20.08.2018 - 15:48 Uhr
Diendorf bei NabburgSport

Diendorfer Derbysieger

Luftlinie trennen beide Plätze wenige hundert Meter: Der SV Diendorf feierte am Sonntag den Prestige-Erfolg gegen den TV Nabburg ausgiebig in der "dritten Halbzeit". Mittendrin die beiden Bürgermeister-Söhne - in unterschiedlichen Trikots.

Da mochte sich Nabburgs Kapitän Philipp Schlosser (rechts) noch so strecken: Gegen die Diendorfer Übermacht stand er im Derby auf verlorenem Posten.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

(fle) Derbysiege sind die schönsten Siege. Das wissen seit dem Sonntagnachmittag auch wieder die Kicker des SV Diendorf. Im Stadtduell setzte sich die Truppe von Coach Udo Braunschläger klar mit 4:1 gegen den TV Nabburg durch. Dabei musste der Tabellenvierte der Kreisklasse Nord auf die Instruktionen seines Übungsleiters verzichten. "Mit dem Erfolg im Derby haben wir unserem Trainer seinen Kroatien-Urlaub vermutlich versüßt", sagte SV-Abteilungsleiter Thomas Ehemann.

Und auch die Derbysieger selbst ließen sich in der "dritten Halbzeit" nicht lumpen. "Wir haben unseren Erfolg zunächst im Sportheim und anschließend auf dem Feuerwehrfest in Diendorf ausgiebig gefeiert. Diese gegenseitigen Besuche sind hier eine Selbstverständlichkeit." Derart gelebte Kameradschaft zeigte sich bereits nachmittags, als um 15.15 Uhr der Anpfiff zum Nabburger Vergleich ertönte. Die Diendorfer Feuerwehrler zogen mit all ihren Festbesuchern in Richtung des Fußballplatzes und unterstützten den gastgebenden SV. 250 Fußballfans lockte dieses innerstädtische Duell an, bei "normalen" Heimspielen kommen selten mehr als 100 Zuschauer.

"Diendorf gegen Nabburg - das ist sportlich stets reizvoll. Die Spiele verlaufen aber immer fair. So auch diesmal, trotz einiger Gelber Karten", lobt Ehemann die Kontrahenten. Abseits des Platzes verstünden sich alle Beteiligten bestens, die Vereine kooperieren gar im Nachwuchsbereich, aber während der 90 Minuten ruhe die Freundschaft - oder gar die Verwandtschaft. Auch die Söhne des Nabburger Bürgermeisters Armin Schärtl standen sich am Sonntag gegenüber. Dabei triumphierte Michael im Diendorfer Trikot über seinen Bruder Christoph auf Nabburger Seite. "Solche Geschichten schreibt meist nur ein Stadtduell - wie eben bei uns in Nabburg."

Trainer Braunschlägers Urlaubsvertretung Thomas Ehemann, der von seinem Wohnzimmer aus sowohl den Diendorfer als auch den Nabburger Platz einsehen kann, zeigte sich mit dem Spielverlauf selbstredend einverstanden. "Die Nabburger hatten den besseren Start, gingen verdientermaßen in Führung, aber wir haben uns zurückgekämpft. Beide Teams kamen zu ihren Möglichkeiten, wir haben die unseren gemacht, die Nabburger eben nicht."

Für den weiteren Saisonverlauf hoffen die Diendorfer auf entsprechenden Rückenwind durch den Derbysieg. "Wir wollen vorne mitspielen und die Teams, die ganz oben stehen, immer wieder ärgern." Auch der Kreisliga-Absteiger aus Nabburg, der noch mit Anpassungproblemen in der neuen Liga zu kämpfen hat, hegt für die Zukunft Hoffnungen - etwa auf die Derby-Revanche im Rückspiel. Das steigt noch in diesem Jahr, am 18. November - nur dann auf dem heimischen TV-Gelände.

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