07.01.2020 - 20:31 Uhr
FlossenbürgSport

Kolumne von Eric Frenzel: Autogramme kurz vor dem Absprung

Eric Frenzel feilt in der wettkampffreien Zeit an seiner Form. Dabei kann es sich an der Schanze schon einmal stauen.

Eric Frenzel.
Kommentar

Während zahlreiche Familien angesichts der kalten Temperaturen und der nass-feuchten Witterung begierig die Reisekataloge nach ultimativen Sonnen- und Strand-Kurzurlauben durchstöbern, überlegen wir Kombinierer angestrengt im Team, wo wir hinfahren, um wochenweise unsere Schanzentrainings absolvieren, um die wettkampffreie Zeit für das Springtraining zu nutzen. Auch wir müssen dabei das Wetter im Blick haben, da wir uns nicht nach Sonne, sondern nach Schneesicherheit und knackigen Temperaturen sehnen: Also heißt es für uns Planica, Innsbruck, Garmisch statt Karibik, Seychellen und Mauritius.

Gleich nach Weihnachten machte ich mich auf den 650 Kilometer langen Weg von Flossenbürg nach Planica. In Slowenien herrschten sehr gute Bedingungen zum Springen, das lockte viele Nationen an. Die Schanzen waren großartig präpariert, so dass die Nationen in großen Schlangen zum Sprungturm anstanden. Auch viele Juniorenteams, was schon mal dazu führte, dass man beim Anstehen Autogramme schreiben musste

Die Trainingsphase in Planica war sehr intensiv, vier bis sechs Sprünge nebst Auswertung pro Tag haben mich wieder einen kleinen Schritt näher an die optimale Sprungform gebracht. Nach Planica kehrte ich wieder nach Deutschland zurück, um eine Woche Training in Oberwiesenthal zu absolvieren. Neben dem Springen standen nun auch noch Lauftraining in der Loipe und Krafttraining auf dem Programm. Am wichtigsten war aber das Schanzentraining unter den Augen meines Heimtrainers Frank Erlbeck. In den letzten Jahren waren aufgrund des Terminkalenders solche ausführliche Heimtrainings in der Saison nicht denkbar. Aufgrund einer fehlenden Großveranstaltung ist dieses Jahr der Zeitplan nicht so straff.

In Gedanken sind die Koffer für die weiteren Weltcupstationen gepackt. Bevor es im Süden weitergeht mit den Wettkämpfen, werden wir aber vorher einigen Schanzen noch einen Besuch abzustatten. Im Blick der Trainer sind Garmisch und Innsbruck, worauf ich persönlich mehr auf Garmisch hoffe, da es positive Erinnerungen in mir weckt. Vor Pyeongchang waren wir auch ins Werdenfelser Land gereist, um uns den letzten Schliff für die Olympischen Spiele zu holen. Und am Ende holte ich dort Gold.

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