20.03.2021 - 14:01 Uhr
BayernSport

Kommentar zum 60. Geburtstag von Matthäus: Der Umgang mit Lothar ist nicht okay

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Wer wird Löws Nachfolger als Bundestrainer? Beim Namen Lothar Matthäus lächeln viele, winken belustigt ab. Unsere Gesellschaft ist da voller Schubladen-Denken, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Lothar Matthäus.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Geburtstagsgeschenke gab es schon Tage vor dem Wiegenfest - die Wertschätzungen von Franz Beckenbauer oder Mehmet Scholl. Sie trauen Lothar Matthäus das Amt des Bundestrainers als Nachfolger von Joachim Löw auf jeden Fall zu.

Am Sonntag feiert Matthäus seinen 60. Geburtstag. Der Franke gehört zu den ganz großen Fußballern im Land der Beckenbauers und Seelers. Um Matthäus zu charakterisieren, braucht man nur an diese eine Szene bei der WM 1990 zu denken: Gegen Jugoslawien fegte er nahezu übers ganze Feld und donnerte den Ball ins Tor. Ein unvergesslicher Treffer des Kraftpakets.

Wenn über Matthäus neben dem Platz gesprochen wurde, dann war immer viel despektierliches dabei. Freilich, sein loses Mundwerk wurde ihm oft zum Verhängnis. Es schien, als tapse er von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. "Wäre, wäre, Fahrradkette". Oje, dafür muss fürs Fremdschämen eigentlich ein neuer Begriff erfunden werden. Oder "I hope, we have a little bit lucky" bei seiner Vorstellung in New York. Trotz dieser Peinlichkeiten blieb Matthäus immer locker. Dass er seine Frauen einige Mal wechselte, wischt er fast in "Kaiser"-Manier beiseite. Als Trainer musste er meist vorzeitig gehen. Aber hat sich jemals ein richtig guter Klub getraut, ihn anzustellen? Dabei ist Matthäus der Top-Experte hierzulande. Wenn er bei "Sky "analysiert ist das erfrischend und herrlich einfach erklärt.

Der Weltstar in der ungarischen Metropole

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Wenn jetzt im Zuge der Löw-Nachfolge der Name des 150fachen Nationalspieler genannt wird, brechen viele in Gelächter aus. Den "Loddar" haben wir alle schon vor Jahren in eine Schublade gesteckt. Und da lassen wir ihn für immer. Und dann rühmt sich diese Gesellschaft für vorurteilfreies Denken, für neue Sichtweisen.

Für viele mag es unverständlich klingen, aber der Name Matthäus muss bei der Löw-Nachfolge natürlich ein ernstes Thema sein. So gesegnet mit Fachleuten sind wir nun wirklich nicht.

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