Die deutschen Eishockey-Männer können den Deutschland Cup beim Bundestrainer-Debüt von André Rankel nur noch mit Schützenhilfe gewinnen. Am Samstag verlor die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes das zweite Spiel beim Heimturnier mit 1:3 (0:0, 1:2, 0:1) gegen Lettland. Vor 8.107 Zuschauern in Düsseldorf war nur Nikolaus Heigl (29. Minute) von den Nürnberg Ice Tigers für Deutschland erfolgreich.
Bruno Osmanis (21.) von Almtuna IS in Schweden, Kristaps Skrastins (32.) von Pioneer Vorarlberg und Rodrigo Abols (59.) vom SC Bern schossen die Tore für die Letten, die mit einem Erfolg gegen Österreich an diesem Sonntag das Vier-Nationen-Turnier gewinnen können. Deutschland spielt zum Abschluss (14.45 Uhr/MagentaSport) gegen die Slowakei. Um den Turniersieg verteidigen zu können, sind Rankel und sein Team auf eine überraschende österreichische Schützenhilfe angewiesen.
Deutsche Spieler treffen das Tor nicht
Bei Rankels Debüt als Bundestrainer hatte die DEB-Auswahl am Donnerstag 3:0 gegen Österreich gewonnen. Erneut war der neue Ansatz unter Rankel klar zu sehen: Schnell und geradlinig soll es im deutschen Spiel nach vorn gehen. Tatsächlich war das im Vergleich zum Österreich-Spiel personell leicht veränderte deutsche Team wieder überlegen, traf das Tor aber nicht.
Unrühmlicher Höhepunkt war die vergebene Chance des nachnominierten Julian Napravnik. Der Iserlohner traf toll herausgespielt im ersten Drittel das leere Tor nicht. Passend dazu: 71 Schüsse gaben die deutschen Angreifer ab, nur 31 davon kamen auch aufs Tor.
Die schlechte Chancenverwertung rächte sich im zweiten Drittel. Beim ersten Gegentor war Tobias Ancicka im deutschen Tor noch machtlos. Beim zweiten lettischen Treffer sah der Augsburger aber nicht gut aus. Ancicka stand diesmal für den gegen Österreich starken Länderspiel-Debütanten Jonas Neffin von den Eisbären Berlin im deutschen Tor. Zwischenzeitlich hatte Nikolaus Heigl in deutscher Unterzahl den Ausgleich erzielt.
Im Schlussdrittel machte die DEB-Auswahl noch einmal Druck, agierte im Zusammenspiel aber oft unglücklich. Rankel hatte für seinen ersten großen Auftritt als Bundestrainer überraschend auf zahlreiche renommierte Kräfte verzichtet und dies mit der Belastung für die DEL-Spitzenteams begründet. Im aktuellen DEB-Kader stehen viele Spieler ohne große internationale Erfahrung.
Debatte um Russlands WM-Teilnahme geht weiter
Dabei sollte die 37. Auflage des Deutschland Cup einen Hype für die Heim-WM im kommenden Jahr entfachen. Dies ist durch das umstrittene Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes Cas, russische Teams trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine wieder an Weltmeisterschaften teilnehmen zu lassen, in den Hintergrund getreten. Der Weltverband IIHF will nun auf diplomatischem Weg versuchen, Russland zu einem WM-Verzicht zu bewegen.
Zahlreiche Nationen hatten bereits angekündigt, bei der WM nicht gegen Russland antreten zu wollen. Zudem drohen mehrere Sponsoren mit dem Rückzug. Der DEB fordert wegen der Organisation und des laufenden Kartenverkaufs schnell Klarheit.
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