Fuchsmühl
26.12.2025 - 09:25 Uhr
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Die schwere Aufgabe: Michael Köllner freut sich in Linz gleich auf einen Kracher und einen alten Bekannten

Die Aufgabe von Michael Köllner ist klar: Blau-Weiß Linz retten. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien verrät er, warum er wohl Kandidat Nummer eins war. Und der einstige Coach des 1. FC Nürnberg fiebert schon dem "30. Jänner" entgegen.

Michael Köllner hat bei Blau-Weiß Linz eine schwere Aufgabe vor sich. Doch er kennt solche Situationen. Bild: Robert Michael/dpa
Michael Köllner hat bei Blau-Weiß Linz eine schwere Aufgabe vor sich. Doch er kennt solche Situationen.

Das Jahresende ist für Michael Köllner immer doppelt festlich. Erst Weihnachten in seiner alten Heimat Fuchsmühl, dann fünf Tage nach Heiligabend, feiert er Geburtstag. In diesem Jahr seinen 56. Heuer wird's aber ein bisschen unentspannter werden als in der Vergangenheit. Köllner ist schon voll drin in seiner neuen Aufgabe: "Eine sehr schwere Aufgabe", sagt der Stiftländer im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien "Die Situation ist durchaus prekär." Sein neuer Klub Blau-Weiß Linz, dessen Trainer er seit wenigen Tagen ist, liegt in der österreichischen Bundesliga mit 11 Punkten aus 17 Spielen auf dem letzten Platz.

Dennoch geht Köllner die ganze Sache sehr zuversichtlich an. "Wir können die Klasse auf jeden Fall sichern, das Potenzial ist da." Die Linzer haben ihn wahrscheinlich als Nachfolger des glücklosen Mitja Mörec auch ausgewählt, weil er ähnliche Situationen schon erfolgreich gelöst hat. Als er beispielsweise im März 2017 beim 1. FC Nürnberg Alois Schwartz ablöste, und mit dem Club den Klassenerhalt in der 2. Liga schaffte. "Da war schon Druck auf dem Kessel", erinnert er sich. In der Saison drauf stieg Köllner mit den Nürnbergern gar in die Bundesliga auf. Bei 1860 München folgte er auf den "Kult-Löwen" Daniel Bierofka und brachte Ruhe in den chronisch aufgeregten Verein. In Ingolstadt übernahm er eine Mannschaft, bei der sich Niederlage an Niederlage gereiht hatte, dennoch schaffte er mit dem FCI den Klassenerhalt in der 3. Liga.

Gegen ehemaligen Ziereis-Klub

"Ich kenne solche Situationen wie in Linz", sagt der Coach, der sich schon intensiv mit Blau-Weiß Linz beschäftigt hat. "Ich habe mir alle Spiele auf Videos angeschaut." Zudem habe er die Spieldaten schon analysieren lassen. "Beim Spiel gegen Rapid Wien war ich dann selbst im Stadion." Beim 1:1 im letzten Spiel vor der Winterpause verschaffte er sich selbst einen Eindruck. Auch da kriegte er schon mit, was Blau-Weiß in der Stahl- und Fußballstadt Linz bedeutet. Blau-Weiß ist der Nachfolgeklub des einstigen Voest Linz. Der Verein konkurriert in der etwa 210.000 Einwohner zählenden Stadt mit dem Linzer ASK, bei dem der Schwarzhofener Philipp Ziereis bis vor einem halben Jahr Abwehrchef war.

Knackiger könnte deshalb für Köllner sein Auftakt auch nicht sein: In seinem ersten Pflichtspiel tritt er mit Blau-Weiß im Pokal-Viertelfinale am 30. Januar ausgerechnet beim LASK an. "Ein Kracher", wie er sagt. Das Stadion sei jetzt schon ausverkauft. Köllner, dessen Vertrag erst einmal bis Saisonende läuft, sich beim Klassenerhalt aber um ein Jahr verlängert, ist jetzt schon heiß: "Im Pokal können wir was schaffen."

Bis dahin müssen Köllner und sein Trainerteam die Mannschaft auf Vordermann gebracht haben. "Ich habe jetzt endlich mal eine komplette Vorbereitung", setzt er auch ein bisschen auf die Wochen im Januar. "Bisher habe ich die Teams meist in einer Länderspielpause übernommen." Am 5. Januar geht's los. Oder wie Köllner bei der Vorstellung sagte: "Am 5. Jänner." Da ist er schon voll in seinem österreichischem Element. Der Unterschied zwischen Österreichern und Oberpfälzern sei ohnehin nicht groß. "Wir sind artverwandt", erklärt er lachend. Weit ist's in die derzeitige Familien-Basis Regensburg auch nicht. Zweieinhalb Stunden Fahrtzeit sind es von Donaustadt zu Donaustadt, aber er sagt auch: "Natürlich suche ich hier eine Wohnung, meine Frau wird auch nachkommen."

Das Treffen alter Bekannter

Völlig fremd ist er hier ohnehin nicht. Mit Matthias Luginger gibt es einen alten Bekannten im Trainerteam. "Lugi", wie Köllner sagt, habe schon dreieinhalb Jahre mit ihm bei 1860 hervorragend zusammengearbeitet. Beide kennen sich bestens, wie der Fuchsmühler sagt: "Ich habe von ihm auch eine ehrliche Einschätzung des Vereins gekriegt." Und auch Köllner hat in den ersten Tagen schon gemerkt: "Hier ist alles sehr familiär." Nach dem Pokalknaller geht es in der Liga nach Altach. In Österreich wird nach der Vorrunde noch eine Abstiegsrunde gespielt. Am Ende steigt nur der Tabellenletzte ab.

Bei all den Gedanken um seine neue Aufgabe, behielt er das Weihnachtsprogramm dennoch bei. Am Heiligabend war er bei der Mama, den Geschwistern und der Verwandtschaft in Herzogöd bei Fuchsmühl und natürlich in der Christmette. Auch den Geburtstag werde er sicherlich ein bisschen feiern. Eine große Sause soll's dann im Sommer geben – nach dem Klassenerhalt von Blau-Weiß Linz.

Fuchsmühl19.12.2025
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