05.09.2019 - 20:10 Uhr
FreudenbergSport

SV Kemnath und SV Freudenberg: Ein sinnvoller Zusammenschluss

Personell wird es im Fußball immer enger - Otto Bernklau vom SV Kemnath bringt es auf den Punkt: "Weniger Kinder und damit weniger Fußball-Interessierte. Die Krise im Nachwuchsbereich bereitet den Vereinen große Sorgen."

Symbolbild
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Otto Bernklau, eine der guten Seelen aus einem Fußballverein, der vor zwei, drei Jahrzehnten sogar noch eine dritte Herrenmannschaft im Spielbetrieb hatte, weiß, wovon er spricht: "Aber da hat jeder im Dorf auch noch Fußball gespielt".

Vor etwa zwei Jahren war schon einmal die Möglichkeit einer Zusammenlegung im Herrenbereich zwischen dem SV Freudenberg und dem SV Kemnath diskutiert worden. Im vergangenen Winter wurde klar, dass die Buchberger arge Nöten spürten, denn sechs Leistungsträger kündigten wegen Studium oder aus Altersgründen ihr Karriereende an, und beim SV Freudenberg schrumpfte der Kader der zweiten Mannschaft gewaltig.

Eine schnelle Problemlösung war gefordert, und so spielen nun der Kreisklassist SV Kemnath und der A-Klassist SV Freudenberg II als SG Kemnath in der Kreisklasse Schwandorf/Nord. "Wir fahren auf einer Linie", freut sich Otto Bernklau über diesen Zusammenschluss. In der Vorsaison hatte der SV Kemnath bereits eine SG mit Detag Wernberg II, über die man in der Nachbetrachtung eher überschaubar glücklich war. "Vor etwa neun Monaten hatten wir Kontakt mit dem SV Freudenberg und wir waren bei dieser Idee sofort dabei", freut sich der Funktionär. "Die letzten 20 Jahre wurde es mit dem Nachwuchs immer weniger, seit acht Jahren haben wir keine eigene Mannschaft mehr, die wenigen A-Junioren spielen in Pfreimd, bei den Kleinen von der F- bis zur D- Jugend gab es eine SG." Die neue Spielgemeinschaft feierte ihre Feuertaufe auf Wunsch des SV Kemnath in der Kreisklasse Schwandorf/Cham, denn "hier haben wir gegen Diendorf, Dürnsricht, Pfreimd II oder Wernberg II einige Derbys und in den ersten beiden Heimspielen der noch jungen Saison hatten wir mehr Zuschauer als durchschnittlich in der Vorsaison." Auch wenn eine SG bestimmten Voraussetzungen unterliegt und kein Aufstiegsrecht in die Bezirksliga hat, so sei diese Zusammenführung eine sehr gute Lösung.

"Derzeit haben wir viele Verletzte, es fehlen hüben wie drüben Spieler, zusammen mehr als eine halbe Mannschaft, so dass der Start nicht geglückt war", so Bernklau. Aber nach dem ersten Sieg schöpfen die Verantwortlichen Hoffnung und der Funktionär ist überzeugt, dass die Mannschaft zum Saisonende einen guten Mittelfeldplatz erreichen wird.

Positive Stimmung auch aus Freudenberg: Matthias Tafelmeier beklagt ebenso mangelnden Nachwuchs, der diese SG forcierte. "Bei unserer zweiten Mannschaft haben immer öfter ältere Spieler ausgeholfen, da die Personaldecke so knapp wurde. Wenn es weitergehen sollte, dann nur über diese SG. Dazu kam uns der Wunsch des SV Kemnath, in den Kreis Schwandorf/Cham zu spielen, sehr gelegen, da wir die Alternative, die Kreisklasse Süd, für spielerisch besser halten."

Gute sechs Kilometer trennen die beiden Fußballplätze. "In fünf Minuten ist man dort, also kein Thema", so der Abteilungsleiter. Die Alten Herren spielen mit Kemnath in Freundschaftsspielen schon länger und auch sehr positiv zusammen, so dass diese SG kein ganz großer Schritt mehr war. "Jeder Verein stellt etwa elf Spieler, im August und im Winter ist Kemnath der Trainings- und Spielschwerpunkt, im September und Oktober das Gelände in Freudenberg." Die Spieler kennen sich ohnehin, von der Schule bis zum Weggehen, und so können jetzt junge Leute in der Mannschaft die Verantwortung übernehmen.

Die personelle Not, die auch viele andere Vereine kennen, zeigt auch der Nachwuchsbereich, denn hier melden die Vereine Hirschau, Ehenfeld, Schnaittenbach, Kohlberg, Kemnath und Freudenberg eine A-Jugend mit 20 Spielern aus sechs Vereinen an, davon sind drei Spieler aus Freudenberg. Eine B-Jugend kann nicht aufgestellt werden, das Muster sollte aber für die C- und D- Junioren tragfähig sein, ebenso wie für die Bambini, wobei hier der SV Freudenberg zusätzlich eigenständig Bambini-Teams stellen kann. "Je weiter es im Jugendbereich altersmäßig nach oben geht, desto dünner wird die Luft", sorgt sich Tafelmeier. "Der eingeschlagene Weg mit der SG ist auch bei den Herren auf alle Fälle ein guter, und ich denke, dass die Vereine auch irgendwann zusammenwachsen werden und sollten."

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