23.01.2020 - 20:35 Uhr
FlossenbürgSport

Kolumne von Eric Frenzel: Schwedisch pauken in Flossenbürg

Einmal im Jahr gibt es dieses besondere Wiedersehen. Darauf freut sich nicht nur Eric Frenzel, sondern vor allem auch sein Sohn Philipp.

Eric Frenzel.

Von Eric Frenzel

Lasse und Birger fiebern dem Zusammentreffen mit Philipp das ganze Jahr entgegen", versichert mir die Mutter der Jungs: Die jungen Schweden und mein ältester Sohn hatten sich am Rande eines Wettkampfs in Falun vor Jahren kennengelernt und waren schnell mehr am gemeinsamen Iglu-Bauen interessiert gewesen als am Wettkampfgeschehen. Seit diesen Tagen ist eine Freundschaft entstanden, die dazu geführt hat, dass die schwedische Familie einmal im Winter im außerskandinavischen Europa einen Weltcup besucht und dass sich Philipp mit autodidaktischen Schwedisch-Übungen an seinem kleinen Schreibtisch in Flossenbürg ernsthaft auf das Wiedersehen vorbereitet. Diesmal hat die Familie Pärson mit ihrem blau-gelben Wohnmobil Oberstdorf als Ort des Wiedersehens ausgewählt, nachdem in den letzten Jahren Val di Fiemme und Seefeld auf dem Programm standen.

Wie immer haben sie in der Nähe des deutschen Mannschaftshotels Quartier aufgeschlagen, damit die Wege zwischen Lasse, Birger und Philipp möglichst kurz sind. Die beiden Brüder warten mit ihrer Mutter und mir vor dem Hoteleingang und wir unterhalten uns, auf Philipp wartend, überwiegend auf Deutsch. Ja, sehr viele Schweden können sich auf Deutsch verständigen, was immer wieder auffallend ist, wenn man am Rande von Wettkämpfen um Autogramme gebeten wird.

Gegen diese Bequemlichkeit, dann natürlich auch Deutsch zu sprechen, stemmt sich Philipp. Seit geraumer Zeit stapeln sich in seinem Zimmer die Langenscheidt-Sprachkurse "Schwedisch für Anfänger" und "Schwedisch für Fortgeschrittene", was mir zeigt, dass sein Leistungs- und Kenntnisstand irgendwo dazwischen liegen müsste.

Familie Pärson ist begeistert, wenn sich unser Sohn mit großen Schritten und blau-gelber Wollmütze nähert. Das Lob über seine Kopfbedeckung quittiert er mit breitem Grinsen und einwandfreier Betonung "Sverige ar fantastik" und schon schwirren die Jungs ab, um sich nun mit norwegischen Jungs zu treffen, um kleine Schanzen zu bauen.

Die Norweger stellen mit Abstand die größte Fangemeinde bei den Weltcups quer durch Europa und bevölkern vor allem nach norwegischen Siegen die Fußgängerzonen der Weltcupörtchen, was in diesem Winter schon sehr oft vorgekommen ist.

Mit diesen starken Norwegern werden wir uns in dieser Saison hier in Oberstdorf zum ersten Mal in dieser Saison in der Staffel messen, wenn wir gegen sie in der Staffel Mann gegen Mann antreten werden.

Die Pärsons kommen übrigens aus Falun, dem Ort, am dem wir mit der Mannschaft 2015 nach 28 Jahren erstmals wieder Mannschaftsweltmeister wurden. Wenn das mal kein Fingerzeig ist...

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