Etzenricht. (otr) Bei herrlichem Spätsommerwetter waren gerade mal 200 Zuschauer zum "Siegfried-Merkel-Sportplatz" gekommen, um einen Gast zu sehen, der mit dem Sieg in Sachen Aufstiegsrelegation im Gespräch bleibt. Der gastgebende SV tritt auf der Stelle, ist am Ende der Englischen Woche weiterhin Tabellenvorletzter. Dass man in drei Spielen gegen Mannschaften, die unter den ersten Vier Teams der Landesliga Mitte rangieren, auf Augenhöhe agierte, bleibt für SVE-Trainer Rüdiger Fuhrmann und sein Team nur ein schwacher Trost. Wieder einmal war der Gegner nicht besser, sondern einfach abgezockter.
Dass Hauzenberg versuchen würde über die Defensive zum Erfolg zu kommen, war vorhersehbar. Die Niederbayern waren, wenn man von einer Spitzenmannschaft ausgeht, in Sachen Offensive auch nur mit eher bescheidenen Mitteln ausgestattet. Nennenswert geprüft wurde SVE-Schlussmann Michael Heisig zumindest im ersten Spielabschnitt jedenfalls nicht. Was die Abschlussschwäche betrifft, so blieben sich beide Mannschaften allerdings nichts schuldig, wobei die Hausherren dem Gästetor aber deutlich näherkamen, als umgekehrt.
Genügend Chancen
Nach verhaltenem Beginn hatte der heimische Anhang den Torschrei in der 21. Minute schon auf den Lippen. Christian Ermer hatte im Strafraum Tobias Grabl ausgetanzt, der 2,03-Meter-Mann Christoph Obermüller im Gästetor wehrte den Schuss aber glänzend ab. Den Nachschuss setzte Chousein Chousein knapp neben den Pfosten. "Hugo" Chousein zwang den Hünen im Gästetor in der 39. Minute zu einer weiteren Glanzparade. Den 20-MeterSchuss fischte Obermüller aus dem Tordreieck. Eine Etzenrichter Führung zur Pause wäre nicht nur möglich, sondern auch verdient gewesen.
Nach dem Wechsel nahm das Schicksal seinen Lauf. Man schrieb die 52. Minute, als nach einem weiten Ball von Gästekapitän Jürgen Knödlseder aus dem Mittelkreis heraus Felix Diermeier und Mario Zivatovic im SV-Strafraum nicht so recht wussten, wer den Ball übernehmen und damit abwehren sollte. Die Unentschlossenheit nutzte Dominik Manzenberger, der sich das Spielgerät fischte und zu dem in der Mitte mitgelaufenen Manuel Mader passte. Der Hauzenberger Torjäger musste den Ball zum 0:1 nur noch über die Linie drücken.
Dieser Treffer brachte die Gastgeber in der Folge lange Zeit völlig aus dem Konzept. Hauzenberg verstärkte den Druck, weitere FC-Treffer lagen jetzt in der Luft. So erneut unter anderem durch Mader, der den Pfosten des SV-Gehäuses anvisiere. Die Vorentscheidung fiel in der 62. Minute. Der im Strafraum angespielte Robert Zillner wollte per Direktannahme den Ball an Helmut Jurek vorbeispielen und traf dabei den ausgestreckten Arm des Etzenrichters. Schiedsrichter Stühler, der lediglich eine einzige Gelbe Karte benötigte, zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Mit einem strammen Flachschuss in das von ihm linke Toreck ließ er Michael Heisig keine Abwehrchance.
Viel Kraft gekostet
Ein Kopfball des Hauzenbergers Moritz Gerthartinger an die Lattenunterkante und zwei Möglichkeiten für Etzenricht durch Johannes Pötzl und den eingewechselten Lukas Neumeier, dann stand die fünfte Etzenrichter Heimniederlage fest. "Die Englische Woche hat uns ungemein viel Kraft gekostet. Trotzdem hätten wir auch gegen Hauzenberg schon vor der Pause für klare Verhältnisse sorgen können, ja müssen", sagte ein enttäuschter Rüdiger Fuhrmann.
Das wohl wichtigste Spiel dieser Saison steht dem SV Etzenricht am kommenden Samstag beim SV Hutthurm bevor: Beim bislang noch sieglosen Schlusslicht muss ein Dreier her, koste es, was es wolle.
SV Etzenricht: Heisig, Diermeier, Graßl, Koppmann, Pasieka, Christian Ermer (69. Wexlberger), Pasieka, Zivatovic (83. Sebstian Ermer), Chousein, Nürnberger, Jurek (69. Neumeier)
FC Sturm Hauzenberg: Obermüller, Gerhartinger, Trabl, Knödlseder, Hirz, Zillner, Kotlik, Manzenberger (88. Geiger), Paßberger (54. Parzer), Raml (Schäffner), Mader
Tore: 0:1 (52.) Manuel Mader, 0:2 (62./Handelfmeter) Jürgen Knödlseder – SR: Christioph Stühler (DJKS-SC Oesdorf) – Zuschauer: 200













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