27.01.2020 - 19:01 Uhr
Deutschland und die WeltSport

Das Bryant-Drama: Unsterbliche sterben doch nie

Die Sportwelt ist geschockt. Einer der ganz Großen musste gehen. Solche Typen wie Kobe Bryant sind aber mehr als Sportler, sie sind Helden in einer Gesellschaft, die immer mehr aushalten muss, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Die Trauer um Kobe Bryant ist groß.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Auch wenn man den Sport nicht intensiv verfolgt, es gibt Namen, die sich einem unauslöschlich einprägen: Beim Boxen sind das Muhammad Ali oder George Foreman. Boris Becker oder Roger Federer im Tennis. Franz Beckenbauer ist weltweit eine Fußball-Marke. Oder Pele. Jeder kennt Formel-1-Champ Michael Schumacher. Es sind die ganz Großen. Im Basketball gibt es einige davon: Michael Jordan, Magic Johnson, LeBron James, Dirk Nowitzki und auch Kobe Bryant. Auch wenn Bryant hierzulande nicht jedem gängig ist, in Nordamerika und der glitzernden Basketballwelt war er eine Ikone. Jetzt weint die Sportwelt.

Aber warum berührt uns alle der Tod eines Menschen, den man nicht persönlich kennt? Eines Menschen, der unerreichbar war. Ein anderes Wesen.

Leute wie Bryant leben in einer anderen Welt und tun ihr trotzdem gut. Sie sind Ankerpunkte in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint. Sie lenken ab. Sie lenken ab von Syrien, Iran, von Australien, das brannte, vom Coronavirus, das weltweit um sich greift. Große politische Führer geben heutzutage keine Sicherheit mehr, sie machen Angst. Und da sind dann Leute wie Bryant. Ein moderner Held. Berge aus Muskeln und trotzdem schnell wie eine Gazelle. Das schönste Weiße Zähne-Lächeln. Stark, unüberwindbar, Siegertyp. Geboren, um Rekorde zu brechen, in neue Dimensionen vorzustoßen. Bryant war einer der wenigen Menschen, die aus eigener Kraft fliegen können. Und doch, so sagen viele, ist er ein normaler, netter Mensch geblieben. Wenn so ein Unsterblicher stirbt, dann stirbt auch ein weiteres Stückchen heile Welt.

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