13.03.2026 - 16:19 Uhr

Erster Haitianer bei Winter-Paralympics: Alles ist möglich

Ralf Etienne kommt ins Ziel, wird aber nicht gewertet. Mit seinem Start als erster Haitianer bei Winter-Paralympics erreicht er trotzdem Einmaliges und verbreitet eine Botschaft.

Fast hätte es Ralf Etienne nicht nur in die Geschichtsbücher Paralympischer Winterspiele geschafft, sondern mit einem Resultat auch in die Ergebnislisten. Doch weil der 36 Jahre alte Skirennläufer aus Haiti im zweiten Lauf des Riesenslaloms kurz vor dem Ziel an einem Tor vorbeifuhr, wurde er disqualifiziert. Den ersten Durchgang hatte der einbeinige Athlet mit mehr als 33 Sekunden Rückstand auf den späteren Sieger Arthur Bauchet aus Frankreich beendet.

Doch das war Etienne egal. Der Fahnenträger von der Eröffnungsfeier der Spiele in Italien hatte eine Botschaft. „Ich habe Geschichte geschrieben als erster haitianischer Winter-Paralympiateilnehmer“, betonte er im Zielraum der berühmten Tofana-Piste stolz. Skifahren sei Freiheit für ihn. „Und neben Freiheit ist es Inspiration. Wo Inspiration ist, ist Hoffnung. Hoffnung für behinderte Menschen“, sagte er in zahlreiche Mikrofone, „Skifahren gibt mir die Chance der Welt zu zeigen, dass alles möglich ist.“

Etienne war beim Erdbeben 2010 in Haiti verschüttet gewesen und hatte dabei sein linkes Bein verloren. Mit dem Skifahren hat er in Park City in den USA begonnen, inzwischen lebt er in London. „Deswegen trainiere ich überall in den Alpen: Österreich, Schweiz, hier in Italien“, erzählte er. Auf mehr als 80 Tage auf Skiern ist er jedoch noch nicht gekommen. Und die Tofana war ihm bis zu seinem ersten Paralympics-Rennen auch fremd. „Ich wünschte, ich hätte diese Piste hier auch schon gekannt. Das ist eine harte Nuss“, urteilte er.

© dpa-infocom, dpa:260313-930-813440/1

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