22.08.2018 - 22:35 Uhr
Sport

Der erste Absteiger steht schon fest

Die großen Stars der Fußballszene machen einen Bogen um die Bundesliga. Die deutsche Eliteliga kann nicht mehr mit den finanzstarken Ligen in England oder Spanien mithalten. Das verändert die Branche. Ein Kommentar von Josef Maier.

Wer schnappt sich am Ende der Saison die Meisterschale? Der FC Bayern ist wieder einmal haushoher Favorit. Ein erster Absteiger steht auch schon fest.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Am Freitagabend startet die Bundesliga in ihre 56. Spielzeit. Und bevor der erste Ball rollt, steht der erste Absteiger schon fest: die Bundesliga selbst. Im europäischen Vergleich wurde die deutsche Eliteliga in den letzten Wochen weiter abgehängt. Auf dem Transfermarkt kann sie finanziell mit England, Spanien, Italien und aufgrund von Paris St. Germain wohl auch Frankreich nicht mithalten. Die Bundesliga mutiert immer mehr zur Ausbildungsliga, ein Etikett, das früher Spielklassen in Holland, Kroatien oder Belgien anhing.

Das beste Beispiel für diese Entwicklung ist Schalke 04. Zuletzt wechselte mit Thilo Kehrer ein weiteres großes deutsches Talent ins Ausland. Aufgrund der wirtschaftlichen Dimension habe man das Angebot aus Paris nicht ablehnen können, hieß es von den Königsblauen. Mit Leroy Sané, Julian Draxler (über den Umweg Wolfsburg), Maximilian Meyer und jetzt Kehrer haben Nachwuchsstars den Klub, der immer vorgibt, selbst in Europa angreifen zu wollen, Richtung Ausland verlassen.

Nachbar Borussia Dortmund sucht verzweifelt nach einem Stürmer. Der zuletzt ausgeliehen Michy Batshuayi tritt seine nächste Leihstelle lieber beim FC Valencia an. Jetzt soll es Paco Alcácer, Edel-Reservist beim FC Barcelona, sein. Doch der will statt in den Ruhrpott lieber zum FC Sevilla.

Die absoluten Stars der Szene ziehen die Bundesliga ohnehin nicht mehr in Erwägung. Wenn, dann kommen hochveranlagte Talente aus dem Ausland, die sich hier den letzten Schliff holen, ehe sie nach England und Spanien weiterziehen. Die große Strahlkraft hat nur noch der FC Bayern, der aber immer wieder kundtut, nicht jeden finanziellen Irrsinn mitzumachen.

Man mag das gut finden, dass die Deutschen in diesem teils aberwitzigen Milliardengeschäft nicht mitmischen (können). Den Fans muss aber auch klar sein, dass die deutschen Klubs - bis auf die Bayern - in Europa wohl erneut keine große Rolle spielen werden.

Die Münchener haben in dieser Transferperiode noch keinen Cent ausgeben. Leon Goretzka und Serge Gnabry sind sinnvolle Investitionen in die Zukunft. Der wertvollste Neuzugang könnte aber ein anderer sein. Der neue Trainer Niko Kovac tut dem deutschen Rekordmeister richtig gut, er erdet das Umfeld ein wenig: Ein Trainingslager am Tegernsee, Übungseinheiten von mehr als zwei Stunden. Da wird bodenständig und hart gearbeitet. Bei seiner Verpflichtung schien der in Berlin geborene Deutsch-Kroate für viele nur die 1c- oder 1d-Lösung zu sein. Er könnte schnell zur 1a-Lösung werden.

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