn einer sagt: „Groß, den kennt man.“ Das kann auch hilfreich bei der Sponsorensuche sein. Ich denke, es hat fast mehr Vorteile.

ONETZ: Gibt es einen Zeitplan für die weitere Karriere?

Es ist schon ein Ziel, vielleicht mit 25 Jahren im Weltcup zu sein. Aber es gibt so viele starke Leute in Deutschland im Weltcup, die haben so viele Trainingsjahre Vorsprung, an denen kann man als junger Athlet kaum vorbeikommen.

ONETZ: Am Arber fehlte leider Johannes Donhauser. Der Amberger trainiert wie Sie in Ruhpolding. Wie ist Ihr Verhältnis zu ihm?

Der Johannes ist ein ganz guter Spezl von mir und ein Trainingskollege. Schade, dass er wegen Krankheit am Arber nicht dabei sein konnte, er hätte es verdient gehabt. Er hatte zuletzt in Ridnaun einen starken Alpencup. Ja, wir machen schon viel Schmarrn zusammen (lacht).

 
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