Diese Extraschichten nehmen die Fußballer der SpVgg Greuther Fürth gerne in Kauf. Nachdem die Franken den direkten Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga gerade noch abgewendet hatten, liegt der Fokus schon auf der Relegation. Dann will der Traditionsverein gegen Rot-Weiss Essen bestehen und eine insgesamt ziemlich verpfuschte Saison doch noch retten.
Felix Klaus gab bereits das Motto aus für die Fürther vor dem Hinspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) im Ruhrgebiet: „Mit Liebe an die Hafenstraße.“ Der Stürmer weiß, wovon er redet. „Ich war einmal im Stadion, als ich noch für Düsseldorf gespielt habe. Geiles Stadion. Deswegen: Wer jetzt nicht mit Liebe dahin fährt, der kann auch wirklich daheim bleiben.“
Düsseldorf-Auftritt als Blaupause für Essen
Klaus hatte gut reden am Sonntagabend als Matchwinner beim 3:0 just gegen Fortuna Düsseldorf. Der Sieg hievte die Fürther in der Tabelle an den Rheinländern vorbei auf den Relegationsplatz 16 - die Fortuna steigt als 17. ab. Nach dem Führungstreffer und zwei Vorlagen kam Klaus aus dem Grinsen nicht mehr heraus - auch wenn er dann doch mit seinem Ex-Verein mitlitt. „Es ist Wahnsinn“, resümierte er und ergänzte im Ausblick auf Essen: „Wenn wir so eine Leistung wie heute bringen, dann muss man es schaffen.“
Bei aller Freude über den verdienten Erfolg gegen Düsseldorf aber sind die „Kleeblatt“-Kicker gewarnt. Schließlich gelang dem Team in dieser Saison immer mal wieder ein Ausrufezeichen, auf das dann meist aber ein Dämpfer folgte - oder gar mehrere davon. Trainer Heiko Vogel verbot seinen Spielern verfrühte Euphorie. „Wir haben noch nichts erreicht“, unterstrich der Coach. „Wir haben uns Leben eingehaucht, aber jetzt nochmal zwei Endspiele.“
Absturz nach drei Jahrzehnten droht weiter
Auch Vogel hat schon seine Erfahrung gemacht mit dem Gegner - und die waren allesamt nicht gut. Als Trainer von Borussia Mönchengladbach II holte er in vier Partien nur einen Punkt gegen Essen. Mit Uerdingen schied er zudem im Landespokal auswärts bei RWE aus. „Durch einen blöden Fehler“, wie er sich erinnerte. Patzer sollten sich die Fürther nun nicht mehr leisten. Essen will als Dritter der 3. Liga durchstarten - für die Franken geht es darum, nach fast drei Jahrzehnten nicht erstmals wieder aus den ersten beiden Ligen zu fallen.
„12.000 Zuschauer, die Stimmung ist famos, das ist ein schönes schnuckeliges Stadion, muss man ehrlich sagen“, blickte Vogel voraus. „Das wird brachial von der Stimmung her. Da sind wir gewarnt.“ Das entscheidende Rückspiel folgt am Dienstag danach (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) am Fürther Ronhof.
„Brauchen eine geschlossene Mannschaftsleistung“
Der Erfolg über Düsseldorf nach einer ansonsten weitgehend miserablen Saison soll die Spielvereinigung noch einmal motivieren für die Zugabe gegen Essen. Der Plan: „Einfach nochmal das abrufen, was wir heute gezeigt haben“, wie es Abwehrspieler Jan Elvedi formulierte. „Wir brauchen eine geschlossene Mannschaftsleistung, eine Willensleistung, Überzeugung, dass wir das packen.“
Die Fürther können also darauf hoffen, nach einer Spielzeit zum Vergessen doch noch mit einem dicken blauen Auge davonzukommen. „Die Tür ist auf“, erinnerte Trainer Vogel, „jetzt müssen wir durchgehen“.
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