08.08.2019 - 14:14 Uhr
FlossenbürgSport

Interview: Eric Frenzel will die Krone zurück

Die großen Stärken von Eric Frenzel? Seine Explosivität in der Loipe, seine Coolness auf der Schanze und dass er trotz seiner Riesenerfolge natürlich geblieben ist. Das beweist der Oberpfälzer auch im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien.

Eric Frenzel im Sommer.
von Josef Maier Kontakt Profil

Die Grundlagen für die großen Erfolge bei Minustemperaturen werden jetzt bei tropischer Hitze gelegt. Olympiasieger Eric Frenzel aus St. Ötzen (Kreis Neustadt/WN) ist schon wieder voll im Training. Ab und an bleibt dem Nordischen Kombinierer in diesen Wochen doch Zeit mit seiner Laura und den Kindern Philipp, Leopold und Nesthäkchen Emma, etwas in der Oberpfalz zu unternehmen. Und zwischendurch schaute er auch bei den Oberpfalz-Medien vorbei. Ein Interview nicht nur über Skier, sondern auch über Wasserratten, den Bocklradweg und ganz harte Triathleten.

ONETZ: Hallo Eric, was macht ein Wintersportler, wenn es, wie in den letzten Wochen mal wieder 36, 37 Grad hat?

Eric Frenzel: Also, grundsätzlich vertrage ich die Hitze ganz gut. Ich versuche aber an solchen Tagen schon, mein Training in den Tagesbereich zu legen, wo es etwas kühler ist. Dann bin ich dementsprechend früh unterwegs.

ONETZ: Sie sehnen da also nicht den Winter herbei?

Eric Frenzel: Nein, überhaupt nicht. Ich verkrieche mich bei der Hitze auch nicht.

ONETZ: Und Abkühlung gibt’s dann immer um die Ecke im Flossenbürger Gaisweiher?

Eric Frenzel: Ich bin ja jetzt nicht so die Wasserratte, deshalb bin ich ganz froh, dass der Gaisweiher eher warm ist. Kaltes Wasser ist nicht mein Ding.

ONETZ: Zuletzt waren Sie mal ein paar Tage am Stück daheim in St. Ötzen. Was stand da mit der Familie auf dem Programm?

Eric Frenzel: Im Urlaub waren wir schon über Pfingsten. Jetzt haben wir was anderes gemacht: Ein bisschen Radeln, ein bisschen Gaisweiher. Philipp war auch einige Tage im Zeltlager am Monte Kaolino in Hirschau.

ONETZ: Man sieht Sie oft auf dem Rad. Jetzt haben Sie auch noch einen Trail-Run bestritten. Fehlt nur noch das Schwimmen und der Triathlet Eric Frenzel ist perfekt ...

Eric Frenzel: Beim Radfahren habe ich da schon meine Erfahrungen. Ich war bei der Triathlon-Challenge in Roth schon vier Mal als Radfahrer in der Staffel dabei. Ich glaube aber, beim Schwimmen würde es hapern (lacht).

ONETZ: Warum?

Eric Frenzel: Okay, was heißt hapern. Ich denke, ich bin jetzt nicht der schlechteste Schwimmer. Ich komme schon voran. Aber wenn ich sehe, dass die 3,8 Kilometer schwimmen. Da habe ich echt Riesenrespekt davor.

ONETZ: Auf Facebook und Instagram sieht man Sie auch immer wieder auf dem Rad trainieren. Muss es immer voll Speed sein bei Ihnen?

Eric Frenzel: Nein, muss es nicht. Es geht auch mal ruhiger voran. Ich kann auch mal auf dem Bocklradweg fahren.

ONETZ: Bei der Panoramatour waren Sie auch wieder dabei ...

Eric Frenzel: Ja, ich bin die 170-Kilometer-Tour gefahren. Terence (Weber, sein Nationalmannschaftskollege; die Red.) war dabei und einige Bekannte. Es ging dieses Mal in die andere Richtung von uns, in den Steinwald. Das war wirklich sehr schön.

ONETZ: Terence wohnt ja jetzt auch in Flossenbürg. Sind Sie dankbar für diesen Trainingspartner?

Eric Frenzel: Wenn wir zu Hause sind, trainieren wir oft zusammen. Wir gehen laufen oder sind mit den Skirollern auf dem Bocklradweg unterwegs. Es ist schon angenehmer, wenn man jemanden bei Einheiten dabei hat.

ONETZ: Sie sind schon wieder mitten drin im Training. Was stand bisher auf dem Programm?

Eric Frenzel: Wir hatten schon mehrere Lehrgänge: Auf Mallorca waren wir im Radtraining. Der Einstieg ins Sprungtraining war in Oberhof. Danach waren wir am Dachstein, in Hinterzarten und zuletzt in Frankreich in Courchevel. Hauptsächlich waren das Sprung-Lehrgänge.

ONETZ: Wissen Sie eigentlich noch, die wievielte Sommervorbereitung das in Ihrer Karriere ist?

Eric Frenzel: Da zähle ich nicht mehr mit, so lange ist das schon her. (lacht) Also 2007 habe ich meine ersten Weltcups bestritten, dann habe ich 2006 meine erste Vorbereitung mitmachen dürfen.

ONETZ: Im nächsten Winter gibt es kein Großereignis: kein Olympia, keine WM. Geht man vielleicht deswegen die Vorbereitung anders an?

Eric Frenzel: Grundsätzlich ist es so, dass man nach Olympia schon auf das nächste Olympia schaut. Man denkt im Vierjahres-Rhythmus. Da geht der Aufbau schon wieder los. Meine erste Zielsetzung in diesem Winter ist, einfach wieder mein altes Sprungniveau zu erreichen, um ganz vorne dabei sein zu können.

ONETZ: Trotz der fehlenden Großereignisse: Was reizt sie noch besonders? Sie waren ja bis auf letzten Winter der „König von Seefeld“ ...

Eric Frenzel: Natürlich das Seefeld-Triple, das ich schon einige Mal geholt habe. Es wäre schön, mir die Krone wieder zurückzuholen. Und dann ist auch der Heim-Weltcup in Oberstdorf, der WM-Test für nächstes Jahr, ein Höhepunkt.

ONETZ: Nochmal zu etwas ganz Menschlichem: Haben Sie eigentlich manchmal Motivationsprobleme?

Eric Frenzel: Den inneren Schweinehund muss ich schon manchmal überwinden.

ONETZ: Sie haben einen inneren Schweinehund?

Eric Frenzel: Klar, den gibts noch. Es gibt schon Tage, an denen ich viel lieber drinbleiben würde. Aber das geht doch jedem so, der normal zur Arbeit geht.

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