Holprig und steinig, bis der Spaten in die Frankfurter Erde gerammt werden konnte, waren einige Hürden zu überwinden. Holprig und steinig, so lässt sich auch der deutsche Fußball in den letzten ein, zwei Jahren beschreiben - auf dem Platz und daneben.
Keine Frage, eine Verbandsakademie gehört zu jeder ambitionierten Fußballnation. Somit schließt der DFB mit dem Bau in Frankfurt nur eine Lücke. Wenn die Steine aber aneinandergereiht sind, sollte der Verband schleunigst in Beine investieren.
Auch wenn die Frankfurter Eintracht in der Europa-League weiter richtig Spaß macht, der deutsche Fußball hat international doch den Anschluss verloren. Als Mitte der Woche die ganz Großen ihre ersten Halbfinals der Champions-League absolvierten, war Fußball-Deutschland nur eine Fußnote. Von den 44 Spielern, die bei Tottenham, Ajax, Liverpool und Barça in der Anfangsformationen standen, ist nur einer (Ter Stegen) für die deutsche Nationalelf spielberechtigt. "Made in Germany" ist international nicht mehr groß gefragt.
Damit sich das umkehrt, müsste der DFB die kleinen Klubs viel mehr unterstützen, dort das Training fördern. Zudem ist die angekündigte Offensive beim Schulfußball doch nur ein laues Lüftchen.
Eine Akademie, das riecht nach Lernen, Fleiß, Entwickeln. Es ist aber auch zu befürchten, dass sich die DFB-Bosse da nur einen "Palast" mit allen Schikanen in den Frankfurter Süden stellen. Dazu passt, dass am Freitag bekannt wurde, dass etliche Funktionäre 2014 auf Verbandskosten zum WM-Endspiel nach Brasilien geflogen wurden. Noch schlimmer ist, dass man das beim DFB alles für selbstverständlich hält.
Vielleicht zieht ja auch mal Demut mit in die neue Akademie ein. Allein, man mag es nicht glauben.













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