04.12.2019 - 09:30 Uhr
FlossenbürgSport

Kolumne von Eric Frenzel: Ein Spielball der Natur

Eric Frenzel hat seine erste Weltcup-Station in diesem Winter hinter sich. Dieses Kuusamo ist ein verrückter Ort.

Eric Frenzel
von Externer BeitragProfil
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Am vergangenen Wochenende hatten wir unser Saisonauftakt in Kuusamo und der ist bei uns Sportlern nicht gerade beliebt. Dieser Weltcuport liefert zu dieser Jahreszeit wegen der klimatischen Rahmenbedingungen Windverhältnisse, die selbst von unseren Windmonitoren nicht richtig in den Griff zu bekommen sind. Für den Athleten ist der Windmonitor neben dem eigenen Trainer, der den Springer abwinkt und ihm das Signal gibt, sich in die Spur zu setzen, das wichtigste Instrument zur Einordnung der Windverhältnisse. Ob Aufwinde am Schanzentisch angezeigt werden, die einen gut ins Tal tragen, oder seitliche Böen, auf die man sich dann einstellt, immer ist der Monitor eine gute Versicherung, ein gutes Orientierungssystem für uns.

Nur nicht dann, wenn die sechs Windpfeile des Systems den Wind aus sechs verschiedenen Richtungen anzeigen und den Springer etwas ratlos in die Weite des Skisprungstadions schauen lassen. Wenn er in einem solchen Fall, dann vom Trainer herabgewunken wird, dann, ja dann, fühlt man sich wirklich als Spielball der Natur und der Gewalten.

So war es wieder einmal mehr eine Windlotterie in Kuusamo, die einen mit sehr gemischten Gefühlen über Helsinki und München heim nach Flossenbürg geschickt hat. Die gesamte Vorbereitungszeit meinerseits war von guten bis sehr guten Sprüngen geprägt und ich war voller Hoffnung nach Finnland angereist. Aber wie so oft in meiner Karriere haben mir die finnischen Winde um Kuusamo wieder einmal einen Strich durch meine Flüge gemacht.

Läge nicht Kuusamo hinter mir, dann wäre es wohl ein kleiner Dämpfer zum Saisonstart gewesen. Die Ereignisse vom letzten Wochenende sind aber schlicht anders einzuordnen. Das Sprungsystem ist in Ordnung, die Laufform auch. Die Kunst liegt nun darin, das Wochenenderlebnis schnell auszublenden.

Start einer Serie:

Mit Eric durch den Winter

Er ist jetzt schon, noch während seiner aktiven Laufbahn, einer der erfolgreichsten Wintersportler aller Zeiten. Eric Frenzel ist dreimaliger Olympiasieger, siebenmaliger Weltmeister, fünfmaliger Weltcup-Gesamtsieger, und dabei ist er immer ein sympathischer, junger Mann geblieben. Seit einigen Jahren wohnt der Nordische Kombinierer mit seiner Frau, einer gebürtigen Flossenbürgerin, und den drei Kindern in St. Ötzen unweit von Flossenbürg. Die Oberpfalz ist dem gebürtigen Sachsen aus Geyer Heimat geworden. Wenn immer möglich, tankt der 31-Jährige hier Kraft und Energie, um sein großes Ziel, die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking, zu erreichen. Es wären Frenzels vierte Spiele.

Künftig lässt uns der Oberpfälzer auch teilhaben an seinem Sportlerleben. „Mit Eric durch den Winter“ heißt seine Kolumne, in der er nicht nur von Erfolgen und Problemen auf der Schanze und in der Loipe berichten wird. Der Wahl-Oberpfälzer lässt uns auch ein bisschen hinter die Kulissen blicken, und er wird uns auch erzählen, wie ein dreifacher Papa das Leben zwischen Wettbewerb und Familie managt.

Eric Frenzel in gewohnter Jubelpose: Über seine Erfolge, seine Rennen, aber auch seinen Alltag wird der Weltklasse-Kombinierer künftig in einer Kolumnen-Serie berichten.

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