13.06.2021 - 15:10 Uhr
Deutschland und die WeltSport

Kommentar zum EM-Drama: Die betenden Hände von Kopenhagen bleiben unvergessen

Die Fußball-Welt steht für einige Minuten still. Der Däne Christian Eriksen kämpft auf dem Platz um sein Leben. Sportredakteur Josef Maier nennt auch Argumente, die für die Fortsetzung des EM-Spiels gegen Finnland sprachen.

Die dänischen Spieler weinen und beten für ihren Teamkollegen Christian Eriksen.
von Josef Maier Kontakt Profil
Kommentar

Es war bunt, laut, fröhlich - mit der Eröffnung am Freitagabend bekam diese von vielen Sorgen umlagerte Europameisterschaft den richtigen Push. Keine 24 Stunden später stand die Fußballwelt komplett unter Schock. Das Drama von Kopenhagen um Christian Eriksen hat gezeigt, dass Fußball wirklich nur Nebensache ist. Diese Minuten kurz vor 19 Uhr am Samstagabend ließen alle, die Spieler, die Fans auf den Rängen und ein Millionenpublikum vor den Fernsehern sprachlos zurück.

Der Profifußball hat in der vergangenen Zeit viel an Sympathien verspielt. Gerade in diesen schweren Minuten von Kopenhagen zeigte er auch, wie menschlich, wie einfühlsam er sein kann. Die Tränen von Thomas Delaney, der mit seinem Körper mit seinen Teamkollegen seinen ums Leben kämpfenden Mitspieler schützt, wird man nicht vergessen. Viele religiöse Riten von Spielern auf dem Platz sind mittlerweile Show, die betenden Hände des Dänen-Stürmers Martin Braithwaite sind aber die ehrlichsten, die es je auf einem Fußballplatz gegeben hat. Die Finnen litten weinend mit. Sie waren an diesem Abend keine Gegner.

Natürlich darf und kann man diskutieren, ob man diese Partie hätte abbrechen sollen. Wenn es wirklich der Wunsch beider Teams war, weiterzuspielen, wäre das in Ordnung. Nur die Meinung der Spieler auf dem Platz zählt. Darüber zu urteilen, ob es richtig oder falsch war, verbietet sich auch aus Respekt vor Eriksens wohl geäußertem Wunsch, die Spieler sollten auf dem Platz zurückkehren. Einigen half es vielleicht auch, schnell wieder ein bisschen Normalität zu haben, um nicht zu sehr ins Grübeln kommen.

Für solch' eine Extremstsituation gibt es keine optimale Lösung. Ob Weiterspielen oder Abbruch, für die Dänen wird diese EM ohnehin keine normale mehr werden. 0:1 gegen die Finnen verloren - na und! Wichtig ist nur, dass Eriksen wieder ganz gesund wird.

Das Drama von Kopenhagen

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