02.07.2018 - 17:57 Uhr
Sport

Bayreuth Tigers bleiben zweitklassig

Die Oberfranken sind wie erwartet der Nachrücker für den wirtschaftlich angeschlagenen SC Riessersee in der DEL2. Den Oberbayern droht die Insolvenz.

von Rudolf Gebert Kontakt Profil

München. Die zweithöchste deutsche Eishockey Liga (DEL2) startet mit 14 Teams in die am 14. September beginnende Saison 2018/19. Zwölf sportlich qualifizierte Clubs aus der Vorsaison sowie der sportliche Aufsteiger aus der Oberliga, der Deggendorfer SC, haben für die neue Spielzeit eine Lizenz erhalten. Dazu bleibt auch der sportliche Absteiger aus Bayreuth in der Liga, nachdem der SC Riessersee den nötigen Schuldenschnitt nicht erfolgreich abschließen konnte, meldet "Eishockey News online".

Zweigleisig geplant

Die Bayreuth Tigers verbleiben somit als berechtigter wirtschaftlicher Nachrücker in der DEL2. Wie bereits frühzeitig angekündigt, haben die Verantwortlichen zweigleisig geplant und dabei die notwendigen Voraussetzungen für eine Teilnahme am DEL2-Spielbetrieb nachweisen können.

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch bedauert den Verlust des SC Riessersee. "Es ist höchst bedauerlich, dass ein solcher Traditionsstandort wie Garmisch-Partenkirchen aus wirtschaftlichen Gründen aus der DEL2 ausscheiden muss. Allerdings ließ die finanzielle Situation des Standortes gemäß unserer Lizenzbestimmungen trotz akribischer Arbeit und externer Unterstützer in den letzten Wochen keinen Fortbestand der Lizenz in der DEL2 zu."

Nach dem gescheiterten Schuldenschnitt steht es nicht gut um die Zukunft des letztjährigen DEL2-Vizemeisters SC Riessersee. Der Traditionsverein will nun die Möglichkeit einer Teilnahme an der Oberliga Süd prüfen. Beworben hatten sich die Garmischer fristgerecht beim für den Spielbetrieb zuständigen Deutschen Eishockey-Bund (DEB). Wie der SCR trotz der finanziell schier aussichtslosen Lage (allein gegenüber dem Finanzamt stehen fast 200 000 Euro an Verbindlichkeiten) die dritte Liga stemmen will, steht aktuell jedoch noch in den Sternen. Die Unterstützer-Gruppe, die in den letzten Wochen für den Erhalt der Garmischer in Liga zwei gearbeitet hat, ist nach der gescheiterten Mission DEL2 abgesprungen. Grund für diese Entscheidung sei SCR-Boss Udo Weisenburger.

Heftige Vorwürfe

"Er hat uns wieder belogen", so ein Sprecher der Unterstützer-Gruppe gegenüber dem Garmischer Tagblatt. "Wir wurden in den sechs Wochen immer wieder belogen. Es macht einfach keinen Sinn mehr." Die Vorwürfe gegen Weisenburger sind heftig und das Unverständnis über dessen Verhalten ist groß: "Er hat sich immer nur alles schön geredet, ihm ist gar nicht klar, in welcher Situation er sich befindet", heißt es weiter von Seiten der Gruppe der möglichen Retter.

Der Sprecher der Unterstützergruppe will nun auch eine Insolvenz der SCR GmbH nicht mehr ausschließen, im Gegenteil: Es sei "die logische Konsequenz." SCR-Boss Udo Weisenburger teilte dem Münchner Merkur auf Nachfrage mit, dass er nicht wisse, wie es weitergeht: "Ich muss überlegen - auch mit meinem Anwalt -, was ich nun mache." Die Anhänger des SCR sind gespannt, aber die Hoffnung auf eine Teilnahme an der Oberliga Süd ist kaum vorhanden. Falls die Garmischer keine Lizenz erhalten, würde die Oberliga Süd nur mit elf Teams in die Saison 2018/19 gehen.

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