15.11.2019 - 16:10 Uhr
BayernSport

Der Mann mit den zwei Gesichtern

Uli Hoeneß hat den FC Bayern zum Weltverein gemacht hat. Aber der 67-Jährige sollte sich nach seinem Rücktritt zurückhalten, sonst zerstört er das Denkmal, das er sich in fünf Jahrzehnten errichtet hat, meint Sportredakteur Armin Eger.

Am Freitag wurde Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern verabschiedet.
von Armin Eger Kontakt Profil
Kommentar

Keine Frage: Uli Hoeneß hat für den FC Bayern eine Menge geleistet. Zunächst als aktiver Fußballer, dann als Manager und Präsident des Vereins. Hoeneß hat sich in fast fünf Jahrzehnten mit den Bayern ein Denkmal geschaffen. Dass er einen würdigen Abschied verdient hat, steht außer Frage.

Allerdings kommt dieser Abschied zu spät. Nach der Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und der dreieinhalbjährigen Haftstrafe wäre es ein guter Zeitpunkt gewesen, dass sich Hoeneß zurückzieht und dass die Bayern ihn in den Ruhestand schicken. Stattdessen stand der 67-Jährige wieder im Rampenlicht, als wenn nichts gewesen wäre und dabei schoss er viele Male übers Ziel hinaus. Und jetzt zum Abschied gibt es für den Mann mit den zwei Gesichtern trotzdem nur Lob. Keinerlei kritischen Worte.

Ach ja, es ist ja nicht wirklich ein Abschied. Denn mit dem 16. November 2019 ist die Ära Hoeneß nicht vorbei. Ruhe geben will und kann er nicht. Er hat angekündigt, die "Abteilung Attacke" wiederzubeleben. So wird er auch als "Rentner" bei den Bayern weiter im Hintergrund kräftig mitmischen und damit immer wieder polarisieren.

Hoeneß bleibt zu wünschen, dass er das richtige Maß, die angemessenen Worte findet, den richtigen Ton trifft und nicht weiter um sich schlägt wie bisher. Sonst bleibt von dem Bayern-Denkmal irgendwann nichts mehr übrig.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.